Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Stadtkultur »

Maskenworkshop für Kinder in der Kunsthalle

Artikel vom 13.02.2012 - 16.15 Uhr

Maskenworkshop für Kinder in der Kunsthalle

Mariella Mosler, die derzeit in der Kunsthalle ausstellt, hatte Kinder zu einem Maskenworkshop eingeladen. Während die Kinder bastelten, konnten die Eltern an einer Führung durch die Ausstellung teilnehmen.

MaskenbaufuerkleineNachwu_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Mariella Mosler hilft den Kindern bei der Herstellung der Masken.
Geschmolzener Zucker und bunte Fruchtgummis – manche der Materialien, aus denen Mariella Mosler ihre Masken baut, lassen Kinderherzen höher schlagen. Manche ihrer Masken aus allerlei Alltagsgegenständen, die derzeit in der Kunsthalle ausgestellt sind, sehen scheinbar so aus, als könnte sie »jedes Kind« machen, erzählt die Künstlerin, bevor sie am Sonntagnachmittag mit 25 kleinen Nachwuchskünstlern Masken aus allem was im Alltag so anfällt bastelt. Der Kinderworkshop ist ihr erster, auch wenn sie die Idee aus der Kunstpädagogik Englands kennt. Auf dem großen Tisch, jenseits der Kunstobjekte, liegen Wellpappe und Wollreste, Lametta, Nudeln und getrocknete Erbsen und Mosler erklärt den Kindern, wie daraus fantasievolle Gesichter oder Fratzen werden.

Wie die Masken aussehen, die die 1962 in Oldenburg geborene Künstlerin aus Alltagsgegenständen baut, haben die Kinder beim Rundgang durch die in der Kunsthalle laufende Ausstellung von Kuratorin Dr. Ute Riese erfahren. Hier hängen an einer weißen Wand 55 Masken. Da gibt es grüne aus Kunstrasen mit Blumen als Augen oder weiß-rosafarbene aus Fruchtgummigebissen, manche haben kringelige Augen aus Hanfseil, das ihnen auch als Zöpfe über die Ohren hängt. Die meisten Materialien kennen die Kinder aus ihrem Alltag. Sie lieben die Noppenfolie, die so schön »ploppt«, wenn man die Luftkammern zerdrückt – Mosler hat auch daraus eine Maske erstellt. An diesem Nachmittag dürfen die Kinder diese sogar anfassen, jedoch nur, um verblüfft festzustellen, dass sie zwar genauso aussieht, wie aus Folie gemacht, aber aus Metall gegossen ist. Wie aus Marmor erscheint ein Gesicht aus geschmolzenem Zucker. Was vermeintlich vergoldete Holzspäne sind, ist tatsächlich aus Bronze gegossen.

Bewunderung_140212_4c
Lupe - Artikelbild vergrössern
Voller Bewunderung betrachten die Kinder die Masken Moslers. (Fotos: dw)
Die Täuschung des Blicks ist bei Mosler »ästhetische Strategie«, die Loslösung von der Zweckhaftigkeit, wie bei dem aus 650 Kilo Liebesperlen gelegten Ornamentteppich, ist ein Thema der Künstlerin, die mit ihren Installationen erstmals bei der Documenta X internationale Aufmerksamkeit erregte. Das erfahren die Eltern der Kinder, die mit einer eigenen Führung beschäftigt werden, während der Nachwuchs sich ganz praktisch der Herausforderung stellt und eigene Werke kreiert.

Wie die Künstlerin verarbeiten die Kinder Alltagsmaterialien, sowohl natürlicher Herkunft, wie Seil, Stäbe, Nudeln oder Erbsen aber auch Künstliches, wie Lametta, Goldfolie oder Glitzerstaub. Mit ihren Masken hat Mosler auch durch die gekonnte Gruppierung die Wand zur Leinwand gemacht, auf der sich elegante Angesichte und hässliche Fratzen in einer faszinierenden Spannung zwischen ethnologischem Kult und zeitgenössischem Gruselschocker bewegen. Zwei Augenlöcher und eines für den Mund, das macht ein Objekt zur Maske, erfahren die Kinder. Wie Mosler beleben die Kinder die leblosen Materialien durch diese minimalistischen Eingriffe. Ihre Masken haben Haare aus Watte, Bärte aus Luftschlangen und Wangen aus Nudeln. Moslers Masken, die raumfüllende Installation aus Liebesperlen und kleine Skulpturen sind noch bis 1. April in der Kunsthalle zu sehen. dw

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 13.02.2012 - 16.15 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang