Als gemeinsame Aufsteiger haben die TSG Wieseck und der VfB 1900 Gießen mit Beginn der Saison 2009/2010 den weißen Fleck des Sportkreises Gießen auf der Fußball-Landkarte der Verbandsliga Mitte getilgt. Während das Stadtderby in der letztjährigen Gruppenliga-Saison gleich zu Beginn auf dem Terminkalender stand, mussten die Fans eine Klasse höher bis zum 13. Spieltag auf das Duell (heute, 14 Uhr) der beiden Nachbarvereine warten. Im Vorfeld der Partie standen die Trainer Ottmar Wagner (TSG Wieseck) und Stefan Hassler (VfB 1900 Gießen) der AZ Rede und Antwort.
Ottmar Wagner: »Pierre Chabou würde auf meinem Zettel ganz oben stehen.«
Was ist für sie der persönliche Reiz dieses Derbys?
Stefan Hassler: »Grundsätzlich hat für mich jedes Spiel die gleiche Bedeutung - ich möchte es gewinnen. Eines unserer Ziele ist es, der beste Aufsteiger der Saison zu sein. Aus diesem Grunde wäre es natürlich schön, wenn wir die TSG auf Distanz halten könnten. Für den Sportkreis Gießen ist es eine schöne Veranstaltung, die hoffentlich wieder viele Zuschauer lockt.«
Ottmar Wagner: »Auch in diesem Spiel werden lediglich drei Punkte vergeben. Die Partie für sich hänge ich nicht so hoch auf. Wichtiger ist das Ergebnis am Ende. Beide Mannschaften haben unterschiedliche Voraussetzungen. Während der VfB 1900 um die Plätze zwei bis fünf spielt, haben wir den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben. Doch im Fußball ist alles möglich, so dass wir selbstverständlich um den Sieg ringen werden.«
Wo sehen Sie die Stärken bzw. die Schwächen des Derbygegners?
Wagner: »Die Stärken des VfB 1900 liegen vor allem im offensiven Bereich. Dort sind sie mit Claudius Weber und Sebastian Bubbel sehr stark besetzt. In der Defensive hat der VfB 1900 mit Pierre Chabou einen Ausnahmespieler, der kaum Fehler macht. Wie er dies ohne Fouls regelt, ist erste Sahne. Wenn die beiden Stürmer nicht treffen, haben sie aber ein Problem. Dann kann der VfB 1900 auch mal verlieren, wie die Spiele in Schröck (1:2, Anm. d. Red.) und Breidenbach (0:1, Anm. d. Red.) beweisen.«
Hassler: »Das große Plus der TSG ist ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Hier ist in den letzten Jahren etwas zusammengewachsen. Die Elf tritt auch in Spielen, in denen es nicht so gut läuft, als Einheit auf. Es ist eine gut harmonierende Truppe, die niemals aufgibt. Wenn man einen Schwachpunkt benennen soll, so ist dies vielleicht die Tatsache, dass die TSG keinen herausragenden Spieler besitzt. Ich persönlich sehe dies aber sogar als Stärke an.«
Welchen Spieler ihres Gegners würden sie sich in ihrer Mannschaft wünschen - und wieso?
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