Die Zweitligahandballer des TV 05/07 Hüttenberg hatten sich nach zuletzt vier sieglosen Spielen gegen den Tabellenletzten HSC 2000 Coburg zu beweisen. Eine erneute Niederlage wäre mit einem weiteren Abrutschen in der Tabelle verbunden gewesen. Doch der bärenstarke Stefan Lex, ein stark verbesserter Matthias Ritschel im Tor und eine gute kämpferische Gesamtleistung hatten letztlich einen verdienten 28:26 (14:11)-Sieg zur Folge, der bei etwas mehr Courage deutlich höher hätte ausfallen können.
KAUM ZU BÄNDIGEN: Hüttenbergs Linkshänder Stefan Lex ist hier vom Coburger Dominic Kelm nur mit einem Catcher-Griff von einem weiteren Torerfolg abzuhalten. (Foto: Vogler)
Ein Sieg mit Signalwirkung also. »Hauptsache gewonnen«, resümierte Stefan Lex, der mit seinen Treffern, seinem cleveren Spiel und seinem Mut auf der halbrechten Position ein echter Eckpfeiler war. Der »kleine« Lex traf mit einem präzisen Wurf zum 1:2 (3.), ehe sein großer Bruder Andreas mit einem Schlagwurf aus zentraler Position zum Ausgleich kam (2:2/4.). Hüttenberg war in der zerfahrenen Anfangsphase das Bemühen anzumerken, mit Willen und kämpferischem Einsatz gegen einen individuell starken Gegner zu punkten.
Doch richtig absetzen konnte sich der TVH zunächst nicht. Tomasz Jezewski traf in der neunten Minute zum 6:4. Coburgs Dominic Kelm setzte sich in der 17. Minute am Kreis gut durch und markierte das 8:8. Dennoch konnte TVH-Coach Jan Gorr zufrieden sein: »Heute hat meine Mannschaft zu den Tugenden zurückgefunden, die uns immer ausgezeichnet haben. Kampf und Willen. Ich bin sicher, dass es uns auch wieder gelingen wird, Spiele etwas deutlicher zu gestalten.« Am Samstag reichte es noch nicht für einen deutlichen Erfolg. Coburgs gestrandetes Starensemble hielt ebenfalls mit viel Einsatz dagegen, hatte aber Glück, das nach Stefan Lex’ Treffer zum 13:10 (26.) Marc Langenbach und Andreas Lex beste Chancen ungenutzt verstreichen ließen. Zur Pause ging der TVH »nur« mit einer 14:11-Führung in die Kabine.
»Wir hatten uns in der Woche viel vorgenommen und in meinen Augen auch sehr gut trainiert. Wir haben es mit Kampf geschafft, das Spiel über 60 Minuten zu bestimmen. Uns haben mit Christian Stelzenbach und Andreas Scholz zwei sehr wichtige Spieler gefehlt. Umso schöner ist es, dass wir gewonnen haben«, freute sich Stefan Lex, der den angeschlagenen Scholz (Rückenprobleme) im Angriffsspiel exzellent vertrat. Ebenfalls wieder gut dabei war Arne Rigterink, der mit lautstarken Anweisungen und vielen Emotionen das Team immer wieder antrieb und mit seinem Treffer zum 16:12 (33.) für Beruhigung sorgte. Immer wieder zeigte Keeper Matthias Ritschel in dieser Phase seine Klasse. Im Gegensatz zu den letzten Partien steigerte sich der Blondschopf - trotz kleiner Rückfälle zwischendurch - erheblich. Auch wenn noch Steigerungsbedarf vorhanden ist. Gorr: »Matthias hatte in seinem Spiel Licht und Schatten. Er hat besser gespielt als zuletzt.«
Nachdem Florian Billek nach einer sehenswerten Kombination über vier Stationen in der 45. Minute zum 22:17 einwarf, schien das Spiel gelaufen zu sein. Der HSC Coburg leistete sich zu viele Fehler in der Defensive und war auch im Angriffsspiel recht unkreativ. Viel Arbeit also für den neuen Trainer Raimo Wilde, der an seiner neuen Wirkungsstätte »ein Feuer entfachen möchte«. Immerhin bekamen die Oberfranken gegen Ende des Spiels ein »Flämmchen« hin.
Als Matthias Werner zwei Minuten vor dem Ende vom Kreis aus zum 25:26 einwarf, wackelte der längst eingeplante Hüttenberger Sieg gewaltig. Doch der wiedererstarkte Florian Billek mit einem sehenswerten Geschoss von Rechtsaußen und Tomasz Jezewski mit brachialer Gewalt, sicherten einen Sieg, der laut Gorr »nicht schön, aber immens wichtig war.« Hüttenberg hat sich durch diesen wichtigen Sieg auf dem vierten Tabellenplatz gehalten und bleibt vor dem lösbaren Auswärtsspiel in Obernburg an den Aufstiegsrängen dran.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?