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Riesenschritt Richtung Ligaerhalt für 46ers

Artikel vom 24.04.2010 - 10.00 Uhr

Riesenschritt Richtung Ligaerhalt für 46ers

Was für eine Leistung: Mit 89:70 (33:32) besiegten die LTi Gießen 46ers am Freitagabend die Brose Baskets aus Bamberg und machten einen großen Schritt in Richtung des Klassenerhalts in der Basketball-Bundesliga. Mit Standing Ovations feierten die 3870 Fans in der Osthalle ihre Mannschaft, die ohne Spielmacher Lorenzo Williams, aber mit einer herausragenden Leistung in der zweiten Halbzeit die wichtigen zwei Punkte sicherte.
MIT GROSSEN SCHRITTEN Richtung BBL-Erhalt: Gießens Cheftrainer Vladimir Bogojevic (l.) und sein »Co« Gerald Wasshuber bedanken s
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MIT GROSSEN SCHRITTEN Richtung BBL-Erhalt: Gießens Cheftrainer Vladimir Bogojevic (l.) und sein »Co« Gerald Wasshuber bedanken sich nach dem 89:70-Heimsieg gegen die Brose Baskets Bamberg bei den Spielern. (Foto: Vogler)
Die Gießener begannen die Partie bereits stark: Nach elf Sekunden hatte Heimkehrer Anton Gavel sein erstes Foul kassiert, wenige Sekunden später sorgte Joe Werner nach schönem Durchstecker von Maurice Jeffers für das 2:0. Mit einer Zonenverteidigung hielten die 46ers die Gäste vom Korb weg, die ersten drei Offensivaktionen der Franken waren Dreipunktversuche, die allesamt ihr Ziel nicht fanden. Erst nach einer Auszeit beim Stand von 7:0 (2.) traf Gavel den ersten Wurf zum 3:8. Die Mannschaft von Trainer Vladimir Bogojevic ließ sich jedoch davon nicht beirren, setzte sich weiter ab auf 12:3 (Max Weber, 5.). Mitverantwortlich dafür war das gute Rebounding: Vor allem am eigenen Brett ließ Gießen keine zweiten Chancen zu. Doch auch die anderen Leistungen, ob offensiv, defensiv oder kämpferisch, stimmten: Dank zweier Punkte von Jeffers mit der Sirene führten die 46ers nach dem ersten Viertel 20:9.

Ein erstes Highlight nach der Pause lieferte Kevin Johnson, als er Bambergs Youngster Karsten Tadda auf Ringniveau abräumte. Doch die Offensive der Gießener agierte weniger glücklich, sodass der Vorsprung langsam wieder schmolz. Beim 21:14 (14.) sah Bogojevic sich gezwungen, sein Team neu einzustellen. Ein Aufreger dann 3:35 Minuten vor der Halbzeitpause. Ein angebliches Offensivfoul von Elvir Ovcina brachte Bogojevic so in Rage, dass Referee Markus Hesse den Cheftrainer der Gießener mit einem technischen Foul belegte. Die Freiwürfe und den folgenden Ballbesitz nutzten die Gäste, um auf 24:25 zu verkürzen. Jeffers brachte mit einem Dreipunktspiel wieder etwas Luft zwischen die Teams (28:24, 18.), konnte aber nicht verhindern, dass die Bamberger kurz darauf erstmals die Führung übernahmen (28:29, 18.). Zu viele Fehler bestimmten in dieser Phase das Spiel der Gießener, doch wieder war es Jeffers, der mit der Sirene traf und die 33:32-Führung zur Halbzeit sicherstellte.

Die 46ers kamen voller Tatendrang aus der Kabine: Vier Freiwurftreffer ließen den Vorsprung auf 37:32 (22.) anwachsen, ehe vier Gavel-Zähler Bamberg wieder in Schlagdistanz brachten. Mit viel Applaus belohnten die Fans die Blocks Nummer zwei und drei von Johnson, der erst Elton Brown beim Mitteldistanzwurf abräumte, ehe er Mark Worthingtons Dreierversuch an den Absender zurückschickte. Zur Hälfte des Viertels gelangen Jeffers dann die ersten Gießener Punkte aus dem Feld - vor dem 43:39 (25.) waren alle acht 46ers-Zähler des Viertels von der Freiwurflinie erzielt worden. Während die Gießener defensiv nun eine Raumdeckung spielten, übernahm in der Offensive Viktor Jacovic viel Verantwortung und erzielte sieben wichtige Zähler, unter anderem per Dreier zum 58:51 (29.). Der letzte Schuss gehörte aber wieder den Gastgebern, die durch Jeanty das 60:53 erzielten. Ein Wurf von der eigenen Dreierlinie, den Gavel danach traf, verließ die Hand des Slowaken Sekundenbruchteile zu spät.

Johannes Lischka war es vorbehalten, beim 66:53 (32.) die bis dato höchste Gießener Führung zu erzielen. Von Bamberg war kaum etwas zu sehen: Predrag Suput, MVP-Kandidat, blieb unsichtbar, einzig die zwölf Treffer von der 6,25-Meter-Marke hielten die Franken überhaupt im Spiel. Gießen dagegen war überlegen an den Brettern, verwandelte außerirdisch gut aus dem Zweierbereich (76 Prozent) und spielte vorne wie hinten clever. Vor allem aber spielte Gießen, wie Bambergs Coach Chris Fleming und Bogojevic nach der Partie übereinstimmend erklärten, mit Herz und Leidenschaft - jenen Eigenschaften, die am Wochenende zuvor in Ulm so schmerzlich vermisst wurden.

Einzig die schwache Chancenverwertung von außen und die Ballverluste trübten das Gesamtbild ein wenig. Zwei Minuten vor Schluss begannen dann die Siegeschöre der Fans: »Oh wie ist das schön«, »Niemals zweite Liga« und natürlich der Klassiker »Hier regiert der MTV« begleiteten die Laola, die zu diesem Zeitpunkt schon durch die Osthalle schwappte.

»Wir haben verteidigt«, analysierte Bogojevic nach dem Spiel. »Wir haben es geschafft, einen sehr guten Gegner fast aus der Zone herauszudrängen. Die Bamberger haben mehr Dreier als Zweier versucht, daran sieht man das sehr schön.« Doch die wahre Siegesformel der Gießener, die am Sonntag gegen Bonn den vorzeitigen Klassenerhalt perfekt machen können, war eine andere: »Das war ein Sieg der Einstellung und des Willens.« Martin Vogel

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Artikel vom 24.04.2010 - 10.00 Uhr
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