Wolfsburger Krisengespräche - Hoeneß-Kritik an Magath
Wolfsburg (dpa) - Beim VfL Wolfsburg wächst der Druck auf Trainer, Manager und Geschäftsführer Felix Magath. Noch vor dem wichtigen Auswärtsspiel des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga am Samstag bei Fortuna Düsseldorf trifft sich der Aufsichtsrat des VW-Clubs mit Magath zur Krisensitzung.
Wolfsburgs Trainer Felix Magath steht hart in der Kritik. Foto: Peter Steffen
«In der wir die sportliche Situation erörtern werden», sagte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung». Das Treffen soll am Mittwoch oder am Donnerstag stattfinden.
Magath wollte sich am Dienstag nach dem Training des abgestürzten Meisters von 2009 nicht äußern. Eine Ablösung des 59-Jährigen noch in dieser Woche gilt indes als unwahrscheinlich. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, der allein über Magaths Zukunft entscheiden dürfte, ist seit Sonntag für VW in Brasilien und aktuell in New York unterwegs.
Spätestens im Falle der fünften Niederlage in Serie am Samstag dürfte es aber richtig eng werden. Über drei Transferperioden hat Magath den VfL, den er vor eineinhalb Jahren im Abstiegskampf übernommen hatte, für zusammen 71 Millionen Euro hochgerüstet. Seit dem peinlichen 0:2 am Samstag gegen Freiburg ist der Club mit Champions-League-Ansprüchen gar zum ersten Mal seit sechs Jahren Tabellenletzter. Auch die nach dem Fortuna-Spiel folgenden Partien im Pokal gegen den Zweitligisten FSV Frankfurt und in der Liga beim 1. FC Nürnberg gelten als Gradmesser.
Am Montagabend bekam Bayern Münchens Aufsichtsratsmitglied Winterkorn vom Bayern-Präsident Uli Hoeneß öffentlich indirekt die Empfehlung, sich von Magath zu trennen. «Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer», sagte Hoeneß bei einer Veranstaltung in Düsseldorf.
Dem widersprach VfL-Abwehrspieler Emanuel Pogatetz entschieden. «Das ist kompletter Blödsinn», befand der Österreicher, der zugleich anmerkte: «Der Trainer ist dafür da, uns einzustellen.» Und dabei sah es angesichts von null Punkten und 0:10 Toren aus den vergangenen vier Spielen eher mau aus. «Wir wissen, dass wir den Start verbockt haben», bekannte Pogatetz, der sich zusammen mit seinen Teamkollegen zur Aussprache treffen wollte.