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In Steinfurth sollen nicht nur Rosen erblühen

Artikel vom 03.02.2010 - 12.07 Uhr

In Steinfurth sollen nicht nur Rosen erblühen

Mindestens 14 Pflichtspiele, die jede der insgesamt 20 Mannschaften im regionalen Fußball-Oberhaus, der Kreisoberliga Friedberg, bis Ende Mai noch zu absolvieren hat, sind gewiss eine ganze Menge und gravierende Verschiebungen im Gesamtklassement deshalb auch nicht auszuschließen. So gesehen, darf man in Sachen Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt-West die auf den Positionen drei bis fünf rangierenden Teams des SV Teutonia Staden, des SV Gronau und der Ockstädter Germanen noch lange nicht abschreiben.
ÜBERZEUGT ist Benjamin Bindewald vom Aufstieg des SV Steinfurth.	(Foto: Nici Merz)
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ÜBERZEUGT ist Benjamin Bindewald vom Aufstieg des SV Steinfurth. (Foto: Nici Merz)
Die Kenner der heimischen Fußball-Szene sind sich jedoch sicher: Das Verfolgertrio wird eventuelle Titelambitionen verschieben müssen, denn Platz eins und zwei, also Meisterschaft und Aufstiegsrelegation, machen auf Grund des komfortablen Punktevorsprungs auf die Konkurrenz diese Saison Spitzenreiter SV Steinfurth (55) und der um lediglich einen Zähler zurückliegende SV Nieder-Weisel unter sich aus. Sich als vermeintlicher Experte jetzt schon darauf festzulegen, welcher der beiden im bisherigen Saisonverlauf klar dominierenden Vereine am Ende die Nase vorne haben wird, ist - objektiv gesehen - schon ein wenig schwieriger und wäre reine Spekulation.

Fußball-Interessierten, die sich diesbezüglich noch nicht sicher sind, aber schnell ein diesbezügliches Urteil abgeben wollen, ist eine Unterhaltung mit Steinfurths Spielertrainer Benjamin Bindewald sehr zu empfehlen, denn danach sind alle Zweifel ausgeräumt. Die Frage, ob der SV Nieder-Weisel ein Rivale auf Augenhöhe sei, wischt der 24-Jährige nämlich mit einem Satz vom Tisch: »Ich sehe auf der Kreisoberliga-Bühne keine Mannschaft, die uns in punkto Leistungsstärke das Wasser reichen könnte, und deshalb werden wir auch aufsteigen. Ganz Steinfurth steht bei diesem Vorhaben hinter uns.« Raus aus der regionalen Zwangsjacke und endlich mal in überregionaler Umgebung gegen Mannschaften anderen Kalibers den sportlichen Erfolg suchen, sei, so Bindewald, die erklärte Absicht. Dass dieser Plan auch aufgehen wird, davon ist der jüngste aller Wetterauer KOL-Trainer hundertprozentig überzeugt. Die Konsequenz: Seinen bis dato nur für die laufende Runde 2009/2010 geltenden Vertrag beim SVS hat Benjamin Bindewald kürzlich um ein Jahr verlängert.

Klingt nach einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, die jene Zeitgenossen, die es nicht mit den Fußballern aus dem Rosendorf halten, glatt als Selbstüberschätzung werten könnten. Getreu dem Motto: Die Beute zu verteilen, bevor sie erlegt worden ist, kann möglicherweise ins Auge gehen. Doch Benjamin Bindewald, der vor seinem Engagement im Bad Nauheimer Stadtteil in Eschborn und Fernwald bereits reichlich Hessenliga-Luft schnuppern durfte, weiß sich mit seiner Sicht der Dinge in guter Gesellschaft. Jedenfalls vor Ort. In Mannschaftskreisen denkt man ganz genauso, und eine Rückfrage beim sportlicher Leiter Thomas »Tomek« Hermann, ob man bezüglich des weiteren Saisonverlaufs dem unmittelbaren Verfolger SV Nieder-Weisel nicht ein wenig mehr Beachtung schenken müsse, kommt aufs Gleiche raus: »Ziel ist der Sprung in die Gruppenliga, und zwar auf direktem Weg. Darauf arbeiten wir hin, und deshalb laufen unsere Planungen schon jetzt auf zwei Ebenen. Erstens für die Zeit bis Ende Mai, und zweitens - nach der Meisterschaft - für die sportliche Zukunft in der Gruppenliga, die personelle Verstärkungen zwingend erforderlich macht.«

Verstärkungen? Da fällt der Groschen, und man bringt sofort Daniel Contin, den Stürmer des KOL-Dritten SV Teutonia Staden, ins Spiel. Steinfurther Bemühungen, den trickreichen Angreifer bereits in der Winterpause aus Staden loszueisen, waren wegen finanzieller Unvereinbarkeiten bekanntlich nicht von Erfolg gekrönt. »Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben«, stellt Benjamin Bindewald klar, »denn Daniel Contin weiß, dass wir ihn nach wie vor holen wollen. Und sollte er weiterhin Interesse bekunden, kommt er halt im Sommer.«

Schon jetzt gekommen sind »Allrounder« Lokman Tiras vom Gruppenligisten Vatan Spor Bad Homburg und Stürmer Sebastian Staisch vom A-Ligisten SV Schwalheim. »Tiras für die erste Mannschaft, Staisch für unsere um den Klassenerhalt kämpfende A-Liga-Truppe«, meint der Steinfurther Übungsleiter, der - man mag es kaum glauben - die bisherige Bilanz aus 24 KOL-Partien (18 Siege, 1 Remis, 5 Niederlagen) keineswegs als zufrieden stellend einstuft, »denn die fünf Niederlagen gegen Gronau, Ockstadt, Staden, Bad Vilbel II und Nieder-Weisel waren fünf zu viel«. Im Grunde genommen verfüge seine Mannschaft über genügend Potential, um alle Spiele zu gewinnen: »Reine Kopfsache. In den verlorenen Begegnungen haben wir uns praktisch selbst geschlagen.«



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Artikel vom 03.02.2010 - 12.07 Uhr
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