(lad) Offizieller Auftakt in die Saison 2010/11 beim FSV Fernwald: die seit Jahren ranghöchste Fußballmannschaft des Kreises Gießen lud am Samstagnachmittag zum öffentlichen Training auf dem Steinbacher Sportplatz ein. Nach dem Training der neu geformten Hessenligamannschaft bestritten eine
Steinbacher Allstar-Mannschaft zurückliegender Zeiten und eine
AH-Auswahl aus Lich, Allendorf und Linden ein Einlagespiel, bevor
anschließend die aktuellen Kader der ersten und
der zweiten Mannschaft Fernwalds vorgestellt wurden.
Hoch das Bein: Burim Gashi (l.), Dominik Völk und Co. bei Kräftigung und Koordination. (Foto: ras)
»Wir haben mit Daniyel Bulut einen fachlich kompetenten neuen Trainer gewonnen, dem mit Richard Fraatz ein sehr guter Fitness- und Rehatrainer an der Seite steht. Wir haben viele junge Neuzugänge, die alle das Zeug haben, den Sprung zu schaffen, und die miteinander und mit dem Trainer harmonieren. Die sind alle heiß auf das erste Spiel«, erwartet Stefan Munzert aus der sportlichen Leitung des FSV mit Spannung den ersten Spieltag der neuen Runde, der am 30. Juli mit einem Heimderby gegen den SC Waldgirmes vonstatten gehen wird. Auch der erst 29-jährige Bulut, Inhaber der A-Lizenz, freut sich auf seine erste Spielzeit als Trainer im Seniorenbereich: »Bis jetzt läuft es wirklich gut. Von den Typen her ist die Mannschaft eine gute Mischung aus erfahren und jung, vor allem unser Sturm ist stark. Nur hinten bräuchten wir noch einen erfahrenen Innenverteidiger.«
Auf dem Feld zeigte der FSV Fernwald schließlich, dass das seit drei Wochen täglich durchgeführte Training und das dreitägige Trainingslager in Kirchhain ihre Wirkung tragen: Trotz der müden Beine zeigten die Athleten im Trainingsspiel sieben gegen sieben auf verkleinertem Spielfeld ihr Können im Kurzpassspiel und im Zweikampf. Auch die Torhüter - der bundesligaerfahrene Sven Schmitt und der junge Neuzugang Phillip Mundine - demonstrierten hier ihre Stärke ein ums andere Mal. Zuvor hatte Torschusstraining auf dem Programm gestanden. Bis auf den im Urlaub weilenden Kais Gouri wirkten alle Akteure in diesem Training mit, nur Neuzugang Jerry Sampaney erlitt einen leichten Bänderriss und wird eine Woche pausieren müssen. Alle übrigen Neuzugänge - Volkan Vural, Ahmet Marankoz, Christopher Schadeberg, Dominic Herbert, Kian Golafra, Julian Buß, Daniel Erben und Phillip Mundine - erfreuen sich bester Gesundheit, ebenso wie der verbliebene Stamm des Teams.
Danach zeigten die Oldies, dass auch sie noch mit dem Leder umgehen können. Zwar waren die Bewegungen im 2x20 Minuten dauernden Einlagespiel nicht ganz so rund und flink wie bei den jungen Spielern zuvor - gelegentlich meinte man einen Knochen knirschen zu hören -, doch viele der Altstars zeigen auch heute noch eine gute Ballbehandlung und ein Auge für den Mitspieler. Allen voran waren dies auf Fernwälder Seite Dietmar Schäfer Manfred Großhaus und Peter Schulz, die ihr technisches Können kaum verlernt hatten. Letzterer war sogar speziell für diese Feierlichkeit aus seinem Wohnort Singapur angereist. In der ersten Halbzeit war Fernwald drückend überlegen und hatte ein großes Chancenplus, während der Gästesturm meist am FSV-Abwehrspieler Michael Wontka hängen blieb. Aber erst in der letzten Spielminute vor dem Seitenwechsel schoss Stefan Erben das verdiente 1:0, indem er den gegnerischen Abwehrspieler zum Torerfolg tunnelte.
In der zweiten Halbzeit erhöhte Jörg Becker mit einem satten Schuss aus 25 Metern zum 2:0, bevor die Gäste erwachten. Eine Riesenchance für Lich/Allendorf/Linden hatte Nouri Raad, dessen Lupfer aber von der Latte abprallte. Der Nachschuss blieb an Torwart Andi Kammer hängen. Eine Minute später war es erneut Raad, der für Gefahr sorgte, diesmal aber den Pfosten traf. Überraschend fiel nun das 3:0 für Fernwald mit einem Mittelsdistanzschuss von Werner Mucher, dem nur eine Minute später das vorentscheidende 4:0 durch einen weiteren Powerschuss von Jörg Becker folgte. Die Gäste trafen nun noch einmal die Latte, woraufhin Raad den Nachschuss allein vorm Tor versemmelte, bis schließlich Dietmar Schäfer den Schlusspunkt zum 5:0 setzte. Über ein solches Ergebnis im Auftaktspiel gegen Waldgirmes würde sich sicherlich auch die Hessenligamannschaft nicht beschweren.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?