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Uni: Stadt leitet Großplanung für Geisteswissenschaften ein

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Artikel vom 04.12.2014 - 11.48 Uhr

Uni: Stadt leitet Großplanung für Geisteswissenschaften ein

Gießen (mö). Es ist ein riesiges und langfristig angelegtes Projekt: Bis zum Jahr 2022 will die Justus-Liebig-Universität ihre Geisteswissenschaften in der Klingelbachaue baulich neu ordnen und dafür etwa 130 Millionen Euro ausgeben.

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Die Rathenaustraße (l.), die zwischen dem Philosophikum I und II (rechts) verläuft, soll verkehrsberuhigt und Teil des »Campus Philosphikum« werden. Links von der Straße ist ein Campusplatz geplant, rechts die neue Mensa. Der Wald muss weichen. (Foto: Henß)
© Oliver Schepp
Für die Planung des »Campus Philosophikum« hat die Stadt nun einen ersten Schritt getan und will zwei alte Bebauungspläne ändern. Im parlamentarischen Bauausschuss am Dienstagabend ging es freilich nur um die geplante neue Verkehrsführung.

Wie berichtet, soll die Rathenaustraße verlegt, verkehrsberuhigt und in den Uni-Campus integriert werden. Zu diesem Zweck soll die Straße in ihrem nördlichen Abschnitt zwischen Philosophikum I und II in eine sogenannte Shared-Space-Zone umgewandelt werden, in der sich Autofahrer, Radler und Fußgänger gleichberechtigt bewegen und Rücksicht aufeinander nehmen müssen. Die Straße wird also – anders als die Wiesenstraße auf dem THM-Campus – für den Durchgangsverkehr nicht gesperrt, aber praktisch verkehrsberuhigt.

Dies wird von der bürgerlichen Opposition, die sich in den letzten Monaten auf die Verkehrspolitik der rot-grünen Koalition eingeschossen hat, kritisiert. CDU und Freie Wähler befürchten eine Verlagerung des Durchgangsverkehrs zwischen Licher Straße und Schiffenberger Weg in Straßen wie den Nahrungsberg und in den Bereich Südhang. »Ich könnte damit leben, wenn es eine Alternative zur Rathenaustraße gäbe, aber die sehe ich nicht«, sagte FW-Fraktionschef Heiner Geißler. CDU-Bau- und Verkehrsexpertin Dorothé Küster sprach von einer »absolut nicht verkehrsgerechten« Planung, die zudem im Bereich der Shared-Space-Zone unfallträchtig sei.

Bürgermeisterin und Verkehrsdezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) verwies darauf, dass der Autoverkehr auf der Rathenaustraße schon jetzt aufgrund des Fußgängerstroms der Studierenden, die zwischen »Philo« I und II pendelten, deutlich verlangsamt fließe. »Diese Planung ist im Grunde nur eine Anpassung an die heutige Verkehrssituation.« Im Übrigen sei es der Wunsch der Uni, dort eine baulich aufgewertete Campus-Situation zu schaffen.

Waldstück weicht neuer Mensa

Die vom Magistrat beantragten Planänderungen, um der Uni die ersten – bereits angelaufenen – Baumaßnahmen am Alten Steinbacher Weg zu ermöglichen, werden in einem vereinfachten Verfahren ohne gesonderten Umweltbericht durchgeführt, was die CDU-Stadtverordnete Küster ebenfalls kritisierte. Überlesen hatte die Bauexpertin der Union offenbar, dass die Stadt im kommenden Jahr einen großen Bebauungsplan »Philosophikum II« im »Vollverfahren mit Umweltbericht« einleiten will, wie es in der Vorlage heißt. Dann wird es unter anderem um die Verlegung der Mensa direkt auf die Ostseite der Rathenaustraße gehen. Diesem Neubau muss ein Waldstück weichen.

Die erste Magistratsvorlage zum »Campus Philosophikum« wurde vom Ausschuss bei Enthaltung von CDU und Freien Wählern beschlossen.

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Artikel vom 04.12.2014 - 11.48 Uhr
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Leserkommentare
(04.12.2014 14:21)
thanksforthetripdad
Bald weg...
der Waldweg. Hier darf man sich doch über die Bauwütigkeit der Uni wundern. Das Phil I wird eingeebnet und neu erbaut, da soll die Rathenaustraße faktisch eingezogen werden, das marode Waschkies- und Klinkersteinparadies Phil II erhalten bleiben, aber zugleich das Wäldchen davor für die neue Mensa gerodet werden. Auf der anderen Straßenseite neben dem Klingelbach ist Freifläche genug, zzt. wunderschöne Parkplätze. Keine andere Idee dazu? Campus, Campus über alles.
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