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»Habe mir den Abschied anders vorgestellt«

Artikel vom 18.11.2009 - 10.00 Uhr

»Habe mir den Abschied anders vorgestellt«

»Das war es wohl für immer.« Ein Fan des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg hatte bereits in der Halbzeitpause im Spitzenspiel gegen die TSG Friesenheim vor anderthalb Wochen ein schlechtes Gefühl. Als Mario Weber nach exakt 29 Minuten und 28 Sekunden für den TVH traf und sich bei dieser Situation das Kreuzband im linken Knie riss, mehrten sich die Vermutungen, dass der Kapitän seine Karriere beendet und vorzeitig von Bord geht. Gestern machte es Weber offiziell: »Ich werde nie wieder als Handballer auf dem Parkett stehen.«
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(jms)

Nachdem in den Räumlichkeiten des RSV Lahn-Dill der Doppelspieltag in der Rittal-Arena am kommenden Sonntag ab 15 Uhr ausführlich thematisiert worden war, verkündete Mario Weber abschließend diese Nachricht. »Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch sie ist länger gereift. Schon bevor ich mir die neue Verletzung zugezogen hatte, habe ich mir gesagt, dass Schluss ist, wenn wieder etwas passiert«, meinte der 28-jährige Rückraumspieler, der auf der Mitteposition oder im rechten Rückraum ein Leistungsträger für den mittelhessischen Traditionsklub war.

Die Leidensgeschichte Webers ist nahezu beispiellos. In den letzten drei Jahren zog sich der technisch raffinierte Rechtshänder vier größere Verletzungen zu. Im November 2006 verdrehte sich Weber das rechte Knie - Diagnose Kreuzbandriss. Kaum hatte sich der gelernte Maler und Lackierer wieder herangekämpft, passierte in einem Testspiel beim TV Petterweil im Sommer 2008 das nächste Missgeschick. Weber brach sich die rechte Mittelhand. Auch hier arbeitete sich der tapfere Kapitän wieder voller Ehrgeiz heran - bis sich ein schwerer Arbeitsunfall zutrug. Weber, der im Käsereibetrieb seines Großvaters und Vaters arbeitet, blieb - diesmal mit der linken Hand - in einer Maschine hängen und die Leidenszeit begann von vorne.

»Da kann man schon mal depressiv werden. Doch ich habe mich nicht unterkriegen lassen und immer wieder gekämpft. Die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht, denn es war immer wieder mein klares Ziel, in dieser tollen Truppe zu spielen«, meint Weber, der den Aufstieg 2004 in die 2. Bundesliga als Karrierehöhepunkt bezeichnet, rückblickend.

Nach der erneuten Hiobsbotschaft ist das Risiko zu groß, die berufliche Laufbahn aufs Spiel zu setzen. Der elterliche Betrieb umfasst nur vier Mitarbeiter - Weber ist eine wichtige Stütze und soll auch seinen Vater als Geschäftsführer ablösen. »Mein Großvater soll mit 83 Jahren auch kürzer treten. Und ich will meinem Vater nicht wieder so viel zumuten. Das Berufliche hat jetzt vorrang«, sagt Weber, der dem Handballsport aber auch in Zukunft treu bleiben möchte. So gibt es im Klub bereits Überlegungen, wie die Fachkompetenz des einstigen Wirbelwindes möglichst gewinnbringend genutzt werden kann.



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Artikel vom 18.11.2009 - 10.00 Uhr
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