Im Spiel zwei abstiegsgfährdeter Mannschaften der Fußball-Hessenliga unterlag der FSV Fernwald beim VfB Marburg mit 0:1.
Dem Fernwalder Daniel Damm (r.). fährt hier Kai Ranke (VfB Marburg) in die Parade. (Foto: Sinkel)
(se) So sieht der Abstiegskampf in der Fußball-Hessenliga aus. Knapp 400 Fußball-Freunde konnten sich am Samstag im Marburger Stadion an der Gisselberger Straße davon überzeugen, dass der gastgebende VfB und der FSV Fernwald ab Ende dieser Saison nicht weit von den Positionen entfernt stehen, die den Abstieg in die Verbandsliga zwingend nach sich ziehen. Allerdings haben die Marburger gegenüber dem FSV inzwischen die wesentlich günstigere Ausgangsposition, denn sie liegen nach dem 1:0-Erfolg im Aufeinandertreffen inzwischen fünf Punkte vor den Fernwaldern, die ihrerseits lediglich zwei Punkte mehr auf dem Konto haben als der Vorletzte OSC Vellmar oder der 1. FC Schwalmstadt (17.).
»In der nächsten Woche werde ich die Schuhe putzen und den Pass beantragen...«, übte sich hinterher FSV-Trainer Stephan Belter in leichtem Sarkasmus. Belter hat trotz der mäßigen Vorstellung seiner Mannschaft und der bitteren Niederlage seinen Humor nicht verloren. Das ist auch gut so, denn der Trainer wird angesichts der personellen und der sportlichen Situation diesen auch noch benötigen, um die kommenden schweren Aufgaben mit seiner Mannschaft zu meistern. So saßen auf der Bank neben Ersatztorwart Rene Gübler lediglich zwei Auswechselspieler, zum anderen ist der FSV auf den Relegationsrang abgerutscht. Am nächsten Samstag geht es zum 1. FC Schwalmstadt; wieder ein Gastspiel bei einem Klub, der ganz tief im Abstiegskampf steckt.
In Marburg präsentierte sich der FSV Fernwald zunächst als eine Mannschaft mit einem gewissen spielerischen Format. Der Ball lief im ersten Abschnitt ganz ordentlich in den eigenen Reihen, doch ging von den Gästen kaum Torgefahr aus. Beiden Teams merkte man an, dass Leistungsträger fehlen. Während der FSV vor der Pause seine Möglichkeiten herauszuspielen versuchte, probierten es die Marburger allzu oft mit langen Bällen. Das sollte sich über die gesamte Distanz als das probatere Mittel herausstellen. »Wir haben in der 92. Minute zum ersten Mal aufs Marburger Tor geschossen«, klagte hinterher Stephan Belter. »Das war zu dünn, um das Spiel noch zu drehen.«
In der Tat, nach dem vielversprechenden Auftakt mit zwei Möglichkeiten baute der FSV mehr und mehr ab. Zum ersten Mal kamen die Marburger durch Masih Saighani zu einer Torchance, doch dessen Kopfball nach einer Ecke von Marlon Schick strich knapp über das Gästetor. Wenig später setzte der Marburger Jean-Michel Kleemann den Ball aus 18 Metern an die Querlatte. In der 20. Minute besaßen die Gäste erneut eine nennenswerte Möglichkeit, doch Sven Diedrich verfehlte das Marburger Gehäuse denkbar knapp. Wenig später köpfte Dominik Völk einen Damm-Eckball über das Marburger Tor. Während die Marburger nach wie vor mit überfallartigen Angriffen den Torerfolg suchten, versuchten es die Gäste mit ihrem Kurzpassspiel. Doch immer wieder landeten die Bälle bei den Marburgern, die gegen Ende des ersten Durchgangs klare Chancen besaßen. In der 44. Minute scheiterte Kleemann an FSV-Torhüter Kamber Koc, der in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter (Schrod an Eberling) von Masih Saighani abwehrte und seine Mannschaft vor einem Pausenrückstand bewahrte.
Die Marburger kamen nach dem Wechsel mit viel Elan aus der Kabine und drückten mit aller Macht auf den Führungstreffer, und der ließ dann nicht lange auf sich warten. In der 53. Minute erlief sich Kleemann am rechten Flügel den Ball, ließ zwei FSV-Abwehrspieler stehen und gab Koc mit einem Flachschuss ins lange Eck das Nachsehen. Danach bemühte sich der FSV, wieder Linie ins eigene Spiel zu bringen, zu bringen doch durch Fehlpässe brachten sich die Fernwalder immer wieder um eigene Chancen. »Die Mannschaft hat Moral gezeigt und alles probiert«, lobt Belter hinterher seine Schützlinge, musste dann aber feststellen: »Es hat daran gemangelt, dass wir uns keine Chancen herausgespielt haben.«
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?