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Kongeniales Duo bestreitet Auftakt der Basilika-Konzerte

Artikel vom 09.05.2010 - 19.53 Uhr

Kongeniales Duo bestreitet Auftakt der Basilika-Konzerte

Zwei ausgezeichnete Musiker mit einem rundum ansprechenden Programm, und dies in einer angenehmen Atmosphäre - das Einzige, was beim ersten Basilika-Konzert am Samstag fehlte, war das Publikum; nur wenige Besucher fanden sich im Konzertsaal des Rathauses ein.
Pianist Georgi Mundrov und Hornist Dariusz Mikulski genießen nach ihrem hochrangigen Konzert den Schlussapplaus.	(Foto: jou)
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Pianist Georgi Mundrov und Hornist Dariusz Mikulski genießen nach ihrem hochrangigen Konzert den Schlussapplaus. (Foto: jou)
Der ehemalige Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann und Dr. Dieter Lindheimer vom veranstaltenden Verein Gießener Meisterkonzerte zeigten sich enttäuscht über die Resonanz. Dabei wäre der Reihe ein ähnlich hoher Zuspruch wie den Winter- oder Mittagskonzerten an selber Stelle zu wünschen.

Wer gekommen war, den erwarteten ausgefeilte, teils sogar Maßstäbe setzende Interpretationen. Hornist Dariusz Mikulski - er war bereits zweimal auf dem Schiffenberg zu Gast, wo die Reihe nach Abschluss der Sanierung der Basilika wieder stattfinden soll - lieferte kenntnisreiche Hintergrundinformationen zu seinem Ins-trument und den Kompositionen. In dem Pianisten Georgi Mundrov fand er einen kongenialen Musizierpartner. Mikulski scheute nicht davor zurück, den Kopfsatz aus Ludwig van Beethovens Sonate F-Dur op. 17 wie bei einem Naturhorn ohne Ventileinsatz zu spielen. Seine Intonation wirkte recht sauber und nuanciert. Zu seinem dynamisch unaufdringlichen Vortrag passte gut die dezente, zuweilen fast ein wenig zu zurückhaltende Klavierbegleitung. Es bestach Mikulskis Vermögen, der Melodie mal kantabel-weiche, dann prägnante Färbungen zu verleihen; von wohldosierter klanglicher Schärfe waren die Akzente.

In Robert Schumanns Adagio op. 70 strömte die Hornmelodie weitläufig-ruhig dahin. Voller Kontraste steckte hingegen das anschließende Allegro: Dem fanfarenartigen Repetitionsmotiv stand ein lyrischer, thematisch an das Adagio erinnernder Teil gegenüber, den das Duo in feinen Facetten beleuchtete. Für Staunen sorgte Mundrov solistisch in einer Auswahl aus Schumanns »Kinderszenen«. Er widmete sich den Kompositionen poetisch inspiriert, machte etwa in »Von fremden Ländern und Menschen« und in »Träumerei« von ausgeprägten, die Stimmung intensivierenden Verzögerungen Gebrauch. Mit seiner wandlungsreichen, die Möglichkeiten des hervorragenden Steinway-Flügels ausreizenden Tongebung stellte er manch andere Pianisten, die hier bereits gespielt hatten, in den Schatten. Auf lebendige, fantasievolle und elegante Weise führte er in einen faszinierenden Mikrokosmos. Überaus virtuos, mit herrlich leuchtendem, ausgewogenem Klangbild und sorgsam ausgeloteter innerer Spannung meisterte er danach Schumanns »Marsch der Davidsbündler«. Auf ebensolchem Niveau bewegte sich seine Darbietung der Polonaise As-Dur op. 53 von Frédéric Chopin, die ihm agogisch flexibel, in der Diskantlage wiederum mit bezaubernder Strahlkraft gelang. Im Ganzen eine raffinierte, intellektuell tiefsinnige, den großen Bogen schlagende Deutung.

Wieder zusammen war das Duo im Allegro-Finale aus Karl-Heinz Köpers Sonate zu hören. Die schritthaften Steigerungen und Entwicklungen der mit strengem Kalkül konzipierten Musik brachte das Duo plastisch zur Geltung. Mit genauem Timing und sicherem Instinkt für den unanstrengenden, leicht zugänglichen Stil trugen Mikulski und Mundrov den Kopfsatz der Sonate des polnischen Komponisten Wojciech Kilar vor. Im ruhigen Mittelsatz gestaltete der Hornist die nachdenkliche Melodie mit langem Atem; vornehm-schlicht geriet die Begleitung. Folkloristische Elemente schienen im Finale durch.

Als besonders unterhaltsam erwiesen sich zum Schluss die »Impressions in Jazz« op. 32 von Markus Rindt, der Ausdrucksformen des Jazz in eine anspruchsvolle, Genregrenzen überschreitende Form bringt. Für das hochrangige Konzert spendeten die Hörer lang anhaltenden Beifall.

Sascha Jouini

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Artikel vom 09.05.2010 - 19.53 Uhr
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