Wenn man so will, dann outete sich der FV Bad Vilbel für den im Kampf um die Aufstiegsrelegation bis dato noch aussichtsreich im Rennen liegenden Verbandsliga-Vierten Viktoria Griesheim als Spielverderber. Jedenfalls bedeutete das 4:4 (3:2)-Remis, mit dem sich die Südhessen am Freitagabend vor eigenem Publikum gegen die in der Offensive bärenstarke Mannschaft von FV-Coach Andreas Pfaff zufrieden geben mussten, wohl das Ende aller Hoffnungen, in der kommenden Saison Hessenliga-Status genießen zu können
Die Trauer darüber hielt sich freilich in Grenzen, denn auch in den Reihen der Griesheimer Verantwortlichen steht man einem sportlich wie finanziell unattraktiven Dasein im hessischen Fußball-Oberhaus eher skeptisch gegenüber. Der FV Bad Vilbel, im Gesamtklassement Tabellen-Siebter mit nunmehr 46 Zählern auf dem Konto, braucht sich mit Gedanken dieser Art bekanntlich nicht mehr zu befassen. Weshalb, wurde beim für diese Runde letzten Auswärts-Auftritt der Brunnenstädter mal wieder deutlich: Die Grün-Weißen hatten alle Trümpfe in der Hand und den Sieg vor Augen, mussten sich jedoch angesichts eines von Viktoria-Mittelfeldspieler Martin Schwarz in personeller Unterzahl erzielten Treffers, der in der Nachspielzeit fiel, mit einem Teilerfolg begnügen.
»Partien dieser Art, also Spiele, in denen wir quasi ohne Not Punkte liegen gelassen haben, ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Meisterschaftsrunde«, zeigte sich FV-Coach Andreas Pfaff aus eben diesem Grund zunächst mal enttäuscht. Später dann, beim gemütlichen Fachsimpeln mit Griesheims Trainer Rainer Kolitsch, präsentierte sich der Bad Vilbeler Übungsleiter weit besser gelaunt: »Ein tolles Spiel war’s allemal. Die Zuschauer sind voll auf ihre Kosten gekommen.« Und was die Darbietungen der eigenen Leute betraf: »Kein Vergleich mit dem planlosen Gekicke vor Wochenfrist gegen Anspach.« Diesmal sei Engagement, Biss und der Wille, selbst das Heft in die Hand zu nehmen, klar erkennbar gewesen: »Das Offensivspiel klappte phasenweise hervorragend.«
Diesem Statement zuzustimmen, fiel nicht weiter schwer: Nuh Uslu und Redouane Saroukh, die als Sturmspitzen im Griesheimer Abwehr-Verbund für jede Menge Durcheinander sorgten und nicht von ungefähr jeweils zwei Treffer markierten, brillierten mit hoher Effektivität. Dahinter, in der Schaltzentrale, glänzte Philipp Groda mit guter Übersicht und tollen Pässen.
Jens Paetzold, Grodas Partner beim Spielaufbau, bewegte sich auf ähnlichem Niveau. Dennoch so gut wie sicher: Der Freistoß- und Eckball-Spezialist wird das Niddasportfeld verlassen. »Er und Volkan Sungun spielen in unseren Planungen für die kommende Runde keine Rolle mehr«, bestätigte FV-Klubchef Domingo Correa-Perez vor Ort auf eine diesbezügliche Anfrage. Welchen Vereinen sich beide anschließen, ist freilich noch nicht raus: Jens Paetzold wird bei der SG Bruchköbel und auch beim Gruppenligisten Spvgg. 05/99 Bad Homburg hoch gehandelt, Volkan Sungun ist beim Hessenligisten Rot-Weiß Frankfurt im Gespräch.
In diesem Zusammenhang ebenfalls von Bedeutung: Fatih und Nuh Uslu müssen sich nach Auskunft des FV-Spielausschussvorsitzenden Marcus Dippel diese Woche definitiv entscheiden, ob sie in Bad Vilbel bleiben oder gehen wollen: »Ansonsten sind unsere Personal-Planungen für die Saison 2010/2011 weitgehend abgeschlossen.« Als Neuzugänge unter Dach und Fach: Robert Cue und Christian Männel vom KSV Klein-Karben sowie Mohamed Maach und Haris Sejdovic vom Klein-Karbener Hessenliga-Rivalen Viktoria Urberach.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?