Die Regionalliga-Handballer der HSG Pohlheim haben es endlich geschafft, zu Hause gegen den VTZ Saarpfalz zu gewinnen. Nach einer Niederlage und einem Remis in den vergangenen zwei Jahren konnte das Team von Trainer Horst-Günter Schmandt den ersten Heimsieg gegen die Saarpfälzer feiern. Nach einer Achterbahn der Gefühle und Leistungen setzten sich die Hausherren am Ende knapp mit 36:35 (15:14) gegen die Gäste aus Zweibrücken durch.
»Na, das hätten wir geschafft !«: Benedikt Billek (l.), sein Trainer Horst-Günter Schmandt (M.) und Mathias Kartak (r., HSG Pohlheim) können nach dem engen Kampf gegen VTZ Saarpfalz beruhigt durchatmen. (Foto: ras)
Dass es allerdings am Ende so eng zuging, hatten sich die Pohlheimer selbst zuzuschreiben. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit hatten sich die Gastgeber jeweils eine komfortable Führung erspielt. Doch sowohl der 10:5- (16.) als auch der 32:25-Vorsprung (52.) wurde hergeschenkt. Eine Tatsache, die Übungsleiter Schmandt auf der Tainerbank wohl um einige Jahre altern ließ. »Wir haben trotz der klaren Führungen einfach zu hektisch und nervös agiert. Man hat deutlich gemerkt, dass die Mannschaft heute unter einem enormen Druck stand, den Abstand zu den Abstiegsrängen konstant zu halten.«
Spielten die Schmandt-Schützlinge in der ersten Viertelstunde recht solide, so schlichen sich danach mehr und mehr Fehler im Spielaufbau ein. Pässe wurden ungenau gespielt, Abschlüsse zu früh gesucht, Überzahlsituationen vergeben. So wie zwischen der 27. und 29. Minute, als die Gastgeber mit einem Mann mehr auf dem Parkett standen, jedoch kein klares Überzahlspiel aufbauen konnten und zwei Gegentore (!) zum 14:14 kassierten.
Probleme hatten die Schmandt-Schützlinge auch mit der Deckungsumstellung der Gäste, die zunächst in einer 5:1-Formation agierten, nach starkem Beginn von Christian Schäfer diesen aber in Manndeckung nahm und sich fortan 5+1 formierten. Mit drei Toren in der Anfangsphase, unbändigem Drang zum Tor und einigen lückenreißenden Pässen von Halbposition zu Halbposition verdiente sich der Pohlheimer Rückraum-Linke diese Sonderbewachung. Doch was des einen Leid, ist des anderen Freud. Denn die Mannschaft von Gäste-Trainer Christoph Luck kämpfte sich nach einer Auszeit in der 16. und besagter Abwehrumstellung von 5:10 auf 9:11 heran und war wieder voll im Spiel.
Zu Beginn der zweiten Hälfte schrie Jan-Philipp Hoepfner auf der HSG-Bank das heraus, was wohl viele der rund 250 Zuschauer in der Sporthalle Holzheim dachten: »Spielt mal wieder Handball«, rief der Linksaußen seinen Mitspielern zu, die dieser Aufforderung aber erst nach knapp elf Minuten im zweiten Abschnitt nachkamen. Plötzlich lief es bei den Hausherren wieder. Vom 22:21 (41.) setzten sich die Pohlheimer innerhalb von zehn Minuten auf 32:25 ab. Sebastian Fay krönte seine starke Vorstellung, die auch Trainer Schmandt nicht verborgen blieb, mit seinem vierten Treffer. »›Basti‹ hat heute stark gespielt und bis zum Umfallen gekämpft«, lobte Schmandt seinen Rückraum-Rechten, der allerdings im wahrsten Sinne des Wortes »zusah«, wie die Mannschaft den eben noch flüssig herausgespielten Vorsprung mit einfachen Fehlern wieder herschenkte. Auf der einen Seite führten im Angriff überhastete Aktionen zu Ballverlusten und Tempogegenstößen, auf der anderen Seite wirkte die HSG-Abwehr plötzlich lethargisch und passiv.
Vor allem der starke VTZ-Kreisläufer Ibrahim Mukladzija konnte sich nun in Szene setzen, einige Treffer markieren sowie Siebenmeter und Zeitstrafen »ziehen«. Beim 35:34 kurz vor Schluss sah es dann tatsächlich danach aus, als würde die HSG Pohlheim innerhalb von sieben Tagen zum zweiten Mal einen sicher geglaubten Sieg hergeben, doch am Ende behielt Youngster David Billek die Nerven und netzte zum 36:34 ein. »Es war wichtig, heute zu gewinnen. Das haben wir geschafft. 35 Gegentore sind natürlich zu viel und am Ende können wir glücklich darüber sein, dass wir eine oder zwei Alternativen mehr auf der Bank gehabt haben als Saarpfalz«, resümierte Schmandt.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?