(jms) 45 Minuten lang schnupperten die Landesliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg II in Ober-Eschbach an einem Sieg. Doch in der Endphase verließ die zuvor dreimal in Folge siegreichen Mittelhessen das Glück. »Wir haben in der zweiten Hälfte den gegnerischen Torwart warmgeworfen und müssen uns an die eigene Nase greifen. Aber wir hatten auch Pech mit den Schiedsrichtern«, sagte TVH-Trainer Axel Spandau, der die 28:34 (17:13)-Niederlage beim Tabellenfünften TSG Ober-Eschbach als »keinen Beinbruch« bezeichnete.
Ohne Punkte aber mit einigen wertvollen Erkenntnissen im Gepäck fuhren die Hüttenberger nach Hause. So bleibt eine der stärksten Halbzeiten in dieser Saison in Erinnerung. »Im ersten Durchgang haben wir sehr gut gespielt, aus der starken 6:0-Deckung heraus gute Konter gefahren und den Gegner dominiert«, sagte Spandau. Sein junges Team arbeitete konzentriert an der »Mission Auswärtssieg«. Nach zwei schön herausgespielten Toren von Max Rühl markierte Micheal Kümpel per Siebenmeter das 6:3. Über die zweite Welle kommend, traf dann Fabian Höpfner zum 10:8. Hüttenberg verzichtete auf jeglichen Schnörkel. Die nüchterne Spielweise zahlte sich aus, denn nach einem Treffer von A-Jugendspieler Paul Kaletsch ging der TVH mit 17:13 in Führung (30.).
»Auch nach dem Seitenwechsel haben wir zunächst ordentlich gespielt, mit zunehmender Dauer aber feststellen müssen, dass es zu Problemen kommt«, meinte Spandau, dessen Spieler fortan Schwierigkeiten hatten, Christian Mertens im Eschbacher Tor zu überwinden. Allen voran Jonas Faulenbach kam an Mertens nicht vorbei. Neben den eigenen Unzulänglichkeiten sorgten auch vermeintliche Fehler der Schiedsrichter für die Hüttenberger Niederlage. »Das hat uns aus dem Konzept gebracht«, ärgerte sich Spandau, der zehn Minuten vor dem Ende mit anschauen musste, wie sein Team durch einen 0:7-Lauf die Partie verlor. Jedoch konnte der Trainer die Ereignisse schnell abhaken: »Solche Spiele gibt es. Zuletzt hatten wir das nötige Glück. Jetzt in Ober-Eschbach eben nicht. Wir haben viele Dinge richtig gemacht und müssen nun lernen, dass man auch durch zweifelhafte Entscheidungen der Schiedsrichter nicht das eigene Konzept vernachlässigen darf.«
TSG Ober-Eschbach: C. Mertens, Grauer; Wächtershäuser (1), Leyser (3), Witzke (9), Gottlieb, Maurath, Kaulfuß (4), Keskinidis (1), S. Mertens (4), Wohlfahrt (2), Jung (5), von der Wehl (2), Seel (3/1).
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?