Düsseldorf (dpa) - Der «Viererbande» droht die Auflösung. Erstmals seit Beginn der Rückrunde könnte der Abstand zwischen den führenden Teams der Fußball-Bundesliga aus Dortmund, München, Gelsenkirchen und Mönchengladbach auf über drei Punkte anwachsen.
Schalke-Coach Huub Stevens will den Anschluss an die Spitze halten. Foto: Rolf Vennenbernd
Zumindest dem Verlierer des Verfolgerduells zwischen Mönchengladbach und Schalke steht ein vorläufiger Abschied aus dem engsten Kreis der Titelaspiranten bevor. Dennoch vermeiden es alle Beteiligten, von einem Schlüsselspiel zu sprechen. «Natürlich ist es wichtig. Aber egal, welches Ergebnis am Ende stehen wird, hören wir mit dem Fußball nicht auf», kommentierte Schalke-Trainer Huub Stevens betont lässig.
Anders als der BVB (43 Punkte), der FC Bayern (41) und die Borussia aus Mönchengladbach (40), die allesamt unter der Woche in das Pokal-Halbfinale einzogen, gehen die Schalker (41) ausgeruht in den 21. Spieltag. Das erhöht die Chance, es besser zu machen als beim Pokal-Aus (1:3) im Dezember an gleicher Stätte. Viel wird davon abhängen, wie sich der zweitbeste Angriff gegen die beste Abwehr schlägt. Nur drei Teams kassierten in der bisherigen Liga-Historie in den ersten 20 Saisonspielen weniger Gegentore als Gladbach. Das nötigt Schalke-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der im vorigen Duell Gelb-Rot sah, Respekt ab: «Es ist extrem schwer, da durchzuspielen.»
Zur Erleichterung von Gladbach-Coach Lucien Favre steht einem Einsatz von Marco Reus nichts im Wege. Der Torjäger hatte nach dem glücklichen Pokal-Sieg in Berlin über Adduktoren-Probleme geklagt. «Es ist nicht so schlimm. Er ist dabei», sagte Favre, der am kommenden Dienstag genau ein Jahr im Amt ist und mit der Borussia in 33 Bundesliga-Spielen 60 Punkte holte.
Mit drei Siegen weist Spitzenreiter Dortmund die bisher beste Rückrunden-Bilanz der von Franz Beckenbauer als «Viererbande» bezeichneten Spitzenteams auf. Zudem kann der Titelverteidiger gegen Leverkusen den Vereinsrekord aus dem Vorjahr mit 15 Partien in Serie ohne Niederlage einstellen. Doch bei aller Euphorie warnte Jürgen Klopp vor Bayer: «Wir treffen auf eine richtig gute Mannschaft.»
Der Respekt des BVB-Trainers kommt nicht von ungefähr. Trotz des angespannten vereinsinternen Klimas ist Leverkusen derzeit schwer zu schlagen. «Man glaubt es kaum: Nur Nürnberg hat uns in den letzten zehn Spielen besiegt», sagte Trainer Robin Dutt voller Hoffnung auf eine gelungene Generalprobe seiner Mannschaft für das Champions-League-Highlight gegen den FC Barcelona am Dienstag.
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