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Ullrichs weiche Erklärung - Kritiker: «Substanzlos»

Artikel vom 10.02.2012 - 18.23 Uhr

Ullrichs weiche Erklärung - Kritiker: «Substanzlos»

Berlin (dpa) - Von wegen knallhartes Dopinggeständnis! Mit einer wachsweichen Reaktion auf seine CAS-Verurteilung hat Jan Ullrich die Erwartungen an eine umfangreiche Beichte enttäuscht.
Jan Ullrich
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Jan Ullrich sorgt mit seiner Erklärung weiter für Unmut. Foto: Bernd Thissen
© dpa
Einen «Kontakt» zu Doping-Doktor Fuentes räumte der gefallene deutsche Rad-Star ein, dazu «immens großen» öffentlichen Druck - mehr aber nicht. In einem Statement verriet der 38-Jährige keine Details der Besuche bei dem spanischen Arzt. Sie hatten den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu einer Zweijahressperre und einer Annullierung aller Resultate ab Mai 2005 veranlasst. Auch kein Wort zu möglichen Vergehen in der Zeit davor - Ullrich hat wieder eine Chance verpasst.

Doping-Jäger Werner Franke, der selbst jahrelang gegen Ullrich prozessiert hatte, hält die Ausführungen für «substanzlos» und den «lächerlichen Versuch, einen Deckel auf die Affäre zu tun.» Das frühere Telekom-Aushängeschild habe es versäumt, durch die Wahrheit Licht in die Affäre zu bringen. «Ich sehe das nach wie vor als völlig unzureichend an», sagte Franke der Nachrichtenagentur dpa.

Ähnlich urteilt Fritz Sörgel, der darauf hinwies, dass in der Erklärung Ullrichs kein einziges Mal das Wort Doping vorkommt. «Das unterscheidet den großen Sportler vom ganz normalen Betrüger», befand der Nürnberger Pharmakologe. «Er hat jahrelang gedopt. Sich jetzt mit einem Sorry zu verabschieden, ist natürlich relativ wenig.»

In der seit Monaten angekündigten Stellungnahme hatte Ullrich zwölf Stunden nach dem CAS-Schuldspruch in der Nacht eingeräumt: «Ich bestätige, dass ich Kontakt zu Fuentes hatte. Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich aufrichtig bei allen entschuldigen - es tut mir sehr leid. Rückblickend würde ich in einigen Situationen während meiner Karriere anders handeln.»

Von einem deutlichen Geständnis sind diese Worte freilich weit entfernt. Erst am Vortag hatte etwa der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, eine klare Beichte verlangt. Daraus wurde nichts, unterstrich Dagmar Freitag (SPD), die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses: «Diese Erklärung war absolut enttäuschend, aber für mich keine Überraschung. Jan Ullrich hat die allerletzte Chance verpasst, einen Rest von Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, weil er es versäumt hat, reinen Tisch zu machen.»



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Artikel vom 10.02.2012 - 18.23 Uhr
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