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DJ Tulpe und der Fette Mann begeistern im MuK

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Artikel vom 09.04.2012 - 19.43 Uhr

DJ Tulpe und der Fette Mann begeistern im MuK

Skurriles Date trifft auf Hausputzeifer: DJ Tulpe und der Fette Mann begeistern mit Horror-Live-Hörspielen im MuK das Publikum.

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Haben ihren Spaß: Die drei von der Talkstelle treiben schrägen Schabernack vor schlichter Kulisse. (Foto: caw)
»Am Anfang war das Ende«, beginnt Don Crischan seine Kurzgeschichte im MuK über die Entstehung der Welt. Gott hat nur noch einen Tag, bis alles komplett sein muss. Daher kann er nicht auf Extrawünsche eingehen. Und weil weder der Schimpanse noch die Ente seine Autorität zu respektieren scheinen, bekommen die beiden als Strafe mit dem Zauberstab eins übergezogen. Die Folge: Der Affe muss sich mit viel zu langen Armen herumquälen und die Ente sieht lächerlich aus bei ihrem Watschelgang.

Dieser Anekdote folgt die Geschichte von zwei Jungs, Bertel und Krätze, die aus lauter Langweile (denn außer Nintendo spielen und Apfelkorn trinken tun sie nichts) eine Schlägerei starten wollen. Doch sie warten vergeblich auf potenzielle Opfer. Zu guter Letzt gibt es »Helden und Meerschweinschen«, eine Story über Superman und seine Freundin Lois, die von seiner wahren Identität nichts wissen darf.

Nach einer kleinen Pause entern Der Fette Mann und DJ Tulpe die Bühne, die derzeit zusammen mit dem Kurzgeschichtenerzähler Don Crischan einige kleine und große Bühnen des Landes erobern. Der Tisch ist ausgestattet mit zwei Schnurtelefonen, kleinen Plastikmonsterfiguren sowie barbieartigen Püppchen im Miniaturform. Dazu gibt’s einen weißen Koffer, hinter dem sich Tobis Homeworkerphobie versteckt – Tobi ist zuständig für die passenden Geräusche an den richtigen Stellen.

Er verwandelt den Zuschauerraum per Laptop in eine Bushaltestelle, ein einsames Haus inmitten eines Waldes oder eine lärmende Baustelle. Zu Anfang befindet sich das Publikum erst einmal in der Wohnung von Rainer. Der hat ein Problem mit seiner Internetverbindung und ruft die Service-Hotline an. Aber außer einer weiblichen Computerstimme bekommt er niemanden an den Apparat. Also muss er mit der elektronischen Problemberatung vorlieb nehmen, mit der er sich für den nächsten Tag verabredet. Seltsamerweise wird aus dem Date nichts, denn die Dame zieht es vor, nicht in physischer Form zu erscheinen.

Seit Ende 2008 produzieren die beiden Berliner ihre Horror-Hörspiele, die dem Zuhörer eine Gänsehaut und gleichzeitig ein Lächeln verpassen sollen. Zwischen sieben und 30 Minuten dauern ihre Stücke, die sie live durch Dialoge in unterschiedlichen Stimmlagen und bei vollem Körpereinsatz plus authentischen Geräuschkulissen aufführen. Vampire kommen in ihren schrägen Storys ebenso vor wie manch anderes schauriges Gesindel.

Doch lassen sich DJ Tulpe und Der Fette Mann, die 2010 den zweiten Platz beim Hörnixe-Hörspielwettbewerb gewonnen haben, nicht nur von tausend schlechten Filmen, die sie gesehen haben, inspirieren, sondern auch von den Banalitäten des Alltags. Beispiel: »Die Begegnung im Bus«. Hier klingt sich der Sitznachbar, ein dicker Mann, in die Gedankenwelt des Protagonisten ein und beeinflusst ihn so sehr, dass er mit dem dicken Mann nach Hause kommt und über Monate dessen Hausarbeit erledigt. Im MuK gab’s dafür viel Applaus. caw

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