(ra) Auch wenn sie weiterhin das Schlusslicht der Liga bilden, sind die Oberliga-Handballer der TSF Heuchelheim am Sonntagabend für ihren engagierten und couragierten Auftritt gegen die SG Bruchköbel mit einem 25:25 (13:12)-Unentschieden belohnt worden
. Hört sich zunächst seltsam an, bedenkt man, dass die Gastgeber im Kellerduell gegen den Drittletzten viereinhalb Minuten vor Schluss noch mit 25:21 geführt und den Sieg dicht vor Augen hatten.
Bei genauerem Hinsehen wurde aber deutlich, welchen Unwägbarkeiten die Mannschaft von Trainer Jens Dapper getrotzt hatte. Dass den Bley, Rompf und Co. Tempo- und Rhythmuswechsel weitgehend fremd sind, sie in Drucksituationen taktisch noch einiges nachzuholen haben und im Positionsangriff die (helfende) Wucht aus der Distanz fehlt, weiß man in TSF-Reihen nicht erst mit Beginn der Premierensaison in der Oberliga.
Dennoch steckten die Blau-Weißen einen 6:11-Rückstand nach nur 19 Minuten durch Gäste-Taktgeber Tegaday Ramos-Nuez weg, ließen sich von einer zuweilen übertriebenen Bruchköbeler Schauspielerei (allen voran Vorsic und Guardabasso) nicht beeindrucken und wirkten in kompletter (!) Besetzung stabiler als der Kontrahent.
Was zur Folge hatte, dass mit Daniel Bley auf der weit vor- und gegen Bruchköbels Ideengeber Ramos Nuez eng mannbezogenen Position in der 5:1-Deckung der erwähnte Fünf-Tore-Rückstand ab der 20. Minute schnell aufgeholt war: Bley zum Ersten (Pass zu Steve Heimscheid, 9:11), Bley zum Zweiten (10:11-Siebenmeter), Bley zum Dritten (Gegenstoß-11:11, 27.).
Das Team des am Rande immer wieder lautstark auffallenden Gästetrainers Kazimir Balentovic kam mit der früh angeordneten Heuchelheimer 5:1-Variante überhaupt nicht zurecht. Hinzu kam ein halbes Dutzend erstklassiger Paraden von TSF-Keeper David Reimann, vor allem direkt nach Wiederanpfiff u. a. mit zwei »Dopplern« in der 34./35. bzw. 36./37. Minute. Das 21:15 von Kreisläufer Markus Schmidt in der 45. Minute nach Vorarbeit von Tobias Abel belegte, mit welcher Energie die TSF in der Deckung zu arbeiten verstanden und andererseits bei allen Problemfeldern im Angriff exakt dort die richtigen Nadelstiche setzten.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?