(jms) »Wir waren arrogant, hochnäsig und einfach nicht gut genug. Obwohl wir wussten, dass Heuchelheim besser ist als der letzte Tabellenplatz, haben wir nicht gut genug gespielt. Für uns war das eine richtungsweisende Niederlage, denn jetzt ist der Zug nach oben erst einmal abgefahren«, meinte der enttäuschende und erboste Andreas Klimpke. Der Trainer des Handball-Oberligisten HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II musste über 60 Minuten ansehen, wie die TSF Heuchelheim im spannenden Derby mit einfachsten Mitteln die ersten Punkte der Saison ergatterten. Am Ende sicherte sich das Team von Trainer Jens Dapper einen 24:21 (9:10)-Erfolg in Münchholzhausens Sporthalle - und feierte das ordentlich.
Im Griff hat der Heuchelheimer Christian Rompf seinen Gegner Hendrik Schaus. (Foto: Vogler)
»Ich hatte von der ersten Minute an das Gefühl, dass uns Dutenhofen nicht ernst nimmt«, sagte Dapper. Im ersten Abschnitt gelang es den TSF, die Partie offen zu gestalten und dem Favoriten vor allem in der Deckung den Schneid abzukaufen. Allen voran ein ehemaliger Dutenhofener konnte den ersten 30 Minuten den Stempel aufdrücken: Christian Rompf. Er traf viermal in Folge zum 9:7 (26.), musste aber kurz darauf das Feld verlassen - mit der dritten Zeitstrafe. »Das war ein bisschen hart. Die ersten beiden Strafen waren vertretbar. Die Dritte ein Witz«, meinte der Rotsünder.
Doch auch ohne den Leistungsträger verlor Heuchelheim nicht die Linie. »Dass Rompf rausmusste, hat bei Heuchelheim dazu geführt, dass sie noch größeren Willen gezeigt haben«, vermutete Klimpke. Neben Rompf, der in seiner Einsatzzeit für Glanzpunkte sorgte, überzeugte bei den Gästen auch der starke Oldie zwischen den Pfosten. Dapper: »Michael Rocksien hat ein ganz starkes Spiel gemacht. Er war ein großartiger Rückhalt.« Der Keeper verhinderte in der Dutenhofener Sturm-und-Drang-Phase zwischen der 45. und 52. Minute einige Gegentore und auch, dass die HSG mit vier Toren davonziehen konnte.
Nachdem Dennis Abel nach einer guten Kombination zum 19:16 (48.) einnetzte, herrschte Stille bei den Anhängern der Heuchelheimer. Auch Mario Allendörfers sehenswerte Einzelaktion, die in der 49. Minute zum 20:17 führte, trug nicht zum Optimismus bei den TSF bei. Zwei Rocksien-Paraden weckten die Gäste aber wieder auf. Und als der flinke Daniel Bley zwei Gegenstöße zum 19:20 (52.) einnetzte, keimte wieder Hoffnung auf. »Gerade in der Schlussphase hat meine Mannschaft bravourös gekämpft. Das hat Spaß gemacht. Nach all den Niederlagen tut uns dieser Sieg so richtig gut«, meinte Dapper, der Bleys Ausgleichstreffer zum 20:20 (54.) auf der Bank ausgelassen bejubelte. Sein Kollege Klimpke schickte nun mit Timm Schneider, Mario Allendörfer, Timo Ludwig und Sebastian Weber vier Spieler mit Bundesliga-Ambitionen aufs Parkett, doch mehr als Schneiders wuchtiger Wurf zum 21:20 (55.) kam nicht dabei heraus. Nach Jochen Henß’ Ausgleich versetzten die Gäste dem Favoriten das Aus. Fehmi Kaplan sorgte für die Führung (58.) und Henß wenige Sekunden später für die 23:21-Vorentscheidung. Heuchelheims Björn Hofmann konnte sein Glück nicht fassen: »Wir haben eine tolle Leistung gezeigt. Unter der Woche hatten wir eine Sitzung, in der wir uns ausgesprochen haben. Das war eine gute Maßnahme, von der wir profitiert haben. So kann es bleiben.«
HSG Dutenhofen/M. II: Scholz, Schomburg; S. Weber (3), Mario Allendörfer (3), Pausch, Schaus (1), P. Schneider (1), T. Weber, Agel (2), Marc Allendörfer (3), Ludwig (2/2), Avemann (1), Wagner (1), Grundmann, T. Schneider (4/2).