Hamburg/Jerez (dpa) - Nun steigt auch Vizeweltmeister Sebastian Vettel in die heiße Vorbereitungsphase der Formel 1 ein. Als letzter der meist gehandelten Titelkandidaten wird der Heppenheimer am 10. Februar das Geheimnis um seinen neuen Rennwagen lüften.
Sebastian Vettel hofft auf eine noch erfolgreichere F1-Saison im Jahr 2010.
Am 12. und 13. Februar wird Vettel im spanischen Jerez de la Frontera im Red Bull RB6 dann Gas geben. Damit kommt es zum Abschluss der zweiten Testserie auch zur erstmaligen Begegnung auf der Strecke in diesem Jahr mit seinem Kindheits-Idol Michael Schumacher im neuen Mercedes. «Wenn er die meisten Berichte hat, ich aber die meisten Pokale, soll mir das recht sein», sagte Vettel in einem Interview dem Magazin «motorsport-aktuell».
Schumi gegen den einstigen «Baby-Schumi»: Vettel hat sich längst emanzipiert von seinem einstigen großen Vorbild. «Ich werde sicher nicht in den Rückspiegel schauen und immer dann, wenn ich Michael sehe, rechts ranfahren und ihn vorbeilassen», hatte Vettel schon vor der Bestätigung des sensationellen Schumacher-Comebacks klargestellt. Der 41 Jahre alte Rückkehrer ist für alle ein Konkurrent wieder jeder andere - wenn nicht sogar genau der, den man am liebsten hinter sich lassen will.
Vettel hat schon mal einen namhaften Fan und Fürsprecher. «Sebastian Vettel wird der nächste Weltmeister», orakelte der mächtige Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone bereits. Aber auch Schumacher hat er ganz ober auf seiner Titelkandidaten-Liste: «Vergessen Sie Rennsiege - ich habe ihn auf der Rechnung für den Sieg in der Weltmeisterschaft», so Ecclestone. Insgesamt traut er sechs Piloten den Titel zu. Letzten Endes komme es aufs Auto an, befand der Brite.
In diesem Punkt hinterließ Ferrari bei den ersten der insgesamt vier Testphasen in diesem Monat den stärksten Eindruck. An Fernando Alonso und Felipe Massa kam auch Schumacher nicht ran. Man sei «leicht im Hintertreffen», hatte das erste Fazit des siebenmaligen Weltmeisters im neuen Silberpfeil gelautet. Die Schwächen sollen aber bereits gefunden sein, Teamchef Ross Brawn kündigte schon Verbesserungen für den MGP W01 an, dessen höckerartige Nase der des erfolgreichen Vorjahres-Red-Bulls ähnelt.
Gespannt ist die Formel-1-Welt, was sich Star-Designer Adrian Newey für den neuen Wagen einfallen lassen hat. «Der RB6 wird in diesem Jahr eher eine Evolution sein», prophezeite Vettel, der im Simulator schon erste Erfahrungen mit dem neuen Auto sammeln konnte. Auch Newey musste vor allem auf das Nachfüllverbot reagieren und das Auto mit einem deutlich größeren Tank konstruieren. Angetrieben wird auch der neue Vettel-Dienstwagen wieder von einem Renault-Motor.