(cso) Jubelnde Kinder stürmten das Feld in der Sporthalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich und konnten nur von den Ordnern wieder zu ihren Bänken am Spielfeldrand bewegt werden. Nach einer knapp 35 Minuten andauernden Aufholjagd gelang es den abstiegsbedrohten Licher BasketBären am Ende doch noch, die Partie am Samstag gegen den SC Rasta Vechta mit 102:98 (46:51) für sich zu entscheiden und damit den dritten Saisonsieg in der zweiten Basketball-Bundesliga Pro B einzufahren.
LICHS POWERFORWARD Peer Wente legt beim 102:98-Heimsieg in der Pro B gegen Rasta Vechta per Korbleger ab. (Foto: Schott)
»Jooo Lischkaaa«, dröhnte es dabei vor allem in der zweiten Hälfte immer wieder aus den Musikboxen an der Decke. Nicht nur der Licher Hallensprecher genoss jeden Korb von Rückkehrer Johannes Lischka in vollen Zügen. Auch die 600 Zuschauer hielt es beim dritten Saisonsieg ihres Teams am Ende nicht mehr auf den Sitzen.
Die Partie begann für die Hausherren wenig verheißungsvoll. Nach einigen Aktionen lagen die Gäste aus Vechta mit 5:0 in Front. Durch ein Goaltending sprachen die Refs den Lichern die ersten Punkte zu. Dennoch landete in der dritten Minute schon der dritte Dreier des Teams aus der Reiterstadt zum 12:2 in der Reuse der BasketBären. Zu Beginn suchten beide Mannschaften ihr Heil fast ausschließlich aus der Distanz, wobei sich der SC hier zunächst leichter tat. Gegen Ende des ersten Durchgangs bot sich den Gastgebern nach einem unsportlichen Foul der Niedersachsen die Möglichkeit, per Vierpunkte-Spiel auszugleichen. Da ihnen dies jedoch nicht gelang, zog der Tabellenelfte zum Viertelende auf sechs Zähler davon. Der seit wenigen Tagen mit einer Doppellizenz ausgestattete Johannes Lischka von den LTi Gießen 46ers trat bislang kaum in Erscheinung. Erst zu Beginn des zweiten Quarters hatte er seine ersten beiden Punkte zu verzeichnen und ließ diesen bis zur Pause weitere sieben folgen. Dennoch schafften die Licher (noch) nicht den Führungswechsel. Das lag nicht zuletzt daran, dass einige Unkonzentriertheiten zu einfachen Turnovers führten. Höhepunkt dieser Ballverluste war ein Fehlpass beim Einwurf von Mychal Green. Der Shootingguard der BasketBären hatte überdies eine weniger gute Quote aus dem Feld. Die zwischenzeitliche 47:37-Führung des SC Rasta (19.) verkürzte die Truppe von Lichs Trainer Gerald Wasshuber mit der Pausensirene noch auf fünf Zähler.
Nach vier schnellen Lischka-Punkten in Halbzeit zwei kassierte Wasshuber Mitte des dritten Viertels ein technisches Foul, sodass die Niedersachsen nun gar mit zwölf Zählern die Nase vorne hatten (26.). Mit dem Wente-Dreier zum 67:72 (29.) schöpften die Zuschauer allerdings wieder Hoffnung. Ralph Schirmer und der selbstbewusst auftretende Johannes Lischka (mit Double-Double: insgesamt 24 Punkte und 11 Rebounds) sorgten mit ihren Punkten sechs Minuten vor dem Ende für den ersten Ausgleich seit Spielbeginn. Als dann Robin Christen mit seinem einzigen Korb die Licher Führung herstellte und die Refs auf der Gegenseite auf Offensivfoul Vechta entschieden, stand die Halle endgültig Kopf. Vor allem Schirmer drehte bei den BasketBären jetzt auf und erzielte nahezu alle seiner 13 Punkte im Schlussviertel. Der nächste Wente-Dreier zum 92:83 war 1:34 Minuten vor dem Ende schon die Vorentscheidung. Danach waren die Licher von der Linie ausreichend sicher, um den Sieg in trockene Tücher zu wickeln. Ein glücklicher Wasshuber lobte nach der Partie die gute Teamleistung, bemerkte aber auch, dass zuletzt des Öfteren »Energie und die richtige Physis gefehlt« haben. »›Jo‹ hat genau diese Werte in unser Spiel gebracht.«
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?