Altwagen-Test in Jerez - Warten auf den Silberpfeil
Jerez de la Frontera (dpa) - Vor die Mercedes-Box wird schnell der Sichtschutz geschoben. Dabei gibt es noch gar nichts Neues zu sehen. Im Gegensatz zu Red Bull, Ferrari und McLaren tritt das deutsche Werksteam mit dem Vorjahresmodell bei den ersten Formel-1-Testtagen in diesem Jahr in Jerez an.
Kimi Räikkönen kommt mit dem Lotus E20 gut zurecht. Foto: David Ebener
Am neuen Silberpfeil von Rekordweltmeister Michael Schumacher und seinem Stallkollegen Nico Rosberg wird im englischen Brackley noch fleißig gewerkelt. «Wir sind im Aufholprozess und brauchen deshalb jeden Entwicklungstag», erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der Nachrichtenagentur dpa per Mail. Er selbst war ebenso wie Teamchef Ross Brawn nicht in Jerez.
Die Anlaufphase sei exakt so geplant worden, sagte Haug und verriet: «Wir werden mit unserem neuen Auto bereits einige Tage, bevor wir zum offiziellen zweiten Test am 20. Februar nach Barcelona gehen, fahren.» Es dürfte sich unter anderem um die erlaubten Filmaufnahmen handeln. Am 21. Februar beginnen die nächsten Tests. «Ich weiß, dass die Entwicklung unseres Autos in der Fabrik nach Plan verläuft», betonte Rosberg nach dem ersten Testtag.
Für Schumacher, der sich schon «tierisch» auf die Saison freut, und seinen Stallkollegen bedeutet die Strategie des ehemaligen Weltmeister-Teams von Brawn dennoch: Jeder wird gerade einmal vier offizielle Testtage im neuen Wagen haben, ehe es ernst wird. Denn bei den Probefahrten ist immer nur ein Auto pro Team erlaubt. Die finalen Tests finden vom 1. bis 4. März ebenfalls auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona statt.
Wenn es den Wagen schneller macht, dürfte den beiden die kurze Eingewöhnungszeit egal sein. Zuverlässig war der Wagen mit dem Stern in den vergangenen beiden Jahren stets. Doch damit allein gewinnt man keine Titel. Schumacher schaffte es seit seinem Comeback nicht einmal aufs Podest. Rosberg gelang das zwar einige Male, Siege blieben aber aus. In der Konstrukteurswertung belegte Mercedes in der vergangenen Saison abgeschlagen den vierten Rang (165 Punkte) hinter Red Bull (650), McLaren (497) und Ferrari (375).
Die drei Top-Teams sind in Jerez mit ihren neuen Autos auf der Strecke. Auch Mercedes-Verfolger Lotus drehte mit Rückkehrer Kimi Räikkönen am Steuer bereits Runde um Runde im sonnigen Andalusien. Der finnische Ex-Weltmeister fuhr prompt die schnellste Runde des Tages.
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