(sm) Nach dem Erfolg des letzten Jahres hatten die Organisatoren des zweiten ADAC Rallyesprints Pohlheim lange an einem neuen Kurs gebastelt und am letzten Wochenende eine Strecke präsentiert, die sehr anspruchsvoll, schnell und für die rund 1000 Zuschauer beste Plätze bot.
Platz neun belegen Sascha und Lisa Schneider (Lollar/Opel Kadett GSI). (Foto: Mertinke)
Und so war alles gerichtet für Motorsport der Extraklasse in
Mittelhessen, doch überschattet wurde die Veranstaltung am Samstag von
einem Unfall. Eine Zuschauerin wurde von einem schleudernden
Wettbewerbsfahrzeug erfasst und verletzt. Dazu die offizielle Mitteilung des Veranstalters: »In der ersten Wertungsprüfung kam eines der Wettbewerbsfahrzeuge beim Anbremsen einer Rechtskurve ins Schleudern und von der Strecke ab. Bevor das Fahrzeug zum Stillstand kam, wurde eine Zuschauerin erfasst. Die Veranstaltung wurde sofort unterbrochen, so dass die Rettungsmaßnahmen unverzüglich eingeleitet werden konnten. Durch den an der Strecke befindlichen Notarzt war eine medizinische Erstversorgung ohne Zeitverzögerung gewährleistet. Die Zuschauerin wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert und befand sich zu keiner Zeit in Lebensgefahr.« Wie zu erfahren war, erlitt die Frau eine Fraktur am Oberschenkel. Der Rallyesprint konnte nach Angaben der Rennleitung nach einer Stunde fortgesetzt werden.
Marco Koch/Stefan Assmann (AMC Hungen), die Vorjahressieger, hatten es erst mal gar nicht so leicht, das richtige Tempo anzuschlagen, denn ihre härtesten Konkurrenten, Markus Schmidt/Uli Weidauer (Heuchelheim/ Gießen/Ford Escort RS) waren im Ziel der ersten Wertungsprüfung (WP) nur um die Winzigkeit von 1,9 Sekunden hinter dem für den AMC Hungen startenden Marburger Team. Doch auch sie hatten etwas Pech, denn die Ölwanne und der Kühler hatten die Bodenwellen im Feld nicht schadlos überstanden, also Aufgabe. Damit rückten die Sieger des ersten Rallyesprints in Wolfhagen, Axel Nörenberg/ Marcus Kolitsch (AMSC Pohlheim/BMW M3), an die zweite Stelle - und bei den beiden folgenden Wertungsprüfungen zum schnellen Verfolger mit Bestzeit im letzten Lauf. Koch/Assmann brachten letztlich aber mehr als zehn Sekunden Vorsprung ins Ziel. Wiederum eine glänzende Vorstellung boten Reiner Hahn/Matthias Hofmann (MSC Horlofftal/ Mitsubishi Lancer. Nur vier Sekunden hinter der BMW-Besatzung war der dritte Gesamtrang ein ausgezeichnetes Ergebnis.
Die Klasse N3 (bis 2000ccm) mit reglementmäßigen Leistungssteigerungen und Verbesserungen in der Technik war mit zwölf Teams stark besetzt. Hier gab der Wächtersbacher Sven Hochwimmer auf Vauxhall Astra GTE den Ton an. Mit Respektabstand von sechs Sekunden folgten Sascha und Lisa Schneider (Lollar/Opel Kadett GSI), die im ersten Durchgang noch gleichauf lagen (Rang neun). Zwei Sekunden dahinter waren dann Andreas Heine/Volker Schneider (Bad Arolsen/Lollar/Opel Astra GSI) im Ziel. Eine weitere Sekunde danach folgten Marc Beilner/Christina Link (MSC Horlofftal),die im letzten Durchgang immerhin die zehntbeste Zeit fuhren (Rang elf). Nico Leschhorn/Dennis Wiessner (AMSC Pohlheim/Opel Kadett E) wollten mehr, doch ließ die Motorleistung nach - und das bedeutete nur Platz sechs und Gesamtrang 13. Lars Deyk/Dominik Durant (AMC Hungen/BMW 318is), Platz sieben und Gesamtrang 17, Jörg und Tanja Schlosser (AMC Hungen/BMW 318is) auf Platz acht und Gesamtrang 22, Horst Schmidt/Michael Hannes (Hungen/ BMW 318is) auf Platz neun und »Einsteiger« Dominik Steidl mit Peter Steidl (Seat Ibiza) aus Laubach mit Platz zehn rundeten die Klasse aus heimischer Sicht ab.
Carsten Hamel/Carsten Lemmer (Schwalmtal/Alsfeld) konnten vom Ausfall des vielmaligen Klassensiegers Lars Garten/Marina Winkler (AMSC Pohlheim/Honda) mit Antriebswellenschaden nicht profitieren und belegten trotz einer tollen Aufholjagd »nur« den dritten Platz in der H13 (bis 1600ccm). Die für den MSC Horlofftal startenden Nico und Daniel Czirpka (Opel Corsa A) legten zwar mit jeder WP zu, doch zu mehr als Platz sechs in der Klasse reichte es nicht. Auch die Neueinsteiger Christian Schuld/Benjamin Petersen (AMC Hungen) taten sich in der Klasse H15 (bis 2500 ccm) schwer, waren aber mit Platz vier zufrieden. Wegen einer geänderten Bremsanlage mussten Holger Axmann/Vanessa Magel (AMC Hungen/Opel Kadett E) in die H14 aufrücken und belegten Rang drei. Große Sprünge machten Daniel Vierheller/ Steffen Seibert (AMC Hungen/MSC Horlofftal) mit ihren Opel Kadett C, doch zu mehr als Platz fünf in der gleichen Klasse reichte es nicht.
Gute Zeiten fuhren Jens und Elke Hofmann (AMSC Pohlheim) in der Serientourenwagenklasse G19, in der außer sicherheitsrelevanten Veränderungen lediglich das Fahrwerk angepasst werden darf und die Klasseneinteilung nach Leistungsgewicht bemessen wird. Daniel Habicht/Mario Zettlitzer (ebenfalls AMSC Pohlheim/BMW 318is) hielten Respektabstand mit über zehn Sekunden Differenz. Jens Burkhard/Jonas Stegmann (Schöneck/Laubach) brachten ihren Audi A3 auf den dritten Platz vor den in der G 20 gestarteten Lars Müller/Michelle Brittner (AMC Hungen) und Marko Köhnert/Jan-Henry Burk (AMSC Pohlheim) auf VW Golf in der G17. Mit Berthold Hagenbücher/Olaf Günther (AMC Grünberg) auf Peugeot 306 in der G18 konnte ein Neueinsteiger einen Formanstieg verzeichnen.
Nichts zu verschenken, was die Platzierung anging, hatten Nils und Sina Hildebrandt (AMC Gießen/VW Polo). Obwohl das leistungsschwächste Gerät, wollte man in dem mit 47 Startern besetzten Feld schon Zeichen setzen. Rang 35 war respektabel.