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»Unter den Möglichkeiten geblieben«

Artikel vom 01.11.2009 - 20.39 Uhr

»Unter den Möglichkeiten geblieben«

Die unbeliebte Aufgabe, sich mit Niederlagen befassen zu müssen, war den Fußballern des FV Bad Vilbel im bisherigen Saisonverlauf erfreulicherweise nicht allzu oft beschieden, und eben deshalb lief’s für die Brunnenstädter ab August auch ausgesprochen rund. Hatte der heimische Verbandsligist tatsächlich mal verloren, konnte man stets konstatieren: Es wäre mehr drin gewesen, weil sich das Team von FV-Coach Andreas Pfaff mit den jeweiligen Siegern, also den Mannschaften des SV Darmstadt 98 II, der Spvgg. Neu-Isenburg und des SC Viktoria Griesheim, leistungsmäßig auf Augenhöhe bewegte und lediglich wegen individueller Fehler, die man jungen Spielern durchaus zugestehen darf, den Kürzeren zog. Vergangenen Freitag, angesichts der 0:2-Pleite beim TGM SV Jügesheim, war das anders.
Alexander Weigand und der FV Bad Vilbel verlieren nach der schwächsten Saisonleistung.
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Alexander Weigand und der FV Bad Vilbel verlieren nach der schwächsten Saisonleistung.
Mag sein, dass die Brunnenstädter im Rodgauer Stadtteil mit ein wenig mehr Glück durchaus ein torloses Remis hätten erreichen können, weil die spielentscheidenden Treffer der Gastgeber erst spät fielen, nämlich in der 82. und 85. Minute durch Hakan Cesur und Viktor Krist. Doch an der Tatsache, den Jügesheimer Erfolg als absolut verdient zu bezeichnen, gab’s dennoch nichts zu rütteln, denn die Vollmar-Elf besaß klare Vorteile in Sachen Spielaufbau, kämpferisches Engagement und Tordrang. Gekonnt heraus gespielte Möglichkeiten suchte man auf Bad Vilbeler Seite jedenfalls vergeblich, denn Jens Paetzolds Freistoß, den TGM-Torwart Muzafer Dolovac in der 16. Minute prima parierte, und Fatih Uslus etwas verunglückte Rechtsflanke, die als freilich gefährliche Bogenlampe nach 52 Minuten die Querlatte touchierte, als Ausdruck grün-weißer Spielkunst zu bezeichnen, wäre geradezu vermessen und würde den tatsächlichen Gegebenheiten nicht entsprechen.

»Unsere Offensive war eine ziemlich traurige Veranstaltung«, entrüstete sich Andreas Pfaff über die augenscheinliche Unfähigkeit seiner für den Aufbau nach vorne zuständigen Spieler, die es weder über links (Oleg Huwa) noch über rechts (Fatih Uslu) oder gar durch die Mitte (Jens Paetzold) verstanden, die ziemlich alleine gelassenen Sturmspitzen Nuh Uslu und Sven Kusebauch auch nur ein einziges Mal so in Szene zu setzen, wie man es aus vergangenen Partien des Wetterauer Verbandsligisten eigentlich gewohnt war.

Jügesheim präsentierte sich diesbezüglich viel munterer, versuchte ab der ersten Minute, die bis weit in die zweite Hälfte allerdings recht stabil wirkende Bad Vilbeler Abwehr mit exakten Pässen aus den Angeln zu heben. Und so kam’s, dass Kevin Hoffmann und Patrick Hoffmann - in fast allen Fällen durch den überragenden Mittelfeld-Regisseur Mato Papic auf die Reise geschickt - durchgehend flanken durften, wie sie wollten. Ihr Pech: In der Mitte fanden sich zunächst keine Abnehmer, weil insbesondere die Bad Vilbeler Innenverteidiger Steven Cue und Paul Britze sehr resolut und kompromisslos zur Sache gingen.

Wurde es im Bad Vilbeler Strafraum dennoch brenzlig, rettete FV-Keeper Bugra Dursun in höchster Not (zwei Mal gegen Hakan Cesur), stand der Pfosten Pate (Lattenkracher Papic), oder bewahrte die höchst mangelhafte Schusstechnik von Kister (59.) und Manega (70.), die das Leder jeweils freistehend über Dursuns Kasten jagten, den Gast aus der Wetterau vor Schlimmerem. Kurz und gut: Dass ausschließlich der Jügesheimer Elf Tore vergönnt sein würden, war mit zunehmender Spielzeit jedem der rund 120 frierenden Fans klar - auch jenen 30, die es mit den Bad Vilbelern hielten.

Und dennoch: Den Jügesheimer Führungstreffer, markiert in der 82. Minute per Kopfball durch Hakan Cesur nach Kevin Hoffmanns Rechtsflanke, als halbes Bad Vilbeler Eigentor zu bezeichnen, verdeutlicht, dass die FV-Cracks einem Punktgewinn sehr nahe waren. Cesurs Glück: Keine erkennbare Abstimmung zwischen Steven Cue, der beim In-Fight mit Cesur nicht energisch genug dazwischen fuhr, und Torwart Bugra Dursun, der sein Gehäuse verließ, um den Ball abzufangen, ihn aber nicht zu fassen bekam, was sich prompt rächte. Der zweite Jügesheimer Volltreffer, für den Viktor Krist mittels knallharten Zwölf-Meter Schuss verantwortlich zeichnete, ließ nicht lange, nur drei Minuten, auf sich warten. Das Außergewöhnliche daran: So richtig mitbekommen hatten ihn die Wenigsten. Dichter Nebel tauchte das Rodgauer Sportgelände nämlich just zu diesem Zeitpunkt in schier undurchdringliches Hellgrau.

Andreas Pfaff mochte ohnehin nicht mehr hinschauen. Er hatte genug gesehen. »Unser Vorhaben, aus den drei Auswärtspartien gegen Obertshausen, Jügesheim und Bensheim sieben Punkte zu holen, müssen wir nach dieser Vorstellung, der schwächsten der laufenden Runde, abschreiben.« Von dem, was vorher besprochen worden sei, habe die Mannschaft so gut wie gar nichts umsetzen können: »Deshalb erübrigt sich die Einzelkritik. Alle elf Spieler sind unter ihren Möglichkeiten geblieben«. Uwe Born

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Artikel vom 01.11.2009 - 20.39 Uhr
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