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HSG Pohlheim überrascht

Artikel vom 08.02.2010 - 11.00 Uhr

HSG Pohlheim überrascht

Durch den 35:25-Erfolg über den TV Kirchzell hat die HSG Pohlheim in der Handball-Regionalliga der Männer ihre Chance auf die Drittliga-Qualifikation gewahrt. Als Begründung konnte man die »Hexer«-Fähigkeiten von Torhüter Jan Wüst ebenso anführen wie die sieben Treffer von Rechtsaußen Kevin Dannwolf. Falsch wäre es auch nicht, darauf hinzuweisen, dass Sebastian Fay auf der halbrechten Seite mit seinen unwiderstehlichen Eins-gegen-eins-Aktionen Akzente setzte. Der bedeutsame Erfolg war aber auch ein wenig psychologisch begründet.
EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN: Mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung düpierte die HSG Pohlheim Regionalliga-Gast TV
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EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN: Mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung düpierte die HSG Pohlheim Regionalliga-Gast TV Kirchzell. Timm Schneider (18) oben nach Anspiel von Benedikt Billeck als erfolgreicher Kreisläufer gegen Markus Eisenträger (24) und Christian Jost (23) (Foto: Schott)
»Wir haben von Beginn an Gas gegeben und sind dafür belohnt worden«, freute sich Kevin Dannwolf über seine eigene Leistung und die der Mannschaft. Dass ihm und seinen Kameraden aber vielleicht auch die Androhung der Spielermütter, im Falle einer neuerlichen Niederlage die HSG-Akteure anschließend zum gemeinsamen Duschen zu verdonnern, Beine gemacht haben könnte, wollte Trainer Horst-Günter Schmandt schmunzelnd »nicht ganz ausschließen«. Ein durchaus reizvoller Gedanke, den als Psychotrick bekannten Fakir-Gang über ein Nagelbrett künftig durch das Schwenken von Badetüchern der Spielermütter zu ersetzen. Vielleicht ließe sich für die Aktion ja sogar noch ein Sponsor gewinnen. Am Samstag jedenfalls saßen die Mütter tatsächlich mit Badetüchern »drohend« auf der Tribüne.

Gegen den TV Kirchzell jedenfalls heiligte der Zweck die Mittel, brachte die Androhung den Erfolg - egal wie ernst gemeint! Die Gäste aus Mainfranken staunten nicht schlecht, wie ihnen über das 12:9 (20., Gegenstoß Dannwolf) und 15:10 (25., Kreistor Bepler) bis zum 21:11 (33., zweite Welle Fay) von den Pohlheimern das Handball-Fell regelrecht über die Ohren gezogen wurde. Auch sie mochten bei den spektakulären Wüst-Paraden (acht »Freie« ! pariert) oder den energiegeladenen Aktionen von Benedikt Billek auf der Mitte, der einen Privatvertrag mit einem Stromversorger abgeschlossen zu haben schien, zuweilen an überirdische Kräfte gedacht haben, die sich gegen sie verschworen bzw. auf die Gastgeber-Seite geschlagen hatten.

Schließlich hatte die Talentschmiede des Erstbundesligisten TV Großwallstadt bis zum 8:8 in der 17. Minute einen strukturierten, beweglichen und vor allem passgenauen Eindruck gemacht. Danach aber war es mit der Herrlichkeit der namhaften Karrer, Klühspies und Co. vorbei.

Die vermeintliche Angst der sich am Samstag als echte »Teufelskerle« entpuppenden Pohlheimer vor dem gemeinsamen Duschbad war - wie erwähnt - eine nette, kleine psychologische Begleiterscheinung. Aber eben auch nicht ganz unbedeutend. Zu den elementaren Facetten der 60 Minuten zählte die HSG-Abwehrformation, die anfänglich noch mit TVK-Kreisläufer Alex Hess ein paar Probleme hatte, dann aber hinten derart verdichtete, als hätte sie im Baumarkt nicht alle Restbestände Streusalz, sondern Fugendicht aufgekauft. »Die souveräne Deckungsarbeit mit einem starken Jan Wüst dahinter« führte Trainer Horst-Günther Schmandt nicht von ungefähr als ein Argument für den Zehn-Tore-Sieg an, »wichtig war aber auch, dass wir nicht nur gekämpft, sondern auch spielerisch überzeugt haben.«

Die Deckung suchte rechtzeitig und ordentlich den Körperkontakt zu den immer wütender und ratloser werdenden Kirchzeller Angreifern, der Innenblock verdiente sich seinen Namen mehrfach, vom 8:8 (17.) bis zum Ende funktionierte das Übergeben und Übernehmen nahezu perfekt. Von Timm Schneider bis Dennis Weisel war sich in der Defensive niemand als »Aushilfskraft« zu schade.



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