(jms) Die Enttäuschung ist groß. Nach der Niederlage in Bietigheim mussten sich die Zweitliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg auch am Freitag mit einem ernüchternden Resultat begnügen. Beim Schlusslicht Leichlinger TV kam der Tabellenzweite nicht über ein 35:35 (15:18) hinaus. Bedenklicher als das Resultat war die Tatsache, dass Hüttenbergs Defenisve nicht gerade sattelfest stand. Jedenfalls fordern 68 Gegentreffer in zwei Spielen Verbesserungen in der Abwehr. Bis zum auf Freitag vorverlegten Heimspiel gegen den ThSV Eisenach hat Trainer Jan Gorr eine Menge Arbeit vor sich.
Jan Gorr, Trainer des TV 05/07 Hüttenberg, schwört seine Mannen in einer Auszeit ein. (Foto: ras)
Die Parallelen zur Niederlage in Bietigheim waren auch am Freitag unübersehbar. Auch diesmal konnte der TVH in der Frühphase ein Übergewicht erarbeiten - und wieder setzte es um die 15. Minute herum Nackenschläge. Nachdem Tomasz Jezweski mit einer Zeitstrafe das Feld verlassen musste (12.), sorgte David Kreckler binnen Sekunden mit einem Doppelschlag für die 8:6- Führung der kämpfenden Gastgeber. Das in der Winterpause verstärkte Team von Coach Frank Lorenzet spielte sich in der Folge in der Sporthalle »Am Hammer« in einen Rausch und entzückte die nur 200 Zuschauer mit gelungenen Aktionen. Anthony Pistolesi ließ den Underdog bei seinem Schlagwurf zum 15:12 jubeln. Vor allem dank des blitzschnellen Außen Kreckler und dem geschickten Lenker Valdas Novickis konnte der LTV den Favoriten bis zur Pause beherrschen. Kreckler warf mit dem Pausenpfiff die 18:15-Führung.
Für TVH-Coach Gorr zählte nach der Partie aber auch das Positive: »In der ersten Halbzeit haben wir schwach gedeckt. Aber im zweiten Durchgang war es die engagierte und gute Deckungs- sowie Torhüterleistung, die uns wieder in die Spur gebracht hat. Da waren wir dicht dran an unserem Ziel«.
Nach dem Wechsel agierte der Gast konzentrierter. Marc Langenbach setzte sich nach 37 Minuten auf der Außenbahn durch und netzte zum 20:20-Ausgleich ein. Per Siebenmeter zeichnete wenig später Sven Pausch zur Hüttenberger 21:20-Führung erfolgreich. Der TVH wurde nun mehr und mehr seinen Ansprüchen gerecht und drückte dem Match seinen Stempel auf, ohne aber im Defensivverbund stabil zu agieren. Dabei sah in der 46. Minute alles so gut aus! Kreisläufer Arne Rigterink traf zum 28:24 und setzte somit den Blinker zum Abbiegen auf die Siegerstraße. Lange bewegte sich der TVH auf dieser Auffahrt, um dann doch stehen zu bleiben. Stefan Lex’ Wurf landete in der 56. Minute in Überzahl zum 34:30 im Tor - noch war alles im Lot. Selbst nachdem Florian Korte in der 59. Minute auf 33:34 verkürzte, fand Pausch die richtige Antwort und schien 42 Sekunden vor dem Ende mit dem 35:33 die Vorentscheidung besorgt zu haben. Doch Christan Born (59:35) und Korte - sechs Sekunden vor der Ende - machten die TVH-Hoffnungen spektakulär zunichte. »Ich bin sauer, dass wir den Sieg leichtfertig verspielt haben«.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?