Sie sind hier: Startseite » Stadt » Hochschulen »

Haushaltssperre für den Fachbereich Medizin

  Anzeige

Artikel vom 10.05.2013 - 07.05 Uhr

Haushaltssperre für den Fachbereich Medizin

Gießen (si). Der Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität darf »bis auf Weiteres« nicht mehr frei über seine Finanzmittel verfügen.

Lupe - Artikelbild vergrössern
Grund ist eine »erhebliche Deckungslücke« bei der mittelfristigen Finanzplanung, die bei einer internen Analyse der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung aufgefallen ist – worauf die Hochschulleitung eine vorläufige Haushaltssperre verhängt hat. Sie bewirkt, dass der mit Abstand größte Fachbereich der Universität ab sofort nur noch Geld für die dringendsten Aufgaben ausgeben darf oder wenn vertragliche Verpflichtungen bestehen – etwa für sein Personal bzw. beim Kooperationsvertrag mit dem Klinikum.

So kann der Fachbereich zwar beispielsweise bestehende Arbeitsverträge weiter finanzieren. Neue Stellen darf er von sich aus aber nicht mehr ausschreiben oder besetzen – es sei denn, das Universitätspräsidium hat dem ausdrücklich zugestimmt. Auch in allen anderen Fällen, die Forschung und Lehre betreffen, behält sich der Kanzler als Haushaltsbeauftragter eine Einzelfallprüfung vor.

So steht es in einem von Kanzler Dr. Michael Breitbach unterzeichneten Schreiben, das die Klinik- und Institutsdirektoren des Fachbereichs am Dienstag erhalten haben. Näher beziffert ist die »erhebliche Deckungslücke« dort nicht. Eingeräumt wird nur ein Fehlbetrag von 600 000 Euro beim Jahresabschluss 2012 – bei einem Jahresbudget von rund 60 Millionen Euro, mit dem die Medizin etwa über genauso viel Geld verfügt wie die übrigen zehn Fachbereiche der Universität zusammen. Unklar sind auch die Gründe der Deckungslücke und des negativen Jahresergebnisses.

Präsidium und Dekanat würden in den kommenden Wochen die Daten analysieren, heißt es in dem Schreiben, und das bekräftigte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee am Mittwoch im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung. Knapp informiert wurden auch die Senatsmitglieder bei der Sitzung am Nachmittag. Ziel müsse jetzt ein »ausgeglichener Haushalt 2013« für den Fachbereich sein. Darüber hinaus soll geprüft werden, welche strukturellen Anpassungen notwendig sind, um das Haushaltsdefizit langfristig zu beseitigen. Die vorläufige Haushaltssperre habe »sichernden Charakter«, sagten Präsident und Kanzler.

Nicht betroffen davon sind laut Breitbach laufende Drittmittelprojekte samt Stellen. Allerdings dürfen auch Drittmittelreste, die nach Projektabschluss übrig geblieben sind, bis auf Weiteres nicht mehr frei verwendet werden.

Die letzte Haushaltssperre hatte das Präsidium im Jahre 2003/04 verhängt, und zwar für die gesamte Universität. Grund waren drastisch wegbrechende Landesmittel. Damals musste die Hochschule binnen eines Jahres 6,5 Millionen Euro einsparen, was ihr – unter anderem mit Stellenstreichungen – auch gelang. Eine weitere, hochschulweite Finanzmittelbudgetierung gab es dann 2010, ebenfalls infolge von Mittelkürzungen des Landes. Betroffen waren allerdings ausschließlich Berufungen, die um sechs Monate hinausgeschoben wurden.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 10.05.2013 - 07.05 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang