(fk) Es waren noch 35 Sekunden zu spielen, als Sven Wösthoff, Torwart des Handball-Regionalligisten HSG Pohlheim, den wohl entscheidenden Wurf des Spieles parieren konnte. In einer über die gesamte Spieldauer engen und umkämpften Partie sicherte der Hüne seiner HSG mit einem gehaltenen Siebenmeter kurz vor Schluss die Punkte 30 und 31 der Saison und die ersten beiden Zähler überhaupt gegen den TV Gelnhausen im vierten Vergleich der beiden Teams. Mit 25:24 (13:14) gewannen die Schützlinge von Interimstrainer Horst-Günter Schmandt so in der Barbarossastadt.
SIEBEN TREFFER steuert Daniel Hirz von der HSG Pohlheim zum Auswärtssieg beim TV Gelnhausen bei. (Archivfoto: ras)
»Sven hat uns den Sieg gerettet«, freute sich Betreuer Volker Schneider nach der kräftezehrenden Partie in Gelnhausen, während Schmandt seiner Mannschaft eine gute Leistung attestierte und sich über den nicht mehr zu nehmenden dritten Rückrundenplatz freute.
»Die Runde, die wir spielen, ist einfach sensationell«, jubelte der Übungsleiter, der mit seiner HSG nach dem Sieg das angekündigte Ziel »einen Punkt aus Gelnhausen zu entführen« übertreffen konnte. Dabei fanden die Pohlheimer nur schwer in die Begegnung und liefen bis zur 50. Minute fast ständig einem Rückstand hinterher. Nach dem 3:3 in der siebten Minute durch Christian Schäfer, der eine starke Leistung ablieferte, gingen die Gastgeber mit 6:4 in Führung. Auch der kurzzeitige Anschlusstreffer zum 5:6 durch Daniel Hirz sorgte bei der Handballspielgemeinschaft aus dem Gießener Südosten nicht für die nötige Sicherheit. Heiko Trinczek erhöhte die Gelnhausener Führung mit einem verwandelten Siebenmeter auf 9:6 (20.).
»Wir sind ganz schlecht in die Partie gestartet und haben erst mit zunehmender Spieldauer langsam zu unserem Spiel gefunden«, gestand Trainer Schmandt ein. Gut möglich, dass es die Pohlheimer verpassten, frühzeitig den Respekt vor der mit 720 Zuschauern gefüllten Halle abzulegen und durch die großartige Atmosphäre in ihrem Spielfluss gehemmt waren. Nach 20 Minuten sorgte der verletzungsbedingte Ausfall von Benni Billek, der aufgrund von Rückenproblemen passen musste, für weitere Kopfschmerzen auf der Pohlheimer Bank. Fortan spielte Daniel Hirz auf der Mittelposition, der seine Rolle vor allem in der zweiten Halbzeit aber sehr gut ausfüllte. Schon vor der Pause verkürzte der bewegliche und quirlige Hirz mit einem Doppelschlag auf 13:14.
Nach dem Wechsel gestaltete sich die Begegnung sehr ausgeglichen, auch wenn der TVG über weite Strecken stets mit einem Treffer im Vorsprung war. Thomas Schäfer erzielte in der 45. Minute den 18:19-Anschlusstreffer, doch Gelnhausen antwortete mit zwei Treffern in Folge und baute die Führung wieder aus.
Nun kam aber die stärkste Phase der Gäste. Mit sechs Toren in Folge und einer überragenden Abwehrarbeit zogen die Schmandt-Schützlinge auf 25:22 davon. Hirz jagte den Ball in der 56. Minute zum siebten Mal in die Gelnhausener Maschen und brachte die HSG in eine hervorragende Ausgangsposition. Der TVG gab sich in den letzten Minuten allerdings nicht geschlagen und kam auf 24:25 heran, ehe 35 Sekunden vor Schluss die Stunde von Sven Wösthoff schlug. »Ich denke der Sieg war verdient. Wir haben gegen Ende unseren konditionellen Vorteil ausspielen können und auch aufgrund der starken Deckungsarbeit zwei Punkte mitnehmen können«, ließ Schmandt die enge Partie nach dem Abpfiff noch einmal Revue passieren.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?