Nachdem bereits realisierten Klassenerhalt hatte das Trainerduo Dr. Jürgen Gerlach und Eckhard Weber zuletzt neue Reizpunkte gesetzt. HSG Bad Wildungen überholen, Fünfter werden und somit für alle Eventualitäten gerüstet sein, lautete die eindeutige Zielvorgabe für den TV 05 Mainzlar vor der schwierigen Auswärtspartie beim TuS Weibern. Doch in der Eifel zogen die mittelhessischen Zweitliga-Handballerinnen im drittletzten Hauptrundenspiel letztlich mit 28:34 (12:16) den Kürzeren.
Beim TuS Weibern konnten die Staufenbergerinnen allerdings nur in der Anfangsphase so richtig mithalten und partiell überzeugen. Ruta Latakaite traf in der elften Minute sogar zum 5:4 und sorgte für Hoffnung beim eigens in einem Fanbus angereisten Mainzlarer Anhang. »Wir haben es zu Beginn der beiden Hälften versäumt, die Führung deutlicher zu gestalten und davonzuziehen. Wir haben insgesamt eigentlich recht gut gespielt und an die letzten Partien angeknüpft. Doch im Spiel nach vorne haben wir uns insgesamt zu viele Fehler erlaubt«, meinte Mainzlars Co-Trainer Eckhard Weber, der seinem Team »mangelnde Präzision« vorwarf. Vor allem die Bindung zwischen Rückraum und Kreis funktionierte nicht wie zuletzt. Auch weil sich Gastgeber Weibern sehr gut auf die TVM-Topspielerin und Kreisläuferin Martina Halasova einstellte und deren Kreise stark einengte.
Die Mannschaft von Trainer Jan Reuland schaffte es am Samstagabend, alle störenden Nebengeräusche über die finanzielle Situation für 60 Minuten zu ignorieren und sich voll und ganz auf den Aufstiegskampf zu konzentrieren. Allen voran die schlagkräftige Simone Salz zeigte im Rückraum ihr enormes Potenzial. Die groß gewachsene und intelligente Rückraumspielerin traf wie im Hinspiel neun mal und wurde abermals zur Matchwinnerin. So traf Salz in der 21. Minute zum 11:8 für die kecken Gastgeberinnen und baute den Vorsprung wenig später gar auf 13:9 (24.) aus. Zur Pause traf Simone Salz per Knickwurf erneut zum 15:12 (30.) für Weibern.
In der Pause stellte Dr. Gerlach seine Schützlinge wieder gut auf den TuS ein. Denn der Tabellensechste kam durch Sophia Beplers Treffer zum 16:16 (35.). In einem abwechslungsreichen und für die 400 Zuschauer spannenden Match auf hohem Zweitliganiveau waren die Gastgeberinnen auch im zweiten Durchgang immer eine Nasenspitze voraus. So schraubten Nadja Zimmermann und Eva Frank die TuS-Führung wieder auf 19:17 (37.). Doch auch davon ließ sich der TVM nicht beeindrucken und kam zurück. Latakaite zimmerte die Kugel zum 21:21-Ausgleich vorbei an der österreichischen Nationaltorfrau Elisabeth Herbst (47.). Doch danach zog der Favorit das Tempo merklich an - in den letzten 13 Minuten hatte Mainzlar nichts mehr entgegenzusetzen.
»Ich muss leider von einer verdienten Niederlage sprechen. Weibern war einen Tick besser als wir«, ärgerte sich TVM-Teammanager Mario Schrödel, der mit seinem Team am Ende eine recht deutliche Niederlage quittieren musste. Für Weber waren die verlorenen zwei Punkte bei einem Spitzenteam der Liga kein Beinbruch: »Wir haben uns weitgehend sehr ordentlich präsentiert. In den entscheidenden Momenten hat uns ein bisschen die Cleverness gefehlt. Die Niederlage hat zur Folge, dass wir uns um den fünften Platz keine Gedanken mehr machen müssen, denn nun haben wir zwei schwierige Spiele gegen SG Bensheim/Auerbach und SC Riesa zum Saisonabschluss vor uns.«
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?