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Alltag in einem Dorf Botswanas fotografiert

Artikel vom 05.04.2011 - 18.43 Uhr

Alltag in einem Dorf Botswanas fotografiert

Die Ausstellung ist ab 14. April im Foyer des Stadttheaters zu sehen. Dr. Georgia Rakelmann von Institut für Soziologie an der Justus-Liebig-Universität stellt mit ihren Studenten das ungewöhnliche Projekt vor.

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Stellen ihr Projekt im oberen Foyer des Stadttheaters vor: Dr. Georgia Rakelmann (2. v. l. mit Brille) und ihre Studenten. (olz)
Die Idee ist interessant. Schon im Jahr 2006 haben Studenten des Fachbereichs Soziologie der Justus-Liebig-Universität im Rahmen einer Exkursion Einwegkameras an Bewohner des botswanischen Dorfs Mapoka verteilt. Der Auftrag: Schüler, Frauen aus einer Kulturgruppe und Mitglieder der Bonatla-Theatergruppe sollten Fotos zum Thema »Unser Dorf Mapoka« machen. 118 Einwohner haben sich an dem Projekt beteiligt, bei dem insgesamt rund 600 Bilder entstanden sind. 28 Selbstporträts aus der Reihe sind ab der kommenden Woche im oberen Foyer des Stadttheaters zu sehen. Gestern stellten Dr. Georgia Rakelmann vom Institut für Soziologie, Intendantin Cathérine Miville und Studenten der JLU die Ausstellung und das Projekt in Botswana im Foyer des Stadttheaters gemeinsam vor.

Als Besonderheit bezeichnete Exkursionsleiterin Rakelmann den Umstand, dass Menschen mit wenig Bilderfahrung sich fotografisch mit sich selbst befasst und Aufnahmen ihrer Lebenswelt gemacht hätten. Dabei sind Arbeiten entstanden, auf denen sich Mapoker zumeist nicht als »Ich« sondern als Akteure ihrer sozialen Position in der Dorfgemeinschaft zeigen. Gerade diese Inszenierung bezeichnete Miville, die sich sehr über die erneute Zusammenarbeit mit den Gießener Soziologen freute, als besonders wichtig für das Stadttheater. »Die Fotos zeigen Menschen, die sich selbst inszeniert haben, deshalb haben die Bilder etwas im Theater zu suchen.«

Zum Hintergrund: In dem Dorf, das durch Landwirtschaft, Kleinhändler und zahlreiche Berufspendler geprägt ist, leben insgesamt rund 1500 Menschen. Die Studierenden berichteten, dass die Beteiligten ein Jahr die Gelegenheit zum Fotografieren gehabt hätten, bevor die Kameras 2007 wieder eingesammelt und die Fotos dann zwei Jahre lang nachbearbeitet wurden. Bereits im letzten Jahr wurde eine Auswahl der Bilder des Projekts, an dem auch das Regionalmuseum in Francistown beteiligt ist, im Rahmen von zwei Ausstellungen in Botswana gezeigt. Die Bilder, die jetzt vom 14. April bis zum 25. Juni im oberen Foyer des Stadttheaters zu sehen sind, werden jedoch zum ersten Mal gezeigt. Interessenten können die Ausstellung im Rahmen der Öffnungszeiten des Stadttheaters besuchen. Nach Voranmeldung besteht für Gruppen auch die Möglichkeit, Extratermine mit Führung zu vereinbaren. olz

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Artikel vom 05.04.2011 - 18.43 Uhr
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