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Heitere Lesung mit Jochen Schmidt

Artikel vom 03.02.2010 - 15.43 Uhr

Heitere Lesung mit Jochen Schmidt

Eine gelungene Veranstaltung hatte am Dienstag der im November vergangenen Jahres gegründete Verein Literarisches Zentrum Gießen. Die Lesung in der Aula der Pestalozzischule mit dem 1970 in Ost-Berlin geborenen Schriftsteller Jochen Schmidt markierte zugleich die Eröffnung einer Reihe. Durch die Aktivitäten des Vereins, der sich die Förderung des literarischen Lebens zum Ziel gesetzt hat, sollen Universität und Stadt näher zusammengebracht werden, merkte Hon.-Prof. Sascha Feuchert an. Musikalisch bereichert wurde das Programm durch die beiden Schüler Claudia und Robert Henning auf dem Akkordeon und am Klavier.
Jochen Schmidt beim Schlussapplaus.
(Foto: jou)
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Jochen Schmidt beim Schlussapplaus. (Foto: jou)
Jochen Schmidt, der mehrere Auszeichnungen gewonnen hat, zählt für Feuchert zu den »geistreichsten und witzigsten zeitgenössischen Autoren«. Schmidt präsentierte Prosatexte, darunter solche, die in seinem neuen Buch im Herbst erscheinen sollen. Im ersten Text, in dem es um sein Verhältnis zum Geld geht, amüsierte sein humorvoll-kritischer, unbeschwerter Blick auf finanzielle Dinge; der materialistische Hang in der modernen Gesellschaft wird infrage gestellt. Mit dem Abnehmwahn setzt er sich ironisch in »Schmidt-Diät« auseinander.

Etwas aus dem Rahmen fiel ein Porträt über den russischen Schriftsteller Anton Tschechow, der für Schmidt wohl vor allem durch seine parodistische Ader interessant ist.

Schmidt brachte das zahlreiche Publikum häufig zum Lachen, besonders im selbstironischen, grotesken Text »Meine Selbstdisziplin« aus seinem vorletzten Buch »Meine wichtigsten Körperfunktionen«. Der Berliner macht seit ein paar Jahren einen Rumänisch-Sommerkurs. Eine spöttische Rechtfertigung, weshalb er diese Sprache lernt, lieferte er in »Warum Rumänisch?« Seine Eltern sind nach der Wende nach Mannheim gezogen. Zum Schmunzeln anregend sein Text »Mannheimer Melancholie« über die merkwürdigen Eigenarten seiner Familie, bei dem sich viele Besucher wohl an manche Marotten ihrer eigenen Angehörigen erinnert haben dürften. Für den lebhaften Applaus dankte Schmidt mit drei Zugaben. jou

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Artikel vom 03.02.2010 - 15.43 Uhr
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