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»Black Stories«: Hinter jeder Karte steckt ein Verbrechen

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Artikel vom 17.10.2012 - 17.28 Uhr

»Black Stories«: Hinter jeder Karte steckt ein Verbrechen

Im Rahmen des Krimifestivals animierte das Duo Corinna Harder und Jens Schumacher das Publikum bei Spielwaren Fuhr zum fantasievollen Mitraten.

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Kriminalistisches zum Miträtseln präsentieren Corinna Harder und Jens Schumacher. (Foto: dw)
»Sie werden sich wundern, zu was Menschen fähig sind«, kündigte Jens Schumacher am Dienstagabend zwischen bunten, aber harmlos wirkenden Spielwaren bei Fuhr an. Zwar verneinten die meisten der rund 80 Gäste die Frage, ob sie »Black Stories« kennen, aber der Tatort ist der erste Hinweis. Denn in der Tat handelt es sich dabei um ein Spiel, genauer gesagt ein Kartenspiel. Gefragt sind bei diesem Spiel kriminalistischer Spürsinn mit spielerischem Vergnügen am Absurden und Mysteriösen.

Wie unterhaltsam das Kartenspiel sein kann, präsentierte das Duo Corinna Harder und Jens Schumacher im Rahmen des Krimifestivals und entlockte dabei seinen Gästen jede Menge kriminelle Fantasien. Mitgebracht haben sie dafür einige Spielkarten im Großformat. Auf deren Vorderseite befinden sich vielsagende Hinweise und eine nicht immer zweckdienliche Zeichnung, hinter der sich je nach Edition ein »wahres Verbrechen«, ein »absurder Kriminalfall« oder auch eine mittelalterliche Gräueltat verbergen.

Bei ihren kriminologischen Recherchen sind die beiden Autoren, die auch Kinder- und Jugendbücher schreiben, auf jede Menge Absurdes, Abstruses, Abartiges und Abwegiges gestoßen. So gibt bei den »Black Stories« die Frage, wie ein Toter in Tauchermontur mitten in den Wald gelangte, Rätsel auf. Mit gezielten Fragen und einer gehörigen Portion Spürsinn begibt sich das Publikum an Ort und Stelle auf Spurensuche. Doch die Tücke liegt im Detail, denn es dürfen nur Fragen gestellt werden, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind.

Langsam spielen sich die Gäste warm und beginnen, ihre kriminalistische Fantasie zu entfalten. Leider gibt es für die Variante, dass ein Nickerchen fatal endete, weil das Opfer sich versehentlich mit dem auf dem Wecker liegenden Revolver erschoss, nur ein Nein. Auch der Vorschlag, dass der tragisch aus dem Leben Geschiedene mit seinem Haustier russisches Roulette spielte, trifft nicht ins Schwarze. Immerhin ist mit dem Haustier eine heiße Fährte gefunden. Eine »ritterliche Regelung« nahmen sich zwei bei der Lösung ihres Streites zum Vorbild, verkündet eine weitere Karten, und auch, dass dies keinen Sieger, aber zwei Tote hervorbrachte.

Mit sichtlichem Vergnügen spornen Harder und Schumacher ihr Publikum an, kriminalistischen Spürsinn zu entfalten. Tatort, Tatwaffe und Tatmotiv sind zu ermitteln, um der Tat auf die Spur zu kommen. Der Lösungsvorschlag, dass die beiden Kontrahenten infFolge eines Wetttrinkens beim Dreiradfahren ineinander fuhren, bekommt zwar die Anerkennung der Spezialisten, erntet aber ein Nein. Auch eine auf einer Karte abgebildeten Frau, mit dem Titel »Auf den A… gefallen« wurde weder von ihrem schwergewichtigen Fallschirmlehrer bei einer unsanften Landung auf dem Allerwertesten erdrückt, noch erlitt sie infolge einer Schönheits-OP zur Vergrößerung ihrer rückwärtigen Körpermitte ein verhängnisvolles Übergewicht.

Auf der Rückseite der Karten erfährt man nicht nur jede Menge Skurriles aus rund 3000 Jahren Kriminalgeschichte, die Lösungsvorschläge eignen sich auch als Bauchmuskeltraining und vermitteln manchmal gar moralische Weisheiten. Wie etwa die, dass besinnliche Weihnachten nichts für Feiglinge sind, denn der Weihnachtsbaumklau kann schon mal unbeabsichtigt eine Freundschaft beenden. Ja, man kann es kaum glauben, was Harder und Schumacher in den menschlichen Untiefen ausfindig gemacht haben. Nein, des Rätsels Lösungen werden an dieser Stelle nicht verraten. Schließlich liegt auch hier der Spaß im Rätseln, wer es wohl gewesen und warum… dw

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Artikel vom 17.10.2012 - 17.28 Uhr
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