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Florian Faber: Fingerstyle und Fernweh

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Artikel vom 01.09.2014 - 18.34 Uhr

Florian Faber: Fingerstyle und Fernweh

In der heimischen Musikszene ist er längst ein alter Bekannter. Doch der Gießener Gitarrist Florian Faber steht vor allem für eines: Dafür, sich immer wieder neu zu erfinden. Einst startete er als Finger-style-Gitarrist und Singer/Songwriter unter dem Namen Schallfühler.

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Florian Faber (Foto: pv)
Mittlerweile widmet sich Florian Faber, der seine ersten Gehversuche in den frühen 2000ern in der Wetzlarer Emorock-Band All against Ed machte, vor allem eigenen Kompositionen – neuerdings auch mit klassischem Anstrich. Für seine neueste Komposition »A Sailor’s Suite« arbeitete der 30-jährige Lehrer erstmals mit einem klassischen Streichquartett.

Bei »Sailor’s Suite« handelt es sich um einen mehrteiligen Instrumentalzyklus. In dem dreiteiligen Stück erzählt Faber, dessen bürgerlicher Name Florian Hüller lautet, von einem zunächst jungen und unerfahrenen Segler (»The long preparation, Mov. I.«), den es hinaus in die Welt zieht. Faber hat in dem Stück die eigene Sehnsucht, zu reisen und fremde Länder zu entdecken, verarbeitet, denn anders als viele seiner Studienkollegen hat der Lehrer für Haupt- und Realschule kein Auslandsjahr absolviert. »Es hat immer alles so gut zusammengepasst – Studium, Referendariat, Stelle«, erklärt er, »aber irgendwann später, da möchte ich schon noch einmal eine Weile ins Ausland.«

Der zweite Teil (»The Beauty of the Sea, Mov. II«) schreibt die Geschichte fort und erzählt von dem Gefühl, auf hoher See zu sein. Schließlich setzt bei dem jungen Abenteurer das Heimweh ein, und so erzählt »Coming home for Homeland« vom Gefühl, in die Heimat zurückzukehren. Die Idee, einmal ein Instrumentalstück zu komponieren und zu arrangieren, hat Faber schon lange im Kopf. Sie geht auf die CD eines klassischen Gitarristen zurück, die er geschenkt bekam. »Seitdem ich die gehört habe, wollte ich immer selber eine Instrumentalnummer schreiben«. Die Suite sei tatsächlich das erste Lied, das er komplett komponiert und auch selbst arrangiert habe. Unterstützung bekam er dabei vom mit ihm befreundeten Cellisten Claas Voß, der im Brandenburgischen Symphonieorchester spielt. Er organisierte von dort Kollegen und stellte so gemeinsam mit Lea Müller (1. Geige), Veronika Blunk (2. Geige) und Sophie Mengel (Bratsche) das Streicherquartett zusammen. In Fabers WG-Zimmer entstanden die ersten gemeinsamen Arrangements, später wurden die Titel im Musikinstitut der Justus-Liebig-Universität von Georg Wissner aufgenommen.

Ein dreiteiliges Video gibt es auch zu dem Zyklus: Teil 1 hat Florian Faber soeben veröffentlicht, die beiden anderen Teile sollen im Abstand von jeweils einem Monat folgen. Gedreht wurden die Clips von zwei Freunden des 30-Jährigen in der Alten Kupferschmiede im Tiefenweg, geschnitten hat er die Videos selbst. Die beiden späteren Teile binden auch wieder die Fingerstyle-Techniken (Klopfen auf den Gitarrenkorpus während des Spiels, der so als Perkussionsinstrument genutzt wird), für die Faber bekannt ist, mit ein. Nach den Video-Releases soll die Suite dann auch als EP erscheinen.

In Zukunft soll es mehr Instrumentalnummern von dem jungen Musiker geben – und natürlich auch Fingerstyle-Stücke im Stile seines Vorbilds Andy McKee. »Aber keine Sorge – einige Singer/Songwriternummern mit Gesang werde ich auch beibehalten«. Ihm sei es aber wichtig, sich immer weiter zu entwickeln als Gitarrist, deshalb übe er jeden Tag – trotz Vollzeitjob an der Marburger Richtsbergschule. Live zu erleben ist Faber, der seinen Namen übrigens an Max Frischs »Homo Faber«, ein Buch, das ihn sehr bewegt hat, angelehnt hat, auch bald wieder. Am Samstag, 27. September, ist er gemeinsam mit A Portrait of Life in der »Bunten Katze« in Wetzlar-Niedergirmes zu erleben, am Donnerstag, 2. Oktober, steht er mit Wait for June im Wetzlarer »Franzis« auf der Bühne. Und am Donnerstag, 20. November, tritt er in der Weinbar »Trocken & lieblich« in der Ludwigstraße in Gießen auf. Weitere Infos und alle Termine unter www.florianfaber.com. Dort ist auch das neue Video abrufbar.

(Sabine Glinke/Foto: pv)

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Artikel vom 01.09.2014 - 18.34 Uhr
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