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Fünftes Winterkonzert im Rathaus mit dem Hába Quartett

Artikel vom 23.02.2010 - 12.00 Uhr

Fünftes Winterkonzert im Rathaus mit dem Hába Quartett

Nach dem Gelius Trio im Januar war am Samstag in dem Hába Quartett aus Frankfurt im Rahmen der vom Verein Gießener Meisterkonzerte veranstalteten Winterkonzertreihe ein weiteres hochkarätiges Ensemble mit eigenständigem interpretatorischem Profil zu erleben.
Nach getaner Arbeit: Sha Katsouris, Hovhannes Mokatsian, Peter Zelienka und Arnold Ilg (v. l.) vom Hába Quartett nehmen am Ende
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Nach getaner Arbeit: Sha Katsouris, Hovhannes Mokatsian, Peter Zelienka und Arnold Ilg (v. l.) vom Hába Quartett nehmen am Ende des fünften Winterkonzerts im Rathaus den Schlussapplaus entgegen. (Foto: jou)
Wirkungsvoll stellten Sha Katsouris (1. Violine), Hovhannes Mokatsian (2. Violine), Peter Zelienka (Viola) und Arnold Ilg (Cello) zu Beginn, im Kopfsatz von Leos Janáceks Streichquartett Nr. 2, fahle Flageolettklänge energischen und motorisch bestimmten Passagen gegenüber.

Die Musiker spielten mit vorausschauender formaler Konzeption und erzeugten ein dichtes Klangbild. Der persönliche, subjektiv anmutende Ausdruckscharakter kam voll zur Geltung, so auch beim folgenden Adagio, in dem sich innere Wut und Entschiedenheit mit Leidenschaftlichkeit mischte. Insgesamt ging das Ensemble in seiner inspirierten, einfühlsamen Vortragsweise flexibel aufeinander ein und spielte mit prägnanter, lebendiger Tongebung.

Man konnte tief in die spezielle Klangwelt eintauchen, so auch im Allegro-Finale, in dem elegische Melodien zu den derben, wuchtigen Abschnitten kontrastierten; die beiden Violinisten spielten bis in hohe Lagen mit makellos klarer, expressiver Intonation. Ebenso hörenswert das Streichquartett Nr. 16 op. 98 des Namensgebers Alois Hába. Die Ausdrucksextreme zwischen ruhigem ersten Satz und geballte Energie ausstrahlendem zweiten Satz förderte das Ensemble deutlich zutage. Kaum gewöhnungsbedürftig schien das Fünfteltonsystem, in dem das Werk geschrieben ist; es erweiterte die Bandbreite an klanglichen Schwebungen, Reibungen und Spannungen auf faszinierende Weise.

Abschließend bot das Ensemble mit großer innerer Konzentration Robert Schumanns Streichquartett a-Moll op. 41 Nr. 1 dar. Im ersten Satz zeichnete es die Struktur überaus transparent. Pointiert artikulierte es im anschließenden Scherzo, achtete hier zudem auf fein dosierte Dynamik. Die wehmütige Stimmung zog im Adagio dank der sensiblen Interpretation durchweg in den Bann. Rhythmisch präzise, melodisch konturiert und lupenrein intoniert gelang das Schluss-Presto, dessen lebensbejahender Charakter ansteckte. Für den begeisterten Applaus dankte das Ensemble mit einer Zugabe. Sascha Jouini

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Artikel vom 23.02.2010 - 12.00 Uhr
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