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Hedwig Dohm: Autorin, Feministin und Querdenkerin

Artikel vom 05.05.2011 - 19.39 Uhr

Hedwig Dohm: Autorin, Feministin und Querdenkerin

Einblick in das Leben Hedwig Dohms gab eine szenische Lesung im Gästehaus der Universität. Nikola Müller und Isabel Rohner, unterstützt durch Schauspieler Gerd Buurmann, nahmen ihr Publikum mit auf eine »feministische Reise«.

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Die Herausgeberinnen der »Edition Hedwig Dohm« Nikola Müller und Isabel Rohner (rechts). (Foto: het)
Journalistin, Autorin, Mutter, Querdenkerin, Feministin, Vorbild - fast endlos ließe sich die Aufzählung fortsetzen, doch beschreibt sie nur eine Frau: Hedwig Dohm. Dieses Jahr wäre sie 180 Jahre geworden, an Aktualität aber hat ihr Gedankengut nichts verloren. 2011 wird dies mit dem Hedwig-Dohm-Jahr geehrt. Ein passender Anlass, um einen Einblick in das Leben dieser bedeutenden, doch leider fast vergessenen Frau zu geben. Am Mittwoch, im Gästehaus der JLU, nahmen die Wissenschaftlerinnen Nikola Müller und Isabel Rohner, unterstützt durch Schauspieler Gerd Buurmann, ihr Publikum mit auf eine »feministische Reise«, in der sie amüsant szenisch aus Dohms Schriften rezitierten.

Humor, Scharfsinnigkeit und vor allem Selbstironie - ihre stärkste Waffe - sind wohl die herausstechendsten Eigenschaften, die, in den Worten Buurmanns, die »radikale Komikerin« charakterisieren. Doch »nein, ein Sonntagskind war Hedwig Dohm nicht«, weiß Biografin Rohner. Ihre klugen und messerscharfen Äußerungen eckten stark an in einer Zeit, in der Frauen nicht als Individuen galten, sondern einzig zur »naturgegebenen« Pflicht des Kinderkriegens degradiert wurden. »Du bist wertlos, doch deine Frucht - die ist wertvoll« habe der Sanatoriumsarzt Georg Groddeck proklamiert. Neben Friedrich Nietzsche gehörte der »Radau-Antifeminist«, wie ihn Dohm beschrieb, zu ihren erbittertsten Gegnern. »Musste denn alles so sein wie es war?«, kritisierte Dohm die gesellschaftlichen Dogmen. Bereits 1873 forderte sie das Frauenwahlrecht und somit auch die absolute Gleichberechtigung, denn »die Menschenrechte haben kein Geschlecht«. 1919 ist Hedwig Dohm verstorben und leider auch »kurz danach vergessen worden«, erzählen Müller und Rohner. Bereits ihre Nachkommen - sie ist die Großmutter Katia Manns - bedauerten eine »Welle des Vergessens«. Noch dazu habe die feministische Bewegung ihr einheitliches Ziel verloren. Durch die Nationalsozialisten wurde die Frauenbewegung dann »völlig plattgemacht« und später hatten »die 50er Jahre ein ganz anderes Frauenbild propagiert«. So kam es, dass selbst wichtige Feministinnen wie Alice Schwarzer erst recht spät den Namen Hedwig Dohm hörten. Doch auch heute steht es nicht besser mit der Überlieferung, denn in der Schule stehen ihre Arbeiten nicht auf dem Lehrplan.

Um dieses Vergessen aufzuhalten, haben Müller und Rohner neben einer Bibliografie und Biografie die »Edition Hedwig Dohm« herausgebracht. Fünf von 15 Bänden sind bereits erschienen. Da ohne Fördermittel finanziert, ein reines »Herzensprojekt«. het

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Artikel vom 05.05.2011 - 19.39 Uhr
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