(pm) Beim zweiten Turnier der Saison in der Oberliga Süd gelang der Lateinformation der TSG Blau-Gold Gießen vergangenen Samstag ein sensationeller Erfolg. So ertanzten sich die Gießener in der ausverkauften Friedberger Seebachhalle hinter den Formationen Hofheim/Fischbach sowie aus Rüsselsheim den dritten Platz.
Dabei hatte das Turnier denkbar unglücklich begonnen. Bei der Auslosung zur Vorrunde zog die Blau-Gold Formation die ungeliebte Startnummer eins und kam in den zweifelhaften Genuss, das Turnier eröffnen zu müssen. Als zweite und dritte Mannschaft folgten die starken Teams aus Maintal und sowie Hofheim/Fischbach, an denen man sich nun messen lassen musste. Zudem hatte das Team aus Altenburg nach dem Misserfolg beim ersten Turnier drei Wochen zuvor auf die neu einstudierte Choreografie verzichtet und stattdessen das im letzten Jahr vertanzte Thema »Mea Culpa« wieder hervorgeholt, mit dem den Thüringern im Jahr zuvor der zweite Platz gelungen war.
Doch die Gießener ließen sich durch ihr fragwürdiges Losglück ebenso wenig aus der Ruhe bringen wie durch den überraschenden Themenwechsel der Altenburger. Souverän betraten sie die Tanzfläche und zeigten eine leidenschaftliche Darbietung ihres Themas »black is beautiful«, die keinen Zweifel daran ließ, dass das Team diesmal voll auf Angriff tanzte. Die TSG Blau-Gold wollte ins große Finale und wollte mehr als noch vor drei Wochen in Rüsselsheim, wo es nur zu einem fünften Platz gereicht hatte.
Die Darbietung verfehlte ihre Wirkung nicht. Nach der Vorrunde sahen alle fünf Wertungsrichter die Blau-Gold Formation im Großen Finale der besten fünf Mannschaften. Den Gastgebern vom TSC Niddatal gelang dieser Sprung nicht. Sie mussten im kleinen Finale mit den Altenburgern um Platz sechs tanzen. Die Thüringer, die die Endrunde dieses Mal nur knapp verfehlt hatten, entschieden diesen Vergleich eindeutig für sich und verwiesen mit allen fünf Einsen die Gastgeber auf den letzten Platz.
Als dritte von fünf verbliebenen Mannschaften musste die TSG Blau-Gold Gießen noch einmal auf die Tanzfläche. Getragen von den zahlreichen angereisten Fans und dem Heimpublikum, das nach dem Ausscheiden des Gastgebers die Nachbarn aus der Lahnstadt lautstark anfeuerte, zeigten die Gießener eine emotionsgeladene Darbietung ihres Themas. Man hatte nichts mehr zu verlieren und wollte sich nicht erneut mit dem fünften Platz zufrieden geben. Unter dem tosenden Applaus der Seebachhalle verließen die 16 Akteure schließlich die Tanzfläche. Nun hieß es Abwarten und Daumendrücken. Zwei Teams mussten noch auf die Fläche, bevor die fünf Wertungsrichter von der Tribüne herabsteigen und ihre Wertungstafeln hochhalten würden.
Schnell war klar, dass die beiden Teams aus Rüsselsheim und Hofheim/Fischbach die vorderen Plätze unter sich ausmachen würden. Mit der Wertung 2-1-1-1-1 konnte die Formationsgemeinschaft aus Hofheim und Fischbach dieses Duell klar für sich entscheiden und verwies die Rüsselsheimer mit der Wertung 1-2-2-2-2 klar auf Rang zwei. Dann waren die Gießener dran. Jubel und Freudengeschrei brachen aus, als die Richter ihre Wertungstafeln emporhoben. Tänzer lagen sich in den Armen, vereinzelt flossen sogar Freudentränen. Mit 5-3-5-3-3 hoben die Unparteiischen das Gießener Team um die Trainer Michael Nied und Alice Trabert-Shobeiri auf Platz drei. Damit hatten sich die Mittelhessen vor die Teams aus Viernheim (Platz vier: 4-4-3-4-5) und Maintal (Platz fünf: 3-5-4-5-4) gesetzt, die beim vorigen Turnier noch die Plätze drei und vier erlangt hatten. In der Ligatabelle kletterten die Gießener damit auf Platz vier und haben nur noch einen Punkt Abstand auf die Viernheimer.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?