(lad) Der dritte Heimsieg in Serie war am Samstagabend für den Pro-B-Ligisten Licher BasketBären zum Greifen nahe, doch letztlich standen die Mittelhessen erneut mit leeren Händen da. In der 39. Minute führte das Team noch mit 70:68 in eigener Halle gegen den TSV Tröster Breitengüßbach, um letztlich mit 73:77 (33:40) zu verlieren. Dabei zeigte Lich eine solide und durchaus vorzeigbare Leistung, wurde aber jedes Mal nervös, wenn es sich die Führung erarbeitet hatte.
AB DURCH DIE MITTE geht der Licher Aufbauspieler Rolf Scholz, der die Lücke zwischen den Breitengüßbachern Peter Zeis (l.) und Daniel Leithner gefunden hat. (Foto: Wendling)
»Die Mannschaft hatte heute Angst vor dem Gewinnen - das ist so, wenn man unten drin steht. Würde die Mannschaft im Tabellenmittelfeld rangieren, hätten wir das Spiel gewonnen«, erklärt Lichs Trainer Gerald Wasshuber das Nervenversagen mit der Tabellensituation und der fehlenden Routine, als Führender in die Schlussphase zu gehen.
Mit der Niederlage verloren die Bären somit zum 13. Mal mit einer einstelligen Differenz, die in der großen Mehrheit der Fälle eine Siegchance bis kurz vor Schluss beinhaltete. Dass diese fehlende Abgebrühtheit mit einem Abstiegsplatz quittiert wird, ist entsprechend nur allzu logisch. Tatsächlich ist Lich nun nach der neuerlichen Niederlage in der Situation, dass es nach dem kommenden Wochenende bereits als sportlicher Absteiger feststehen könnte - und das satte sechs Spieltage vor Saisonende. »Lich gehört einfach in die zweite Liga und nicht in die Regionalliga. Schließlich haben wir uns endlich als Mannschaft gefunden und spielen guten und attraktiven Basketball. Wir haben nicht wie ein Absteiger gespielt und hätten den Sieg heute verdient gehabt«, kommentierte Wasshuber die vergebene Chance und den drohenden Abstieg.
In den Anfangsminuten präsentierte sich Lich allerdings tatsächlich wie eine Kellermannschaft: die Zuordnung fehlte, sodass die jungen und flinken Breitengüßbacher ihren Gegenspielern beinahe mühelos entwischen konnten, und trotz permanent dreier über zwei Meter großer Spieler auf dem Feld konnten sich die statischen Gastgeber kaum Rebounds schnappen. Die Folge war über ein 6:17 ein rascher 10:22-Rückstand nach acht Minuten. Thomas Fairley verkürzte immerhin noch zur Viertelpause auf 15:25. Im zweiten Viertel fanden die BasketBären die notwendigen Mittel gegen das körperbetonte und schnelle Spiel der Gäste und somit auch ins Spiel. Nach einer Viertelstunde stand es nach einem Dreier von Mychal Green nur noch 25:30, und auch beim Halbzeitstand von 33:40 war noch alles möglich. Nach dem Seitenwechsel kam schließlich die stärkste Phase Lichs, die dadurch begünstigt wurde, dass die Gäste ihr hohes Tempo nicht länger halten konnten. In der 33. Minute stellte Ralph Schirmer den Anschluss zum 38:40 her. Wermutstropfen war allerdings, dass Fairley in derselben Spielminute bereits sein viertes Foul beging und nun für volle zehn Minuten von seinem Coach auf der Bank für die Schlussphase aufgespart werden musste. Doch sein Fehlen schien dem Team nicht zu schaden: Innerhalb von drei Minuten gingen die Bären dank großen Kampfgeistes nach einem 42:46-Rückstand mit 53:48 in Führung - der ersten des ganzen Spiels. Diese verteidigten sie bis zum 59:53 (32.), doch dann begannen die Nervosität und das überhastete Abschließen, was zu einem Ballverlust nach dem anderen führte. Obwohl Breitengüßbach durch die Foulregelung gleich zu Beginn des Schlussviertels erst mit Erik Land seinen besten Mann und kurz danach auch noch Peter Zeis verloren hatte, fiel es Tröster nicht schwer, die Geschenke Lichs anzunehmen und bis zur 35. Minute einen 12:0-Lauf auf 65:59 hinzulegen. Ohne die beunruhigende Führung im Rücken spielten die Hessen nun wieder sicherer und gingen abermals mit 70:68 (39.) in Front - und verloren abermals die Nerven, die Bälle und schließlich auch das ganze Spiel.
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