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Literatur in den Marktlauben

Artikel vom 04.05.2011 - 19.07 Uhr

Literatur in den Marktlauben

Es gab Fisch in den Marktlauben zum Auftakt der Veranstaltungsreihe »Eine(r) liest« am Sonntag.

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Hannes Köhler liest in den Marktlauben aus seinem Roman »In Spuren«. (Foto: sha)
Aufgrund der warmen Temperaturen hatte sich Organisator Uwe Lischper allerdings für Tiere aus Weingummi entschieden, die unter den rund 50 Zuschauern verteilt wurden, die sich auf Bänken und an Stehtischen versammelt hatten. Jungautor Hannes Köhler, der am Maifeiertag aus seinem Debütroman »In Spuren« vorlas, sei gebürtiger Hamburger und da passe Fisch nun einmal, begründete Lischper die Auswahl des süßen Imbiss.

In Anspielung auf Musik, die von einer 1.-Mai-Demonstration auf dem Brandplatz in die Marktlauben herüberschallte, bemerkte der Veranstalter, dass »diese Demo eigentlich schon vor fünf Minuten weitergezogen sein sollte«. Hannes Köhler nahm es gelassen. »Da hätte ich wohl etwas Revolutionäreres vorlesen müssen«, wandte sich der in Berlin lebende Autor an sein Publikum, bevor er begann, für etwa eine Stunde verschiedene Passagen aus seinem Roman vorzulesen.

Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte der 29-Jährige erläutert, dass »In Spuren« kein Krimi, sondern ein »klassischer« Roman sei, der allerdings »detektivische Elemente« besitze. Die Handlung dreht sich um das Verschwinden einer Person und die Suche nach ihr. Protagonist ist Jakob, der zu ergründen versucht, warum sein bester Freund Felix eines Tages nach dem Zigarettenholen spurlos verschwunden ist. Dabei entdeckt Jakob, dass er längst nicht alles über Felix wusste.

Köhler studierte in Berlin und Toulouse Germanistik und Geschichte. Seit 2003 organisiert er mit Freunden Lesungen und schreibt Erzählungen. Eigentlich sollte »In Spuren« auch eine Erzählung werden, aber während des Schreibens habe er erkannt, dass »der Stoff für mehr gut ist«. Ein glücklicher Zufall sei der Gewinn eines Stipendiums des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) zum Ende seines Studiums gewesen, das ihm neue Perspektiven eröffnet habe.

Die Musik war längst verstummt, als ein paar versprengte Demonstranten während der Lesung mit ihren Bollerwagen vorbeizogen und neugierige Blicke in die Marktlauben warfen, aber die gezischte Bitte um Ruhe der vielen Zuhörer ließ sie ebenso sang- und klanglos verschwinden wie Köhlers Romanfigur Felix. sha

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