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Kurswechsel erzwingen

Artikel vom 30.12.2009 - 09.00 Uhr

Kurswechsel erzwingen

Man muss die erste Saisonhälfte nun ja nicht schlechtreden. Nach 13:21 Hinserien-Punkten winkt der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga als Tabellen-12. noch immer ein bemerkenswerter 15:21-Punkte-Jahresabschluss und damit weiter die komfortable Situation, sich über Heimerfolge heute gegen TSV Dormagen (20.15 Uhr / Rittal-Arena) und - nach der EM-Pause - am 20. Februar gegen GWD Minden dauerhaft aus der Abstiegsregion fern zu halten.
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UNTER ZUGZWANG haben sich die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar mit der jüngst unbefriedigenden 1:11-Punkteserie gebracht. Zum Jahresabschluss und gleichzeitigen Rückrunden-Auftakt heute Abend um 20.15 Uhr gegen TSV Dormagen ist ein Sieg Pflicht, um in der Erstliga-Tabelle nicht weiter nach hinten gereicht zu werden. Kreisläufer Giorgos Chalkidis (20), dem zuletzt Zuordnung und Leichtfüßigkeit fehlten, dürfte sich dabei noch gerne an den überzeugenden Saisonstart im September mit dem 31:24-Erfolg bei der Wandschneider-Truppe erinnern. (Foto: Rolle)
(ra)

Andererseits muss zur Kenntnis genommen werden, dass die sechs Monate seit dem Vorbereitungsauftakt im Juli nicht spurlos an der Mannschaft vorübergegangen sind, neben dem Körper »auch der Geist müde« (Trainer Michael Roth) wird. Dies ist gleichfalls auch die Kernaussage von Detlev Zenk, dem Pressesprecher des heutigen Erstliga-Gastes TSV Dormagen. »Die Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch«, sagt er und kritisiert die Terminplangestalter, »aber nicht nur körperlich, sondern auch mental. Denn gerade in der Zeit um Weihnachten, in der man etwas zur Ruhe kommen sollte, haben wir vier dichtgedrängte Spieltage nacheinander.«

Roth und Zenk erklären damit unisono auch die Ergebnis-Kapriolen der letzten Wochen, als eben TSV Dormagen die Berliner Füchse mit 32:23 überraschte, HBW Balingen/Weilstetten die 39:37-Sensation gegen THW Kiel gelang und TSV Hannover-Burgdorf den TBV Lemgo düpierte (26:25). Der Wetzlarer Trainer stiehlt sich bezüglich der jüngsten 1:11-Punkte-Serie argumentativ zwar nicht davon, wenn er auf diesen Umstand verweist, erinnert aber schon daran, dass seine Mannschaft »im November gegen Berlin, Hannover und Nettelstedt die beste Saisonphase« hatte und dabei auch »ihr spielerisches Potenzial abgerufen« habe.

Deshalb ist es gerade heute gegen den Tabellenvorletzten TSV Dormagen an der Zeit für einen Kurswechsel. Die Erstliga-Kellerkinder haben sich mit Ausnahme des abgestürzten Schlusslichts GWD Minden im letzten Monat punktemäßig zwar noch einmal in Position gebracht und damit in Reichweite der Nichtabstiegsplätze, die HSG Wetzlar hat es - wie eingangs erwähnt - aber weiter selbst in der Hand, diese ordentlich auf Abstand zu halten.

»Ich denke, meine Mannschaft hat den Ernst der Lage erkannt«, hat Trainer Roth einmal die Problemzonen (Chancenverwertung, Innenblock, Kreis etc.) der letzten Partien klar ansprechen und zum anderen etwas Seelenmassage betreiben müssen. »Wenn wir gewinnen, kehrt auch wieder etwas Ruhe ein«, war der Handball-Herbst für den Coach (und nun auch Sportlichen Leiter) recht stürmisch. Aber sicher auch aufschlussreich: die Baustellen, die es in der nächsten Halbserie abzuarbeiten gilt, kennt der 48-Jährige nun ganz genau.



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Artikel vom 30.12.2009 - 09.00 Uhr
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