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»So kann man in der Bundesliga nicht bestehen«

Artikel vom 02.02.2009 - 09.15 Uhr

»So kann man in der Bundesliga nicht bestehen«

Vladimir Bogojevic starrte nach dem Spiel fasziniert auf den Scoutingbogen - aber nur auf die obere Hälfte, in der die statistischen Werte von Alba Berlin aufgelistet waren: »Man muss sich nur einmal Albas 22 Assists anschauen. Dann weiß man, in welch beeindruckender Manier die Berliner sich heute nach ihrer letzten Europaliga-Niederlage gegen uns den Frust von der Seele gespielt haben.« Weiter unten auf die Gießener Statistik mochte der neue Gießener Headcoach gar nicht schauen. Da hatte er schon während des Spiels genug gesehen. Die 46ers bezogen beim Deutschen Basketball-Meister Alba Berlin eine klare 77:98-Niederlage, die gut und gerne auch hätte höher ausfallen können, wenn die Berliner nicht im letzten Viertel auf Autopilot geschaltet hätten, um ihren Sieg gemütlich über die Runden zu schaukeln.
ZWISCHEN DEN BERLINERN Ansu Sesay (Nr. 9) und Julius Jenkins (r.) kommt Gießens Shootingguard Michael Umeh bei der 77:98-Bundesl
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ZWISCHEN DEN BERLINERN Ansu Sesay (Nr. 9) und Julius Jenkins (r.) kommt Gießens Shootingguard Michael Umeh bei der 77:98-Bundesliga-Auswärtsniederlage angeflogen (r.). (Foto: Camera4)
»Ich hatte die Hoffnung, dass wir heute ein ebenbürtiger Gegner sein könnten - und wir haben uns dementsprechend vorbereitet«, gestand Bogojevic nach dem Spiel - und zumindest in den ersten Minuten konnten die 7812 Zuschauer in der O2 World das auch sehen. Obwohl die Berliner mit nur einem Center (Adam Chubb) auf den langen Positionen angreifbar schienen, ließ Bogojevic sein Team überraschend in einer kleinen Formation (mit Johannes Lischka auf Position vier und Corey Rouse auf der fünf) starten, was durchaus funktionierte.

Die abstiegsbedrohten Gießener wirkten mit sehr enger und aggressiver Verteidigung sogar etwas wacher als die Berliner und hielten die Partie in den ersten Minuten ausgeglichen (6:6). Das ungewöhnliche taktische Spielchen mit den Mismatches ging weiter: Als die Berliner ihrerseits auf eine kleine Aufstellung umschalteten und die 46ers mit Florian Hartenstein und Gerrit Terdenge längere Leute ins Spiel brachten, stand es nach Heiko Schaffartziks erstem Dreier immer noch unentschieden 11:11.

Der erste Bruch kam jedoch ins Spiel, als die 46ers gegen Ende des ersten Viertels auf eine Zonenverteidigung umschalteten, die die Berliner überhaupt nicht beeindruckte: Mit zwei Dreiern in Folge sorgte Immanuel McElroy noch vor der Viertelpause für Albas 23:15-Führung. Der zu Beginn des zweiten Viertels eingewechselte Julius Jenkins erhöhte, völlig ungestört an der Dreierlinie allein gelassen, auf 28:17 - Auszeit Gießen und Rückkehr zur Mann-Mann-Verteidigung, die aber den Berlinern jetzt auch nichts mehr anhaben konnte. Erst einmal ins Laufen gekommen, fand Alba auf alles, was die Gießener jetzt noch versuchten (und das war bis auf ein paar Lebenszeichen von Heiko Schaffartzik, Corey Rouse und Maurice Jeffers jetzt nicht mehr allzu viel), eine Antwort.

»Unsere Aggressivität hat leider nur für die ersten fünf Minuten gereicht, und dann hat Alba das Heft einfach in die Hand genommen«, sah Bogojevic da schon, wie ihm alle Felle davonschwammen. Ein neuer Versuch, mit einer Zonenverteidigung Albas Rhythmus zu stören, ging wieder voll nach hinten los: Alba traf wieder von außen und nahm eine beruhigende 50:32-Führung mit in die Halbzeitpause.

»Was ist eigentlich mit Robert Maras«, fragte sich beim Halbzeitbier so mancher Berliner, der sich auf das Wiedersehen mit dem früheren Alba-Center gefreut hatte. Nun, Robert Maras griff erst nach der Pause ins Geschehen ein - und auch diese kleine Überraschung Bogojevics zeigte durchaus Wirkung. Wenn die Anspiele auf Maras klappten, hatte die mehr oder weniger centerlose Berliner Verteidigung kein wirkliches Mittel, um Gießens kräftigen Riesen am Punkten zu hindern. Maras markierte Gießens erste vier Zähler nach der Pause, und nach eiskalten Dreiern durch Heiko Schaffartzik und Michael Umeh stand es nur noch 54:42.



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Artikel vom 02.02.2009 - 09.15 Uhr
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