Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Stadtkultur »

Kostprobe für »Die fetten Jahre sind vorbei«

Artikel vom 08.09.2011 - 18.50 Uhr

Kostprobe für »Die fetten Jahre sind vorbei«

Junge Rebellen proben derzeit im TiL den Aufstand. Als erste Studioproduktion der neuen Spielzeit hat am 16. September das Stück »Die fetten Jahre sind vorbei« von Gunnar Dreßler, basierend auf dem gleichnamigen Film von Hans Weingartner, Premiere.

DSCF0792_090911_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Geben eine »Kostprobe« der neuen TiL-Produktion: (von links) Dramaturgin Julia Figdor, Bühnenbildner Udo Herbster, Regisseur Carsten Fuhrmann sowie die Schauspieler Corbinian Deller, Pascal Thomas, Marie Bauer und Christian Lugerth. (Foto: gl)
Junge Rebellen proben derzeit im TiL den Aufstand. Als erste Studioproduktion der neuen Spielzeit hat am 16. September das Stück »Die fetten Jahre sind vorbei« von Gunnar Dreßler, basierend auf dem gleichnamigen Film von Hans Weingartner, Premiere. Am Mittwoch gab es bereits eine gut besuchte »Kostprobe«. Regisseur Carsten Fuhrmann, Bühnen- und Kostümbildner Udo Herbster und Dramaturgin Julia Figdor gaben im Gespräch mit dem Publikum Einblicke in die laufende Probenarbeit und die Zielsetzung der Inszenierung. Corbinian Deller und Pascal Thomas, beide sind feste Ensemblemitglieder, und Marie Bauer, die als Gast mitwirkt, spielten zwei aussagekräftige kurze Szenen vor.

In »Die fetten Jahre sind vorbei« brechen drei Freunde als sogenannte »Erziehungsberechtigte« in die Villen reicher Bonzen ein, verwüsten deren Häuser, stehlen aber nichts. Was als revolutionärer Akt gedacht ist, eskaliert, als sie auf den reichen Justus Hardenberg treffen, dem Jule nach einem Unfall eine große Summe Geld schuldet. Die »Erziehungsberechtigten« entführen den »Klassenfeind«. Doch der entpuppt sich als Alt-68er, der als junger Mensch ähnliche Ideale hatte wie seine Kidnapper.

In der sich an die zwei kurzen Spielszenen anschließenden Diskussionsrunde gesellte sich Christian Lugerth dazu, der im Stück den von den jungen Leuten entführten Hardenberg, spielt. Lugerth war es auch, der die anfangs noch sehr zögerliche Diskussion mit dem Publikum in Schwung brachte. Er schilderte seine eigenen »revolutionären« Umtriebe als junger Mann, sprach vom Mythos der 68er und dem Ohnmachtsgefühl der heutigen Jugend, die kaum ernst genommen würde. Doch: das Stück, habe »mit 68 nichts zu tun. Das spielt heute«, warnte Lugerth.

Dass das Stück auf der Filmvorlage basiert und sich von dieser emanzipieren muss, beschäftigte die »Kostproben«-Besucher ebenso wie das Team der Inszenierung. Mit einer abstrakten Umsetzung der sieben unterschiedlichen Spielräume, verschiebbaren Papierwänden, dem Verzicht auf Videoeinspielungen, einer zeitlichen Raffung und einer ambivalent deutbaren Schlussszene will die Gießener Bühnenfassung ganz neue Akzente setzen. »Bühne und Theater werden mitgedacht. Es wird nicht nur der Film nacherzählt«, brachte es Julia Figdor auf den Punkt und machte die Zuschauer neugierig auf die jüngste TiL-Produktion.

»Die fetten Jahre sind vorbei« hat am Freitag, 16. September, ab 20 Uhr im Theaterstudio Premiere. Weitere Vorstellungen sind am 24. September und 9. Oktober. gl

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 08.09.2011 - 18.50 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang