Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Stadtkultur »

»Ich mach’s net gern...«: Bodo Bach in der Kongresshalle

Artikel vom 22.02.2010 - 16.00 Uhr

»Ich mach’s net gern...«: Bodo Bach in der Kongresshalle

Drei Jahre mussten die Gießener ohne Deutschlands beliebtesten Offenbacher auskommen - doch dann schlug’s »Viertel nach Bach«. Mit einem zweieinhalbstündigen Programm sorgte Berufskasper Bodo Bach alias Robert Treutel am Samstag in einer voll besetzten Kongresshalle für Schenkelkopfer non-stop.
»Im Dunkeln siehste gut aus«: Bodo Bach.	(Foto: mor)
Lupe - Artikelbild vergrössern
»Im Dunkeln siehste gut aus«: Bodo Bach. (Foto: mor)
Voll besetzte Halle? Nicht ganz. Zwei Plätze waren noch frei. Deshalb ließ sich Bach - der live telefoniert und auf Halb-Playback-Telefonate verzichtet - gleich die Nummer zweier Anwohner geben, um sie spontan einzuladen. Dank Zuschauerin Margit traf es deren Bekannte Gerhard und Ilse, die jedoch erklärte: »Jetzt gehn mer net mehr fort!« und Bach auf seinen Restplätzen sitzen ließ.

Bildete herzhafter Telefonterror früher das Kernstück seiner Programme, so setzt Bach jetzt auf Schwänke aus seinem bewegten Alltag, etwa vom Parfum-Kauf für die »vollreife« Dame seines Herzens, die Gerda, und kommentiert Fotos aus der Boulevard-Presse. Ebenfalls neu: Publikumsbeschimpfungen. Diesmal traf es einen gewissen Stefan aus der ersten Reihe, dem Bach immer wieder Mut zusprach: »Im Dunkeln siehste gut aus.«

»Ich mach’s net gern - ich mach’s für euch!«, klärte Bach über die Risiken des Live-Telefonierens auf und drohte jedem, der den Saal wegen eines erfolglosen Anrufs verlassen würde, mit Ohrfeigen. Dann ging er zu seiner Paradedisziplin über: Anhand von Tipps, die die Besucher kurz vor Show-Beginn auf halbseitigen Formularen eintragen durften, entschied er sich für Familie Knöbel, zufällig die Eltern von Stefan aus der ersten Reihe. Kaum hatte er sich als Heizungsfirma Becker gemeldet, war die Leitung tot und der Saal brüllte. »Da wunnert ihr euch, warum der Stefan so scheiße is!« Die Telefonverbindung wurde nicht besser und der Gag soff leider im Festnetz ab. Berufsrisiko.

Auch das nächste Opfer, Anneliese Jäger aus Großen-Buseck, erkannte den Schlingel, der sie zu einer Wurzelbehandlung einbestellen wollte - weil sie ihre Tochter im Publikum lachen hörte.

Besser lief’s mit Abiturientin Katharina. Deren Freundin Jasmina hatte gepetzt, dass das Opfer sich jüngst bei der hessischen Polizei für eine Ausbildung beworben habe. Prompt klingelte Bach im Namen der Frankfurter Staatsanwaltschaft durch und lud sie für den Sonntag zu einem SEK-Einsatz ins Frankfurter Bahnhofsviertel ein. Sie solle als Lebendköder bei einer Razzia unter Kosovo-Albanern fungieren: »Sie gehe nur rei, rufe Hände hoch und gucke, ob die zurückschieße!«

Nachdem er ein Pärchen wegen des Lufthansa-Streiks noch per Frachtflieger nach London schicken wollte und Stefan live eine Pizza bestellt hatte, auf der »auch net alles frisch« sein musste, verlieh Bach dem Publikum fünf Sterne Gaudifaktor. 2007 waren es nur drei gewesen. Zum Dank rief er noch die Polizei an und bat darum, den mehr oder minder angetrunkenen Gästen noch zehn Minuten »Vorsprung« zu lassen. »Comedy is wie Sex - ein Geben und Nehmen.« Besten Dank. Christina Mohr

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 22.02.2010 - 16.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang