(jms) »Wir können die Erfolgsserie nicht ewig aufrechterhalten. Irgendwann wird es uns erwischen«, hatte Jan Gorr, Trainer des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg, schon vor Wochen gesagt. Von Sieg zu Sieg war seine Mannschaft damals geeilt. Die Euphorie um den »unglaublichen« TVH war riesig. Spätestens nach der 32:35 (15:18)-Niederlage beim TV Korschenbroich kehrt aber wieder etwas Normalität beim Traditionsklub ein.
ZWEITE NIEDERLAGE: Der TV Hüttenberg - mit Tomasz Jezewski (l.) und Andreas Lex - unterliegt beim starken TV Korschenbroich mit 32:35. (Archivfoto: Friedrich)
(jms) »Wir können die Erfolgsserie nicht ewig aufrechterhalten. Irgendwann wird es uns erwischen«, hatte Jan Gorr, Trainer des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg, schon vor Wochen gesagt. Von Sieg zu Sieg war seine Mannschaft damals geeilt. Die Euphorie um den »unglaublichen« TVH war riesig. Spätestens nach der 32:35 (15:18)-Niederlage beim TV Korschenbroich kehrt aber wieder etwas Normalität beim Traditionsklub ein. »Wir haben über weite Strecken nicht die richtigen Antworten gefunden. Uns ist es nicht gelungen, unsere Qualität ins Spiel einzubringen«, sagte Gorr. Bereits im ersten Spiel ohne Mario Weber (Kreuzbandriss) machte sich das Fehlen des Spielmachers bemerkbar. Optionen auf der Mitte fehlten, zudem stand Hüttenbergs bislang so gute 3:2:1-Deckung im Rheinland nicht gut. Dennoch - bitte nicht vergessen - thront der TVH weiter an der Spitze.
»Meine Mannschaft hat gekämpft. Doch das war zu wenig, weil wir uns zu lange Phasen gegönnt haben, in denen wenig funktioniert hat«, analysierte Gorr. Doch auch die zweite Niederlage in Serie lässt den Übungsleiter nicht unruhig werden: »Wenn ich es nüchtern betrachte, ist es kein Drama. Wir haben zu Hause gegen die Topmannschaft Friesenheim und nun auswärts gegen eine richtig gute Mannschaft verloren. Aber wir müssen daraus lernen.« Korschenbroich erwies sich als unangenehmer Gegner, auch weil die Breuer-Brüder Simon und David zusammen 17 Treffer beisteuern konnten. Selbst ein zwischenzeitliches Umstellen auf eine mannbezogene 5:1-Deckung konnte an dieser Tatsache nichts ändern.
Dabei legte der Spitzenreiter gut los. Tomasz Jezewski und Florian Laudt brachten den TVH in der zwölften Minute mit 8:6 in Front. Alles lief nach Plan. »Die Anfangsphase war okay. Doch dann hatten wir einen Riss«, meinte Gorr, der anschauen musste, wie die flinken Gastgeber in der 21. Minute durch Mathias Deppisch das 12:10 erzielten. In einer Auszeit versuchte der Trainer seine Jungs neu einzustellen, doch getragen von der guten Stimmung in der mit 1200 Zuschauern besetzten Waldsporthalle schaffte es der TVK kurz vor der Pause durch Jörn Ilper vom Kreis aus, auf 18:15 davonzuziehen.
In einer wichtigen Phase waren die Hüttenberger besonders anfällig: Wie schon in der Vorwoche gegen Friesenheim missglückte der Start in den zweiten Abschnitt gänzlich. Korschenbroich kam durch Fehler im schlecht strukturierten TVH-Angriffspiel zu Kontern. So konnte sich der zehnfache Torschütze David Breuer in der 36. Minute über das 22:16 freuen, das vorentscheidenden Charakter hatte.
Doch Aufgeben wollte der TVH nicht. Geduldig und ruhig ging es weiter. Gorr schenkte nun Jonas Faulenbach und Florian Billek das Vertrauen. »Fauli«, wie der junge Rückraumstratege Faulenbach in der Mannschaft genannt wird, netzte in der 53. Minute zum 27:30 ein. Nur wenige Sekunden später konnte Andreas Lex den Treffer zum 28:30 markieren. Doch Korschenbroich ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Der erfahrene Ilper setzte nach dieser Aufholjagd mit seinem Treffer zum 32:28 (54.) ein Zeichen. Deppisch erhöhte gar auf 33:30 (57.) Das Spiel war gelaufen. Letztlich steuerte auch Billek noch zwei Treffer bei, die beim Gast Hoffnung für die Zukunft machten. Mit dem Blick auf den weiteren Saisonhöhepunkt lässt sich die Niederlage leicht ertragen. Am kommenden Sonntag (18 Uhr) schnuppert der TVH gegen Delitzsch in der Wetzlarer Rittal-Arena »Bundesligaluft«. Auch wenn Gorr wusste, dass die Serie irgendwann reißen würde, so will der ehrgeizige Coach natürlich weiterhin oben mitspielen. Dafür steht in der kommenden Woche ein Schlüsselspiel an.
TV Korschenbroich: Bauer, Leclaire; Deppisch (7), Gelbke, Kasal, David Breuer (10/4), Simon Breuer (7), Görden (2), Markus Breuer, Piske, Marquardt (1), Ilper (5), Rommelfanger (3).
TV Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Andreas Lex (2), Faulenbach (1), Laudt (6), Stelzenbach (1), Jezewski (10/4), Rigterink (1), Stefan Lex (1), Scholz (3), Bepler (2), Langenbach (2), Billek (3), Stock.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?