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LTi Gießen 46ers bleiben in der BBL

Artikel vom 10.07.2009 - 00.01 Uhr

LTi Gießen 46ers bleiben in der BBL

Es war 18.10 Uhr, als Dr. Thomas Braumann, der Präsident der Basketball-Bundesliga, am Donnerstag den Sitzungssaal in der Film- und Medienfabrik Ludwigsburg verließ. Der aus Bremerhaven stammende Braumann räusperte sich und ging einige Meter auf die in einer Gruppe wartenden Christoph Syring, Vladimir Bogojevic und Jan Rathjen zu. Dann streckte Braumann Syring, dem Manager der LTi Gießen 46ers, die Hand entgegen und sagte »Glückwunsch«. In diesem Moment war klar: Auch in der 44. Saison würden die Gießener in der Eliteklasse des deutschen Basketballs antreten.
Der eigentlich sportlich abgestiegene Traditionsverein darf aufgrund einer Wildcard weiter in der BBL spielen. »Ich bin sehr, sehr erleichtert«, sagte der grinsende Syring wenige Minuten später, als er zwischen den Glückwunschtelefonaten aus Mittelhessen kurz Luft holen konnte.

Bremerhaven kann sich jedoch noch Hoffnung auf eine weitere Wildcard machen. Nach einer BBL-Mitteilung haben die Erstligavertreter jedenfalls eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen, da die Köln 99ers offenbar aktuell Überlegungen anstrengen, ob sie am Spielbetrieb der BBL-Saison 2009/2010 teilnehmen.

Das Los hatte entschieden, dass sich die 46ers als Erster von zwei Vereinen vor der Versammlung der Bundesliga-Manager präsentieren konnten. Neben Syring und Headcoach/Sportdirektor Bogojevic waren auch Gießens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann und Regierungspräsident Dr. Lars Witteck mit in die Barockstadt am Rande von Stuttgart gereist, um den Antrag des letzten verbliebenen Urgesteins der ersten Liga zu unterstützen. Während die Presse und die Vertreter der Eisbären Bremerhaven vor der Tür warten mussten, machten die Gießener ab 16.30 Uhr die Bedeutung des Basketballsports für die mittelhessische Metropole deutlich. Nach 45 Minuten öffnete sich dann die Tür, Eisbären-Manager Jan Rathjen trat vor seine BBL-Kollegen, dafür verließ die Gießener Delegation den Saal.

»Ich hatte vor acht Wochen meine Amtseinführung, aber da war ich lange nicht so nervös wie eben gerade«, machte Witteck, kaum aus der Tür getreten, klar, dass die Aufgabe auch für ihn keine alltägliche war. Haumann dagegen verbreitete bereits leichten Optimismus: »Der Herr Syring hat einen guten Vortrag gehalten.« Während die beiden Politiker versuchten, mit einem Snack die Wartezeit zu vertreiben, tigerten die beiden 46ers-Macher Syring und Bogojevic vor dem Saal auf und ab, zeigten aber beim Warten deutlich weniger Nervosität als zuvor die Konkurrenz aus Bremerhaven und ließen sich auch zu dem ein oder anderen Scherz hinreißen. Nach 35 Minuten des Wartens traten auch die Eisbären-Vertreter wieder heraus und ließen den im Saal verbliebenen 15 abstimmungsberechtigten Managern die nötige Zeit, sich auf einen Kandidaten für die 100 000 Euro teure Wildcard zu einigen.

Nachdem Braumann das »deutlich« ausgefallene Votum der Vereine bekannt gegeben hatte, begann zunächst eine Phase der uneingeschränkten Freude bei den Vertretern der 46ers. Während Bogojevic sich kurz danach auf den Heimweg machte, richtete sich Syring, nun wieder BBL-Manager, auf den zweiten Tag der turnusmäßigen Tagung der Vereinsverantwortlichen ein. Musste der Geschäftsführer der 46ers gestern vor der Entscheidung noch vor der Tür warten, ist er heute wieder berechtigt, Entscheidungen über die Zukunft der Liga mitzutreffen. »Nach all dem Kampf, den wir geführt haben, um den Karren 46ers wieder aus dem Dreck zu ziehen - wenn wir ausgerechnet dann in der zweiten Liga gelandet wären, dann hätte ich die Welt nicht mehr verstanden«, machte Syring seine Erleichterung deutlich.



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Artikel vom 10.07.2009 - 00.01 Uhr
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