(kam) Nachdem es der 46ers-Nachwuchs in der Jugend-Bundesliga (JBBL) den BBL-Herren gleichgetan und seine Partie am Sonntag ebenfalls verloren hatte, haben die U19-Basketballer der LTi Gießen 46ers das aus Gießener Sicht rabenschwarze Wochenende komplettiert. Gegen die bis dato sieglosen Young Dragons aus Quakenbrück unterlag die Truppe von Headcoach Toni Dirlic in eigener Halle mit 66:71 (28:28).
DIE LTI 46ERS JUNIORS um Sören Henkel (r.) verlieren ihr U19-Bundesliga-Heimspiel gegen die Young Dragons aus Quakenbrück (l., Florian Doeinck) mit 66:71. (Foto: Friedrich)
Vor rund 100 Zuschauern machte sich in der Sporthalle Ost vor allem das Fehlen von Spielmacher Falko Theilig bemerkbar, der für die Licher BasketBären in der ProB-Liga am Ball war. Gegen den punktlosen Kontrahent startete Dirlic zudem ohne Topscorer Robin Christen, dafür befanden sich mit Silas Rink und Robin Pflüger zwei neue Gesichter unter den ersten Fünf. Doch die Abstinenz eines Leitwolfs sollte sich schnell bemerkbar machen: Im Spielaufbau fehlte das Konzept, in der Verteidigung die Kommunikation - immer wieder mussten sich die Hausherren mit Notwürfen begnügen, weil die Angriffszeit abgelaufen war. Das erste Viertel entschied schließlich der eingewechselte Robin Christen zugunsten der Lahnstädter. Der Powerforward initiierte mit acht Punkten einen 11:0-Lauf, sodass nach zehn Minuten mit 17:7 zunächst die erwartet deutliche Führung von der Anzeigetafel leuchtete.
Doch das Aufbäumen währte nur kurz: Auch im zweiten Spielabschnitt zog sich offensive Ratlosigkeit wie ein roter Faden durchs Gießener Spiel. In einer zunehmend unansehnlicheren Partie reihte sich in der gegnerischen Hälfte ein Airball an den nächsten, während die 46ers-Verteidigung insbesondere Dragons-Pointguard Lennart Spellmeyer immer wieder gewähren ließ. Der bedankte sich von der Dreierlinie und führte sein Team zum 26:26 (20.).
Der zweite Durchgang bot dann zumindest besseren Basketball: Mit wesentlich mehr Körperspannung in der Verteidigung, Ruhe im Angriff und schnellerem Umschalten setzten sich die Gastgeber über einen 7:0-Lauf auf 41:37 (24.) ab. Wenig später glich der pfeilschnelle Spellmeyer mit einem Solo von Korb zu Korb und anschließendem Dreipunktwurf aber auf 45:45 (27.) aus, zwei Dreier von Dragons-Forward Andreas Rudi machten schließlich einen gegnerischen 13:0-Lauf perfekt. Gießen rettete sich mit einem Dreier von Christen in die Viertelpause (51:56, 30.). In der Endphase drehte dann mit Nico Hackmann auch der in dieser Saison bislang erfolgreichste Quakenbrücker Korbschütze auf - die Offensive der Mittelhessen dagegen limitierte sich nach wie vor auf Alleinunterhalter Christen. Zwar konnten 46ers-Center Sören Henkel mit einem Tip-in zum 62:62 (36.) und Christen per Drei-Punkte-Spiel auf 65:65 (39.) jeweils ausgleichen, doch war es erneut Dragons-Topscorer Spellmeyer, der auch in den Schlussminuten nicht zu stoppen war und seinem Team den umjubelten ersten Saisonsieg sicherte. Das war auch Juniors-Trainer Dirlic nicht entgangen: »Wir haben ihn einfach nicht in den Griff bekommen, waren aber generell in der Defense immer einen Schritt zu spät und haben schlecht geholfen«, monierte der 29-Jährige.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?