(kkl) Nach vier Siegen in Folge verließ Fußball-Hessenligist SC Waldgirmes wieder als Verlierer den Platz. Bei Aufsteiger Eintracht Stadtallendorf unterlagen die Lahnauer mit 0:2 (0:0): Die Lahnauer hatten durchaus ihre Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Unter dem Strich stand ein Sieg des Aufsteigers, der seine Möglichkeiten konsequent nutzte, auch in kämpferischer Hinsicht alles gab und damit einen Trumpf des Gastes ausglich. Nach dieser Niederlage rutschte der SCW auf den fünften Platz ab, während Stadtallendorf auf den zwölften Platz vorrückte.
Nach einem Freistoß von Spielmacher Schappert zeigte der Ex-Waldgirmeser Olujic im Eintracht-Dress seine erste und einzige Unsicherheit im Spiel. Schappert schoss einen Freistoß druckvoll über die Mauer aufs Tor, und Olujic gab später zu, dass er den Ball schon im Netz sah, er patzte dennoch nicht vollkommen und klärte gerades o zum Eckball, der ebenfalls gefährlich werden sollte. Leif Langholz, mit neun Treffern einer der erfolgreichsten Torjäger der Liga, vergab mit seinem Kopfball eine weitere SCW-Möglichkeit (8.). Wenig später kam Patrick Neubert in aussichtsreicher Position frei an einen Ball nach einer weiteren Ecke heran, scheiterte aber an Olujic, der per Fußabwehr klärte. SCW-Trainer Thorsten Krick trauerte später den Chancen in der Anfangsphase hinterher: »Da müssen wir ein Tor machen, wer weiß, wie das Spiel dann läuft!« Dass es zur Pause noch 0:0 stand, lag aber nicht nur an den vergebenen Chancen der Waldgirmeser, auch die Stadtallendorfer hatten Hochkaräter auf dem Fuß, die nicht genutzt wurden. So scheiterte Mario Ellerich nach 18 Minuten frei vor Jörg Kässmann, und auch Kevin Bauerbach konnte kurz vor der Halbzeit nicht den Keeper der Lahnauer überwinden.
Für die Gäste hatte Denis Weinecker in der 20. Minute die 0:1 auf dem Fuß, doch auch er konnte seinen Schuss nur knapp neben dem Pfosten unterbringen. Insgesamt hatten die zuletzt so oft gelobten Stürmer Langholz und Weinecker nicht so viele Chancen, wie in den Spielen zuvor, was an der konsequenten Abwehrarbeit der Stadtallendorfer lag, die mit Neuzugang Schilhabl von Fernwald und seinen Mitspielern hinten sicher standen.
Im Angriff des Liganeulings tat man sich aber ebenfalls schwer. Hassler, der trotz seines kurzfristigen Wechsels zwischen den Kontrahenten, lautstark von den Waldgirmeser Fans beklatscht wurde, zeigte nur zu Anfang Ersatzmanndecker Gouri die Sporen, später tauchte eher er unter.
Der schon gegen Hünfeld doppelt erfolgreiche Saighani agierte sehr effektiv und brachte die Hausherren nach 60 Minuten in Führung. Saighani hatte sich in den Strafraum geschlichen und köpfte unbedrängt ein. Nach vier Siegen in Folge hatten die Stadtallendorfer in puncto Leidenschaft und letztem Engagement Vorteile und bestätigten wieder einmal, dass in der Hessenliga die Spiele oft über Einsatz und die Tagesform und nicht die spielerische Finesse entschieden werden. Den Sack zu machten die Gastgeber durch einen fragwürdigen Elfmeter in der 87. Minute. Steffen Schmitt ging gegen Fejz Hodaj im Strafraum in den Zweikampf, der Ex-Steinbacher ging zu Boden und bekam den Strafstoß durch Schiedsrichter Finke zugesprochen. Schilhabl verwandelte sicher, und bei allem Anrennen der Waldgirmeser konnten diese nichts Zählbares mehr erreichen Im Endeffekt ein Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe, wobei die Chancenverwertung ausschlaggebend war. Die Stadtallendorfer präsentierten sich von der Niederlage gegen Hünfeld sehr gut erholt, die Waldgirmeser konnten ohne Parson, Bloss (Grippe) und Andre Weinecker nicht an die letzten guten Leistungen anknüpfen und standen diesmal nicht mit Fortuna im Bunde.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?