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Storm und Chevtsov bügeln letzte Falten raus

Artikel vom 31.03.2008 - 21.35 Uhr

Storm und Chevtsov bügeln letzte Falten raus

(mac) Trainer Iouri Chevtsov und Geschäftsführer Thorsten Storm sind beim Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen derzeit am Bügeln. »Wir haben die Mannschaft vor der Saison praktisch im ersten Hauptwaschgang mit den vielen Zugängen durchgeschleudert, jetzt haben wir noch ein paar knittrige Hemden übrig«, beschreibt Storm den Ist-Zustand des aktuellen Tabellenfünften, der sich vorgenommen hat, in Kürze das Top-Trio des Oberhauses mit Kiel, Flensburg/Handewitt und Hamburg zu sprengen, sich in dieser Saison aber phasenweise noch selbst im Weg steht.
BRECHER: Giorgos Chalkidis Qualitäten sind in der Handball-Bundesliga bei der HSG Wetzlar vorne und hinten wieder gefragt.	(Foto
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BRECHER: Giorgos Chalkidis Qualitäten sind in der Handball-Bundesliga bei der HSG Wetzlar vorne und hinten wieder gefragt. (Foto: ras)
»Wir sind noch keine Einheit, deswegen haben wir zum Beispiel gegen Kiel einfach noch keine Chance«, erklärt Storm vor dem Gastspiel seines Klubs am morgigen Mittwoch um 20 Uhr in der Rittal-Arena bei der HSG Wetzlar, vor der Storm - »Das ist ein heimstarkes Team, das sich unter einem sehr guten Trainer sehr stark entwickelt hat« -durchaus Respekt hat und die Aufgabe an der Lahn daher sehr ernst nimmt.

Dennoch ist die Ausgangslage für den Manager der Löwen klar: »Ich weiß, dass wir Favorit sind, denn wir haben viel mehr Qualität im Kader.« Das sieht auch Volker Mudrow, der Trainer der HSG Wetzlar, so. »Die Löwen haben große Ziele und das Personal dazu, diese zu erreichen. Alle Weltklassespieler, die nicht in Kiel, Hamburg oder Flensburg spielen, spielen dort«, lobt der HSG-Coach, der sich freut, dass seine Spieler einmal mehr die Gelegenheit haben, sich mit den besten Akteuren der Welt zu messen. »Gegen solche Teams haben wir die Möglichkeit, als Mannschaft zu wachsen. Nur gegen solche Spieler können wir eine Qualitätssteigerung erreichen«, erklärt Mudrow, der auch gegen die »Weltauswahl«, die sich hauptsächlich aus deutschen und polnischen Nationalspielern zusammensetzt, keine großartigen Modifikationen am bisher erfolgreichen Spielsystem seiner Mannschaft vornehmen will: »Ich vertraue meinem Geheimrezept: Gut decken.«

Den 38-Jährigen plagen aber Personalsorgen. Rückraumspieler Alois Mraz (Kapselprellung am Daumen) wird wohl auf die Zähne beißen, ein Einsatz von Marius Kasmauskas (Schultereckgelenk) käme noch zu früh, Rechtsaußen Avishay Smoler (Muskelfaserriss) konnte nicht wieder richtig trainieren und steht für Mittwoch auf der Kippe. Dies gilt auch für Petar Djordjic. Der 17-jährige Sohn von HSG-Keeper Zoran Djordjic hat seine Sperre nach dem Wechsel vom TV Kirchzell zwar abgesessen, ist aber am vergangenen Donnerstag umgeknickt, so dass es sein könnte, dass der Eintrag in die Geschichtsbücher - erstmals würden in der Handball-Bundesliga Vater und Sohn gemeinsam auflaufen- eventuell verschoben werden muss. »Bei Djordjic und Smoler ist wirklich noch alles offen«, sagt Mudrow, gibt aber zu, Hoffnung auf ein Mitwirken der beiden Spieler zu haben.

»Man merkt Petar an, dass er unbedingt spielen will. Andere würden Krücken benutzen, er wirft schon locker aufs Tor«, gibt Mudrow einen Einblick in das Training vom Montag, in dem er seine Mannschaft auf die Besonderheiten des Spiels der Löwen hingewiesen hat, die in Keeper Henning Fritz, den Abwehrrecken Oliver Roggisch, Andrej Klimovets und Christian Schwarzer, den Polen Marius Jurasik, Karol Bielecki und Gregorz Tkaczyk sowie den Außen Uwe Gensheimer und David Szlezak ihre Leistungsträger haben. Die Truppe, die beim Final Four um den DHB-Pokal am vergangenen Samstag im Halbfinale am THW Kiel gescheitert war, sagte daraufhin das Spiel um Platz drei ab und erntete so den Unmut der Fans. »Das war keine populäre Entscheidung, aber es war nötig, da viele Spieler nicht oder nur mit medizinischer Hilfe hätten spielen können«, sagt Storm, der sich mittlerweile mit einem offenen Brief bei den Anhängern für die »schlechte Kommunikation« entschuldigt hat. »Wir sehen keinen Unterschied, ob wir im EHF- oder im Europapokal der Pokalsieger spielen«, erklärte Storm, warum sein Team durch die Absage von vorneherein auf eine mögliche Teilnahme am nächsten Pokal der Pokalsieger - in diesem Wettbewerb treffen die Löwen am Samstag im Halbfinal-Hinspiel auf BM Valladolid -verzichtete und fügt an:»Wir trauen uns zu, Fünfter zu werden«, was die EHF-Pokalteilnahme bedeuten würde.

»Mit dem Final Four auf dem Buckel« und Valladolid vor Augen kommen die körperlich angeschlagenen Löwen nach Wetzlar, wo sie erwartete 4000 Zuschauer und eine erstmals auf die Beine gestellte grün-weiße Fan-Choreografie begrüßen werden. »Wir müssen auf die Zähne beißen, Handballer sind hart im Nehmen. Der Traum vom Europapokal-Finale befreit uns eben nicht von Liga-Aufgaben«, sagt Storm, der sich für den Fall einer Niederlage in Wetzlar vorsorglich mal eine Dose »Bügelfrei« einpacken sollte.

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Artikel vom 31.03.2008 - 21.35 Uhr
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