Gute Arbeit soll auch belohnt werden. Nachdem die ZweitligaHandballerinnen des TV 05 Mainzlar in den vergangenen Wochen meist durch couragierte Darbietungen und eine große Lernbereitschaft glänzten, steht an diesem Samstag (19.30 Uhr/ Sporthalle der CBES-Lollar) ein »Bonusspiel« für das Team aus Staufenberg an. Zu Gast in der vierten Runde des DHB-Pokal ist der DJK/MJC Trier - die »Miezen« aus der 1. Bundesliga. Die Vorfreude auf das Kräftemessen ist allerdings ein bisschen getrübt, denn die zuletzt überragende Martina Halasova kann nicht mitwirken. Die slowakische Nationalspielerin hat bereits zwei Spiele für die HSG Sulzbach/Leidersbach in dieser Pokal-Saison bestritten und ist daher nicht berechtigt, für einen anderen Klub in diesem Wettbewerb mitzumischen.
Nach dem Sieg in Beyeröhde wollen Nina Hess (links) und Laura Schmitt mit dem TV 05 Mainzlar auch im Pokal gegen Erstligist DJK MJC Trier Anlass zur Freude haben. (Foto Krschak)
(jms)
Als herben Verlust bezeichnet dies Mainzlars Co-Trainer Eckhard Weber, der sich mit Fakten über diesen personellen Rückschlag hinwegtröstet. »Wir haben in der Hinrunde auch gegen die Gegner gewonnen, die wir zuletzt geschlagen haben. Und da war Martina noch nicht bei uns«, meint der Finanzbeamte, der Dr. Jürgen Gerlach an der Seitenlinie assistiert. Ohnehin möchte das Trainerduo im Vorfeld keine allzu großen Erwartungen wecken. Trier? »Da haben wir eigentlich keine Chance«, meint Weber. Das Wort »eigentlich« zeigt einen Funken Hoffnung, der sich darin ausdrückt, dass »wir einen sehr guten und die Miezen einen sehr schlechten Tag erwischen müssten. Dann könnten wir das Spiel offen halten. Das wäre der Idealfall.«
Der Eindruck, dass sich der TVM in der Außenseiterrolle richtig wohl fühlt, täuscht nicht. Nach dem problemlosen 34:24-Auswärtssieg beim TV Beyeröhde haben sich die Spielerinnen erst einmal Luft im Zweitliga-Abstiegskampf verschafft und fortan die Berechtigung in der Liga ein kleines bisschen nach oben zu schielen. »Die Punktspiele haben absolute Priorität. Wir sind sehr froh darüber, dass wir an diesem Wochenende spielen, damit wir den Rhythmus nicht verlieren«, meint Weber, der nicht müde wird, auf die Stärken des Pokalgegners einzugehen. Vor allem auf der Königsposition ist der Gast aus Rheinland-Pfalz überaus stark besetzt.
Die 1,86 Meter große Nadja Nadgornaja ist mit einem knallharten Wurf und einer exzellenten Technik ausgestattet. Ohne die ebenfalls groß gewachsene Halasova wird es nicht leicht für die ansonsten eher zierliche TVM-Formation, die 21-jährige Topspielerin in der Deckung zu stoppen. Die Durchschlagskraft der »Miezen« ist ebenso auf der halbrechten Position vorhanden. Dort rackert Lydia Jakubisova, die mit ihren nur 1,69 Metern in der Lage ist, die Deckungsformationen gegnerischer Teams spielerisch aufzuwirbeln. Zudem besitzt die Slowakin ein feines Gespür für die Situation und kann Angriffe - oftmals auch mit guten Schlagwürfen - optimal abschließen. Mit Anne Jochin verfügen die Trierer zudem über eine clevere Spielmacherin, die sich ebenfalls durch einen starken Zug zum Tor und durch gute Anspiele an den Kreis auszeichnet. Zuletzt mussten sich die Trierinnen allerdings dem HC Frankfurt/Oder mit 29:34 geschlagen geben. Eine bittere Niederlage, denn die Brandenburgerinnen sind der Tabellennachbar und konnten sich durch den Sieg erst einmal ins Mittelfeld der ersten Liga absetzen.
Generell läuft es bei den Domstädterinnen nicht gerade optimal in dieser Saison. Vorletzte Woche entschieden sich die Verantwortlichen, einen neuen Trainer zu installieren und die bisherige Cheftrainerin Ildiko Barna von ihren Aufgaben zu entbinden. Der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund, Thomas Happe, ist seitdem für das defensivschwache Team verantwortlich. Happe fügte sich auch gleich mit einem Sieg gegen Sindelfingen ein, musste aber zuletzt mit ansehen, wie seine Truppe sich gegen Frankfurt zu viele Schnitzer in der Defensive leistete. Für Happe kommt das Pokalspiel in Mittelhessen gerade recht, um praktisch an der wackeligen Abwehr zu feilen: »Ich will von der Mannschaft mehr Engagement sehen. Im Zusammenspiel müssen sich noch einige Dinge ändern. Ganz wichtig ist, dass wir sicherer auftreten.«
Selbstbewusst werden in jedem Fall die Mainzlarerinnen ins Spiel gehen. Abgesehen von Halasova kann Dr. Gerlach personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Und Weber freut sich sowieso auf einen weitgehend stressfreien Abend: »Wir können ganz locker an die Sache herangehen. Druck haben wir keinen.« Doch wer weiß: vielleicht steigt auch Webers Enthusiasmus - wenn der Idealfall eintritt.
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