(jth) Vom 10. bis 12. August werden sich die deutschen Leichtathleten gesammelt bei einem dreitägigen Kurzlehrgang in Kienbaum in der Nähe von Berlin auf die Weltmeisterschaften in der deutschen Hauptstadt einschwören. »Die Nationalmannschaft ist gerne hier. Manche Sportler verbringen pro Jahr fast genauso viel Zeit hier wie zu Hause«, sagte Jürgen Mallow am Dienstag im Rahmen des traditionellen Sommerfestes in Kienbaum.
Beatrice Marscheck hat trotz der Vorbereitungsstrapazen noch immer ein Lächeln parat. (Foto: ras)
Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen/SV Garbenteich hat auch schon ihre Koffer gepackt, denn die Athletin von Markus Czech wird zum ersten mal vor einem so großem Event ein Kurztrainingslager haben. »Bea wird danach wohl noch die ganze Zeit in Kienbaum bleiben. Erst drei Tage vor ihrem ersten Auftritt wird sie in das Athletenhotel nach Berlin reisen. Ich werde dann zwischen Kienbaum und einer privaten Unterkunft in Berlin pendeln, um sie zu trainieren und betreuen zu können«, so Trainer Markus Czech. Athletin und Trainer gehen positiv das WM Abenteuer an. »Sollte meinen Athletin in der Qualifikation einen Satz auf 6,70 m und mehr machen, kann sogar das Finale am Schlusstag winken«, so Czech.
Schon jetzt befinden sich Leichtathleten aus 20 Disziplinen in Kienbaum und bereiten sich konzentriert auf die Welttitelkämpfe vor. »Bis zur WM gibt es ein ständiges Kommen und Gehen«, sagte Jürgen Mallow. Das auch, weil ihnen in Brandenburg eine »Rundum-Versorgung« geboten wird, wie Klaus-Peter Nowack, Geschäftsführer des Bundesleistungszentrums (BLZ) Kienbaum, betonte. »Die Sportler finden hier beste Voraussetzungen.« Zu denen gehört ab sofort auch eine Kältekammer, die am Dienstag vorgestellt wurde. »Es ist bewundernswert, dass diese Kältekammer in nur fünf Monaten realisiert wurde«, sagte Thorsten Burmester, stellvertretender Abteilungsleiter Sport im Bundesinnenministerium (BMI), das das BLZ Kienbaum finanziell fördert. »Spätestens bis 2011 soll die Renovierung der kompletten Anlagen abgeschlossen sein«, schaute Klaus-Peter Nowack voraus. »Dann wird hier den Athleten eine der modernsten Anlagen zur Verfügung stehen«, betonte Thorsten Burmester.
»Es ist erstaunlich, wie sich das Modell Kienbaum entwickelt hat, nachdem es in den 90er Jahren noch nicht sicher war, wie es weitergehen soll«, sagte auch Dr. Hans-Georg Moldenhauer, Vorsitzender des Trägervereins Kienbaum. »Viele Sportarten finden hier hervorragende Trainingsbedingungen vor und besonders die Leichtathleten werden sich optimal auf die Weltmeisterschaften vorbereiten können.«
Auch in Berlin wird die WM in den kommenden Tagen immer spürbarer werden, versprach Heinrich Clausen, Geschäftsführer des Organisationskomitees der WM in Berlin (BOC). »Die Stadt wird gedresst«, kündigte er an. Sowohl Mega-Poster als auch Fahnen und dekorierte Häuser, Busse und Müllautos sowie Radiospots sollen die Menschen in der Hauptstadt auf das Event im August aufmerksam und Lust auf mehr machen. Das Stadtmarketing wirbt mit dem Slogan«Sei Welt, sei Meister, sei Berlin«.
Bei der WM in Berlin vertrauen Jürgen Mallow und Heinrich Clausen auf ein starkes deutsches Team. »In der deutschen Mannschaft steckt Potential, das hat sie dieses Jahr schon bewiesen«, sagte Jürgen Mallow. Und Heinrich Clausen ist sich sicher: »Der Stellenwert der Leichtathletik wird durch die WM noch einmal gesteigert.« Nach der Vorbereitung in Kienbaum werden die DLV-Athleten zwei bis drei Tage vor den jeweiligen Wettkämpfen nach Berlin in das Mannschaftshotel ziehen. Gesichert ist für die WM auch der Transport aller Athleten, Fans und Funktionäre. Während es derzeit in der deutschen Hauptstadt immer wieder Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr gibt, hat dieser zugesichert, während der Wettkämpfe für einen reibungslosen Transport zu sorgen.
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