Der TV 05/07 Hüttenberg hat durch die 28:33-Niederlage bei der SG BBM Bietigheim die Tabellenführugn in der 2. Handball-Bundesliga Süd an die TSG Friesenheim abtreten müssen. Doch nicht nur der Dämpfer vor 1200 Zuschauern bereitet dem Hüttenberger Coach Jan Gorr Kopfzerbrechen.
Schlimmer als der verpatzte Jahresauftakt wiegt im Nachgang die schwere Verletzung von Kreisläufer Christian Stelzenbach, der sich in der 36. Minute bei einer gewöhnlichen Spielaktion die Mittelhand brach. Ob der agile Mediziner in dieser Saison - in gewohnt starker Verfassung - noch einmal auf dem Parkett stehen kann, ist mehr als fraglich.
Dass die Fahrt ins Schwabenland für den Tabellenführer unrentabel war, lag aus sportlicher Sicht daran, dass Hüttenberg ab der 17. Minute bis zur Halbzeitpause im Tiefschlaf durch die Sporthalle am Viadukt wandelte und nichts von dem unbekümmerten und passsicheren Spiel von Florian Laudt und Co. zu sehen war.
So traf Bietigheims Mittelmann Andreas Blodig vom Siebenmeterpunkt zum 13:9 (24.). Der TVH war im Schockzustand. Eine Minute vor dem Seitenwechsel traf Christian Heuberger sogar zum 17:10 und ließ Jan Gorr an der Seitenlinie fuchsteufelswild werden. Zu diesem Zeitpunkt nahm Andreas Scholz bereits die Zuschauerrolle ein. Der Linkshänder - eigentlich ein Sportler der fairen und pflegeleichten Sorte - soll im Gerangel einem Bietigheimer Spieler bei dessen Torabschluss in den Wurfarm gegriffen haben. Für Gorr war die Rote Karte in der 20. Minute nicht gerechtfertigt: »Die ganze Halle war der Meinung, es sei überzogen. Ich habe die Aufnahmen auf Videoband gesehen und muss sagen, dass es keine Rote Karte war. Aber die Schiedsrichter waren sich beide sicher und so müssen wir das eben akzeptieren. Entscheidend war es nicht für den Spielverlauf.«
In jedem Fall mitentscheidend war, dass es den Mittelhessen nicht gelang, nach der Pause die große Aufholjagd zu starten. In Überzahl markierte der gute Blodig das BBM-21:15 (37.). Der TVH kam trotz verstärkter Bemühungen nicht mehr entscheidend heran. »Wir haben unsere Angriffe im zweiten Durchgang nicht gut genug ausgespielt und genutzt. Sonst hätten wir durchaus noch einmal herankommen können«, meinte Gorr.
Eine gute Gelegenheit, sich noch einmal ins Gespräch zu bringen, bot sich fünf Minuten vor dem Ende, als der gute Michael Stock per Doppelpack auf 25:29 verkürzte. Doch der Tabellen-13. aus Bietigheim behielt die Nerven und schaukelte einen letztlich hochverdienten 33:28-Sieg über die Zeit.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?